Stolberg-Atsch - Schweißerei wird zum Autohaus

Schweißerei wird zum Autohaus

Von: Toni Dörflinger
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Autohandel prägte Eckbebauung: Erweiterungen der Firma Rosemeyer machten den an der Würselener Straße liegenden Geschäftspavillon zur Ausstellungshalle. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Atsch. Die Geschichte der an der Würselener Straße 62 - 76 liegenden Baugruppe ist eng mit der Entwicklung des Autohauses Rosemeyer verbunden. Die Aktivitäten der Firma Rosemeyer im Stadtteil Atsch lassen sich bis in die 20er Jahre zurück verfolgen.

1923 richtete der Schlossermeister Wilhelm Rosemeyer im hinteren Bereich seines an der Würselener Straße liegenden Wohnhauses eine Werkstatt ein. Rosemeyer hatte sich auf die Ausführung von Schweißarbeiten spezialisiert. Ergänzt wurde das Gewerbe durch die Reparatur von Autos und Maschinen. Seinen Stammsitz hatte das kleine Unternehmen aber nicht an der Würselener Straße, sondern in Aachen-Forst.

In der Atsch - die damals noch zur Gemeinde Eilendorf gehörte und erst 1935 zu Stolberg kam - unterhielt der Schlossermeister nur eine Zweigstelle. Erweitert wurde die Atscher Zweigstelle, als Rosemeyer 1931 zur Abgabe von Benzin und Petroleum eine Tankstelle anlegte. Den Platz für die aus einer Zapfsäule hervorgegangene Tankstelle fand der Schlossermeister im Vorgarten seiner an der Würselener Straße 74 - 76 liegenden Wohnhauses. Größere Umbauten und Erweiterungen schufen in der Vorkriegszeit die Voraussetzung für die neuen Schwerpunkte der Firma, die nun der Reparatur und dem Handel von Automobilen galten.

Als 1958 das Rosemeyer-Wohnhaus im Erdgeschoss eine Schaufensteranlage erhielt, hatte sich die einstige Schweißerei längst zum Autohaus mit dem Stammsitz Atsch entwickelt. 1988 dehnte sich das Unternehmen erneut aus. Der Kaufmann Horst Rosemeyer übernahm den leerstehenden Geschäftspavillon an der Ecke Am Wald/Würselener Straße und richtete dort eine Ausstellungsfläche für Autos ein.

Das eingeschossige Gebäude, das ursprünglich einen Lebensmittelmarkt und ein Möbelgeschäft beherbergt hatte, ist Mitte der 60er Jahre auf einem Gelände entstanden, das für die Ortsgeschichte bedeutend war.

Denn auf dem Terrain lag einst eine Gaststätte, die nicht nur ein beliebter Treffpunkt war, sondern von den Atscher Vereinen auch als Vorführort ihrer Aktivitäten genutzt wurde. Wann die von Johann Orgeig geführte Gaststätte beseitigt wurde, die schon 1910 als Fotomotiv Verwendung fand, ist nicht überliefert.

Als 1967 der Bau des Geschäftspavillons begann, war die Vergangenheit des Baugrundes offensichtlich in Vergessenheit geraten. Denn der Autor eines im Stadtarchiv vorhandenen Schriftstückes bezeichnet das zur Bebauung anstehende Areal als Gartengelände, das auf einem gewachsenen, natürlichen Untergrund liege.

Dass der eingeschossige Bau, der Ende der 80er Jahre Präsentationsfläche des Autohauses Rosemeyer wurde, in der Anfangszeit nicht nur der Nahversorgung diente, sondern auch Büro- und Produktionsräume enthielt, ist ebenfalls den im Stadtarchiv vorhandenen Unterlagen zu entnehmen. Denn die heute an der Straße Steinfurt beheimatete Firma CAE-Elektronik GmbH, die Flugsimulatoren herstellt, hatte Ende der 60er Jahre einen Standort in dem Geschäftspavillon an der Würselener Straße 62 - 66.
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