Schwangere 18-jährige Türkin in Stolberg erwürgt

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Schauplatz Stolberg-Münsterbusch: Eine schwangere 18-Jährige wurde dort am Montag tot aufgefunden. Foto: Lange

Stolberg. Dramatische Szenen müssen sich in dem Neunfamilienhaus an der Cockerillstraße in Stolberg am Montag in den frühen Morgenstunden abgespielt haben. Gegen drei Uhr soll es einen lautstarken Streit in der kleinen Wohnung gegeben haben. Das haben zumindest Nachbarn dem Onkel des Opfers berichtet.

Gefunden wurde der Leichnam der 18-jährigen Türkin erst am Nachmittag. Die Angehörigen hatten sie zuvor nicht telefonisch erreichen können. Als die Mutter mit ihrem Bruder mittags vor ihrer Tür in der ersten Etage stand, war kein Laut zu vernehmen.

Keinen Puls mehr gefühlt

Sie verständigten die Polizei, wollten aber letztlich auf ihr Eintreffen nicht warten. Der Onkel der 18-Jährigen brach die Tür auf und fand den Leichnam seiner Nichte - komplett mit einer Decke bedeckt. „Ich habe nach ihrem Puls gefühlt”, sagt Ismael Koc. Er fühlte keinen mehr. Aber er blickte in das angelaufene Gesicht der Toten, sah Würgemale und einen Schal an ihrem Hals.

Die Mutter erlitt einen Nervenzusammenbruch und wurde notärztlich behandelt. Auch die Schwester und Verwandte der Toten, die am Nachmittag zum Tatort kamen, brachen in Tränen aus. Sie wurden von Polizeibeamten zur nahegelegenen Inspektion geleitet und von einem Notfallseelsorger betreut. In seine Obhut wurde ebenfalls der gefasster wirkende Vater der 18-Jährigen zur Wache überstellt, als er am späten Nachmittag nach seiner Arbeit vor der Wohnung eingetroffen war.

Derweil nahmen die Experten von Spurensicherung und Mordkommission sowie die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen auf. Gewissheit über die Todesursache werde erst die Obduktion am Dienstag bringen.

Die junge Frau habe eine Lehre als Verkäuferin vor etwa vier Monaten abgebrochen, als sie mit ihrem Ehemann in die Türkei gereist sei, wo sie ohne Wissen ihrer Eltern geheiratet habe, berichtet der Onkel. Die 18-Jährige sei im vierten Monat schwanger gewesen. Zuletzt habe es Streit in der Beziehung gegeben. Der Grund sei ihm jedoch nicht bekannt, aber das Paar habe sich in Ruhe aussprechen wollen.

Der Ehemann des Opfers wurde in der Nacht zum Dienstag in Köln festgenommen. Die Ermittler gehen von einem Gewaltverbrechen aus, wie der zuständige Oberstaatsanwalt sagte.
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