Sebastianuskreuz zerstört: Christliche Werte mit Füßen getreten

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Vor rund zwei Wochen wurde das Sebastianuskreuz in Atsch von Unbekannten zerstört. Nun soll es wiederhergestellt werden. Foto: C. Altena

Stolberg-Atsch. Im Jahre 1447 wurde erstmals das Sebastianuskreuz am Rande von Atsch erwähnt. Es markierte die nahe Grenze des großen Reichswaldes an der Inde, an der das Territorium der Reichsabtei Kornelimünster begann.

Die Atsch war ein Waldgebiet, das sich die Gemeinden Eilendorf, Haaren, Weiden und Würselen teilten. Der Name des Kreuzes ist vermutlich an die Würselener Pfarrkirche St. Sebastianus angelehnt. Die Gemeinden hatten durchaus Grund, ihren Anspruch auf das kostbare Waldgebiet gegenüber der Abtei durch ein Kreuz kenntlich zu machen.

Historische Beschreibungen geben Anlass, dass das Kreuz 1474 durch eine Kapelle ersetzt wurde. Ihr Patronat blieb beim Heiligen Sebastian. Erneuert wurde die Kapelle 1626 und 1686 im barocken „Zeitalter des Glaubens“. Aufgrund von Baufälligkeit einerseits und Streitigkeiten der Bürger der angrenzenden Orte andererseits, wurde die Kapelle um 1807 abgebrochen. Erneut wurde ein Kreuz dort errichtet, das am Rande des alten Wegs von Eilendorf nach Atsch den Passanten Segen spendete. „Schwarzer Weg“ wurde diese Strecke genannt – die heutige Sebastianusstraße., vermutlich gefärbt.

Die Figur des Heiligen Sebastianus soll, wie die Sage berichtet, nach ihrer Überführung in die Eilendorfer Kirche zunächst wundersam wieder an ihren Standort im Atscher Wald zurückgekehrt sein. Die neuerliche Überführung, nun in feierlicher Prozession, soll das Standbild bewogen haben, in St. Severin in Eilendorf zu bleiben.

1825 wurde der Reichswald unter den Eignergemeinden flächig aufgeteilt. Der Eilendorfer Anteil, auf dem auch das Kreuz stand, durch die Gemeinde gerodet, so dass das Sebastianuskreuz unter einer mächtigen Eiche allein am Fuße des Geisbergs Zeugnis fünfhundertjähriger Ortsgeschichte ist. Seit 1935 gehört Atsch als Stadtteil zu Stolberg.

Vor ziemlich genau dreißig Jahren wurde ein neues Kreuz, gestaltet von Leo Stich, errichtet und am 26. Juli 1987, eingeweiht. Im Jahr 2011 musste es wiederum erneuert werden und erhielt den Zinkkorpus. Bei einem Übergriff vor rund zwei Wochen wurde es in mehrere Stücke zerschlagen. Christliche Werte seien bewusst auf blasphemische Weise zutiefst erschreckend und verwerflich mit Füßen getreten worden, so Pfarrer Hans-Rolf Funken. Die Figur soll wieder hergestellt werden. Zur finanziellen Unterstützung der Gemeinde wurde ein Spendenkonto eingerichtet.

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