Stolberg - Schwarzer Peter für die VdK-Ortsvereine?

Schwarzer Peter für die VdK-Ortsvereine?

Von: Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:
16223497.jpg
Stein des Anstoßes: Beim Datenschutz neuer Mitglieder soll es der VdK-Kreisverband nicht so genau genommen haben. Foto: Sonja Essers

Stolberg. Der Stolberger VdK besitzt keinen Vorstand mehr. Das ist keine Neuigkeit. Bislang war allerdings nicht bekannt, warum die Vorstandsmitglieder unter der Leitung der Vorsitzenden Josef Meurer und Carlheinz Nadenau ihre Ämter niederlegten. Bis jetzt.

Die Vertrauensbasis zum VdK Kreisverband Kreis Aachen wie auch zum Landesverband sei nicht mehr gegeben, erklärten sie. Ein Grund dafür sei Umgang mit den persönlichen Daten der Mitglieder.

Und nicht nur das. Immer wieder sei ihnen in der Vergangenheit und gegenwärtig von Mitgliedern zugetragen worden, dass diese mit der Beratung des Kreisverbands unzufrieden seien und beim Ausfüllen von Dokumenten keine Hilfe bekommen hätten. Der Stolberger Ortsverband habe sich daraufhin an den Kreisverband gewandt, doch die Situation habe sich nicht geändert.

Ausschlaggebend für die Entscheidung von Meurer, Nadenau und ihren Mitstreitern sei schließlich eine Versammlung des Kreisverbands im März 2017 gewesen. Auf dieser sei unter anderem das Thema Datenschutz aufgegriffen worden. Wer dem VdK beitreten möchte, muss ein Beitragsformular ausfüllen und eine datenschutzrechtliche Einwilligungserklärungen unterschreiben. Mit einem Kreuzchen willigt man entweder ein, dass die eigenen Daten an die Ergo und an die Allianz weitergegeben werden oder man spricht sich dagegen aus.

Und was geschieht, wenn dieses Kreuzchen nicht gesetzt wird? „Dann machen wir ein Kreuz“, soll ein Mitglied aus dem Kreisverband erklärt haben. Die ehemaligen Vorstandsmitglieder sind sich sicher, dass damit ein gesetzeswidriges Verhalten ausgeübt wurde und forderten vom Vorsitzenden des Kreisverbands und einem Anwesenden des Landesverbands eine Erklärung. Diese habe es allerdings nicht gegeben. Die Begründung des von Seiten des Kreisverbands lautete, dass man dafür nicht bezahlt werde.

Auch nach dieser Aussage seien von Seiten des Landesverbands keine Maßnahmen ergriffen worden, um das Verhalten zu rügen. Nach mehrmaligem Anschreiben an den Landesverband habe Josef Meurer nur „lapidare Erklärungen“ bekommen. Der Landesverband sei auch darüber informiert worden, dass der Vorstand daraus seine Konsequenzen ziehen würde, eine Reaktion darauf erfolgte allerdings nicht. Dafür sei ein Schreiben an die Ortsverbände gegangen.

In diesem wurde darauf aufmerksam gemacht, dass darauf geachtet werden solle, das Antragsformular richtig auszufüllen. Das zeige, dass der „schwarze Peter an die Ortsverbände abgegeben wurde“, sagen die ehemaligen Vorstandsmitglieder. Sie bemängeln auch: Anstatt sich öffentlich bei den Mitgliedern zu entschuldigen, erfolgte auf der Kreisvorstandssitzung lediglich eine Entschuldigung bei den anwesenden Ortsverbänden.

Die Behandlung durch den Kreisverband und Landesverband empfindet der ehemalige Vorstand als „unverschämtes Verhalten“. Um ein Zeichen zu setzen und die Mitglieder über dieses Fehlverhalten aufzuklären, habe man sich nun entschieden, mit dem Grund des Rücktritts an die Öffentlichkeit zu gehen. Der ehemalige Vorstand des Stolberger Ortsverbands fragt sich sogar, ob dieser Vorfall nur die Spitze des Eisbergs sei.

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagt Andrea Temminghoff, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Landesverband: „Das Thema Datenschutz wird beim VdK NRW grundsätzlich sehr ernst genommen. Diese Wichtigkeit zeigt sich unter anderem darin, dass die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter aller Verbandsstufen beispielsweise in Schulungen für eine lückenlose Einhaltung der entsprechenden Vorschriften sensibilisiert werden. So gibt es aktuell auch keine Hinweise dafür, dass diese Vorgaben irgendwo nicht umgesetzt werden könnten.“

Der Kreisverband Aachen Kreis bestätigte, dass es zwischen dem Kreisverband und dem Ortsverband Stolberg Meinungsverschiedenheiten gegeben habe, die sich auf die Satzung des Sozialverbands VdK in Nordrhein-Westfalen bezogen.

„Da diese für alle Kreis- und Ortsverbände verpflichtend ist und wir als Kreisvorstand für die Einhaltung verantwortlich sind, kam es leider zu dem bekannten Schritt der ehemals Verantwortlichen in Stolberg, den wir sehr bedauern”, erklärte der Vorsitzende Willy Schroeder. Zu den datenschutzrechtlichen Einwilligungserklärungen äußerte er sich nicht.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert