Stolberg/Aachen - Schwurgericht: Mit Messer zwei Mal in Rücken gestochen

Schwurgericht: Mit Messer zwei Mal in Rücken gestochen

Von: Wolfgang Schumacher
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Auf dem Bürgersteig der Aachener Straße in Höhe der Ketschenburg endete die Auseinandersetzung blutig, als vier serbische Mitbürger einen Landsmann brutal mit Messerstichen verletzten. Foto: J. Lange

Stolberg/Aachen. Hohe Sicherheitsvorkehrungen vor dem Aachener Schwurgericht: Acht Wachtmeister beaufsichtigten am Donnerstag vier Angeklagte aus Stolberg, darunter eine Frau.

Den aus Serbien stammenden Angeklagten wird ein versuchter Totschlag an einem Landsmann vorgeworfen, der bei einer heftigen Auseinandersetzung am 5. Juli 2014 – es ist der Samstag der großen Kupferstädter Stadtkirmes – auf dem Steinweg stattfand und wenige Schritte weiter auf der Aachener Straße in Höhe des Willy-Brandt-Platzes endete.

Zwei Männer aus der Vierergruppe im Alter zwischen 23 und 43 Jahren waren gegen 18 Uhr auf das Opfer zugegangen und hatten den Mann, der als Nebenkläger dem Prozess unter Vorsitz von Richter Arno Bormann beiwohnt, aus bislang nicht bekannten Motiven angegriffen. Sie schlugen auf ihr Opfer ein, traten es in den Körper. Als der Mann fliehen wollte, sei, so die am Donnerstag verlesene Anklageschrift, ein Opel von hinten herangefahren und habe dem Opfer den Fluchtweg versperrt.

Man habe ihn in den Schwitzkasten genommen und auf die Motorhaube des Wagens geworfen, dabei brutal weiter auf den Kopf und andere Körperteile eingeschlagen. Als dieser ein Messer zücken und sich wehren wollte, habe man ihm die Waffe entwunden und ihm die Klinge zwei Mal in den Rücken gestochen. Als er schließlich am Boden lag, trat man mit den Schuhen weiterhin auf den Kopf des Opfers ein. Ein Beobachter der Szene rettete schließlich den Mann. Er zog ihn in den Innenraum eines haltenden Linienbus hinein.

Einlassungen angekündigt

Die Verletzungen im Rücken stellten sich als nicht lebensbedrohlich heraus. In der Anklage heißt es dazu: „Einer der Messerstiche verfehlte die Milz um einen Zentimeter.“ Gegenüber der Kammer erklärten sich drei der Angeklagten bereit, sich zu der Tat und ihren persönlichen Daten einzulassen.

Damit wird nun am kommenden Verhandlungstag begonnen, der Prozess wird am Montag, 2. März, fortgesetzt. Die Anklage lautet auf gemeinschaftlichen versuchten Totschlag und gefährlicher Körperverletzung.

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