Stolberg-Gressenich - Seit 100 Jahren retten, löschen, bergen, schützen

Seit 100 Jahren retten, löschen, bergen, schützen

Von: Toni Dörflinger
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Früh übt sichÉ: Der Nachwuchs der Feuerwehr Gressenich zeigte beim Jubiläumsfest sein Können. Foto: Dirk Müller

Stolberg-Gressenich. Reinhold Scholl hatte jede Menge spannende Geschichten im Gepäck. Kein Wunder: 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Gressenich - da gibt es natürlich viel zu erzählen. Bei der großen Jubiläumsfeier rund um das Gerätehaus an der Brühlstraße nahm Hobby-Historiker Scholl die Besucher mit auf eine Reise in die Vergangenheit der Gressenicher Feuerwehr.

Ihren Anfang nahm Gressenichs Feuerwehrgeschichte im Jahre 1910. Damals wurde eine mehrheitlich aus Handwerkern bestehende zwölfköpfige Gruppe gegründet, die, mit einer Feuerspritze ausgerüstet, Brandbekämpfung leisten sollte.

Die Feuerspritze wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts angeschafft, als innerhalb des Gemeindegebietes so genannte Brandkorps für den Gebäudeschutz zuständig waren. Allerdings war die Feuerspritze nicht besonders leistungsfähig. Auch wenn sie über ein Ansaug- und Drucksystem verfügte, musste sie mit viel Muskelkraft bewegt und zum Brandherd geschoben werden.

Später übernahm ein Pferdefuhrwerk den Transport der Feuerspritze zum Einsatzort. Vervollständigt wurde die Ausrüstung zur Brandbekämpfung durch Löscheimer, Leitern, Einreißhaken und Beilen. Die Einreißhaken dienten dazu, brennende Gebäudeteile niederzulegen, um den Brand einzudämmen und ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude zu verhindern.

Einfacher wurde die Arbeit der Wehr, als im Jahre 1912 das Gressenicher Gemeindegebiet - Gressenich war bis 1972 eine selbstständige Kommune - an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen wurde. Nun konnte das Löschwasser den im Straßenbereich liegenden Hydranten entnommen werden. Zuvor hatten Brunnen, Bäche und Teiche als Reservoir gedient, um die Schläuche der Feuerspritze mit Wasser versorgen zu können. Ihr erstes Motorfahrzeug erhielt die Gressenicher Löschgruppe erst Ende der 1930er Jahre. Nun besaß die Wehr eine Ausrüstung, die sich sehen lassen konnte und sachgemäße und wirkungsvolle Brandbekämpfung möglich machte.

Neuanfang

Dem Einfluß des NS-Staates musste sich dann natürlich auch die örtliche Wehr beugen. Sie wurde zu einer militärisch geführten Brandschutzpolizei umgeformt und in das dem Terror und der Unterdrückung demokratischer Freiheiten dienende System eingegliedert.

Einen Neuanfang markierte das Kriegsende. 1945 wurde Mathias Stein Wehrleiter, und der Truppe gehörten nun 20 Männer an. Verbesserungen brachte auch das das neue, 1947 in Betrieb genommene Einsatzfahrzeug der Marke „Goliath”, das der Bremer Borgward-Konzern hergestellt hatte.

Die Wehr zeigte sich aber auch abseits der Brandbekämpfung: 1952 gründete die Gressenicher Löschgruppe einen eigenen Spielmannszug und bereicherte die Musikszene im Ort.

Vorläufiger Höhepunkt der erfolgreichen Aufbauarbeit war das Jahr 1969: An der Brühlstraße entstand ein leistungsstarkes Feuerwehrgerätehaus. Verändert hatte sich inzwischen auch der Aufgabenbereich der Wehr. Die Brandbekämpfungsmaßnahmen wurden ergänzt durch Einsätze bei Verkehrsunfällen und der Beseitigung von chemischen und organischen Stoffen.

Seit 1972 ist die Gressenicher Wehr ein wirkungsvoller, mit zwei leistungsfähigen Einsatzfahrzeugen ausgerüsteter Bestandteil, der Stolberger Feuerwehr.

Hobby-Historiker Reinhold Scholl wird in den Geschichtsbüchern noch einige Seiten freihalten müssen. Nach 100 Jahren soll bei der Freiwilligen Feuerwehr Gressenich längst nicht Schluss sein.
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