Stolberg - Schulzentrum Mausbach und die Umsiedlung der Ganztagsbetreuung

Schulzentrum Mausbach und die Umsiedlung der Ganztagsbetreuung

Von: Sarah-Lena Gombert
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Ist bei der Grundschule in Mausbach bald vielleicht doch alles unter einem Dach? Die Stadt überprüft derzeit, ob es eine Möglichkeit gibt, die Ganztagsbetreuung umzusiedeln. Abgeben muss die Grundschule den Plänen der Stadt nach ein paar ihrer Räume an die neue zweite Stolberger Gesamtschule, die auf dem Mausbacher Campus entsteht. Foto: S.-L. Gombert
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Aktuell findet der OGS-Betrieb der Grundschule Mausbach vor allem im Bürgerhaus statt. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg. Wie geht es weiter mit dem Schulzentrum in Mausbach? Auf dem Gelände zwischen der Straße Im Hahn und dem Rektor-Soldierer-Weg soll in den kommenden Jahren nach Plänen der Stolberger Stadtverwaltung ein Teil der neuen Gesamtschule entstehen.

Die Realschule Mausbach soll in diesem Zuge aufgelöst werden, und in der benachbarten Grundschule soll es pro Jahrgang nur noch eine Klasse geben. Damit sind die Eltern der Grundschulkinder soweit einverstanden – nicht aber mit dem Vorhaben der Stadt, Teile des Grundschulgebäudes abzutrennen und als Räume für die Gesamtschule zur Verfügung zu stellen.

Stattdessen kämpfen sie dafür, eben diese Räume für die Ganztagsbetreuung der Kinder zur Verfügung gestellt zu bekommen, die derzeit im Bürgerhaus stattfindet. Jetzt hat der zuständige Erste Beigeordnete der Stadt, Robert Voigtsberger, signalisiert, dass die Stadt sich auf die Mausbacher Eltern zubewegt.

„Wir haben absolut kein Problem damit, dass die Gesamtschule teilweise in Mausbach sein wird. Aber wir sind von dem Konzept, das eine Teilung unseres Grundschulgebäudes vorsieht, nicht überzeugt“, betont Anja Jansen. Sie ist Vorsitzende des Elternbeirats der Mausbacher Grundschule.

Gemeinsam genutzte Räume?

Einerseits würden die Möglichkeiten der Grundschule durch die Wegnahme von Räumen eingeschränkt, argumentiert die Elternvertreterin. „Da die Schule einzügig ist, gibt es in der Regel recht große Klassen“, sagt Anja Jansen. Darum sei es sinnvoll, dass die Lehrerinnen – je nach Bedarf – die Klasse in unterschiedliche Lerngruppen aufteilen. „Das ist mit weniger Räumen natürlich schwierig zu bewerkstelligen.“

Hinzu kommt, dass sich viele Mausbacher Eltern eine räumliche Veränderung der Ganztagsbetreuung „Happy Kids“ wünschen: Diese ist aktuell vor allem im Bürgerhaus untergebracht, das auf der gegenüberliegenden Straßenseite von Im Hahn steht. „Zeitgemäß wäre eine Ganztagsbetreuung direkt auf unserem Schulgelände“, sagt Anja Jansen.

Auch die bauliche Substanz des Bürgerhaus-Obergeschosses – hier sind die Kinder nachmittags – lasse zu wünschen übrig. Verbesserungen des Ganztagsbetriebs, so finden die Eltern, hätten in ein ganzheitliches Konzept für den Schulstandort Mausbach aufgenommen werden müssen.

Wie die Grundschulräume von der Gesamtschule genutzt werden, steht noch nicht abschließend fest. „Doch zur Zeit sieht es so aus, dass die Einrichtung von Fachräumen im Grundschulgebäude von allen Beteiligen favorisiert wird“, erklärt Robert Voigtsberger. Dadurch würden auch „sehr positive Synergien“ für den Grundschulbetrieb möglich, beispielsweise durch eine gemeinsame Nutzung von Musik- oder Kunsträumen.

Während der Sitzung des Schulausschusses am Mittwochabend betonte Voigtsberger außerdem, dass derzeit geschaut werde, ob der Betrieb des Offenen Ganztags nicht doch noch ins Grundschulgebäude aufgenommen werden könne. „Wir überprüfen gemeinsam mit der Schulleiterin und dem Trägerverein der OGS, ob die Betreuung durch die Einrichtung multifunktionaler Räume in die Grundschule verlegt werden kann.“

Infrage kämen etwa die Bücherei, der jetzige Musikraum und der Computerraum der Grundschule. Dabei spielten jedoch auch Dinge wie der Brandschutz und andere bauliche Vorgaben eine Rolle, so Voigtsberger. Klappt das alles nicht, will die Stadt das Bürgerhaus in den nächsten Sommerferien weiter sanieren: Die Rede ist von einem neuen Fußboden und vom frischen Verputzen der Wände. Kleine Reparaturen seien durch das Hochbauamt bereits jetzt erledigt worden, erklärt Robert Voigtsberger.

Was genau ist in Mausbach vorgesehen? Die Stadt plant, am Standort insgesamt 5,6 Millionen Euro in den Aufbau der Gesamtschulgebäude zu investieren. Der Löwenanteil von 5,5 Millionen Euro fließt dabei in die Instandsetzung der Realschulbauten. Hier sollen die Klassen fünf bis sieben unterrichtet werden, die weiteren Jahrgänge an der jetzigen Sekundarschule Kogelshäuserstraße.

Doch auch in der Mausbacher Grundschule sollen noch 100.000 Euro verbaut werden. Konkret soll unter anderem ein eigener Eingang für die Gesamtschüler eingebaut werden, außerdem entstehen neue Sanitäranlagen. In den Augen der Grundschuleltern sind diese Bauvorhaben ein Ärgernis: „Wir haben gerade erst eine lange Bauphase hinter uns“, sagt Anja Jansen.

Baubeginn ist im Sommer 2018, 2019 sollen die ersten Gesamtschüler in Mausbach eingeschult werden. Das sind allerdings noch keine ganz fixen Termine: „Eine konkrete Zeitablaufplanung kann erst erstellt werden, wenn das europaweite Ausschreibungsverfahren abgeschlossen ist“, erklärt Bürgermeister Tim Grüttemeier. Die Baumaßnahmen an der Grundschule seien jedoch nicht so umfangreich, als dass man mit einer längeren Bauzeit rechnen müsse.

Die Stadtverwaltung hat stets betont, dass durch den Umbau der Real- zur Gesamtschule der Schulstandort Mausbach gestärkt werde, auch die Grundschule. „Aktuell ist die Grundschule Mausbach in ihrem Bestand gefährdet, weil sie nur noch jeweils eine Klasse im ersten bis dritten Schuljahr hat“, hatte Grüttemeier vor einigen Wochen bei einem Bürgerdialog im Dorf gesagt. „Durch unsere Beschlüsse wird der Schulstandort gestärkt und deutlich aufgewertet. Der Fortbestand der Grundschule wird dadurch gesichert.“ Das zeigte auch die Prognose der Schulentwicklungsplanung.

Ungeachtet der Umbaupläne haben zumindest für das kommende Schuljahr viele Eltern ihre Kinder an der Mausbacher Grundschule angemeldet. „Wir haben derzeit 33 Anmeldungen vorliegen“, sagt Schulleiterin Meike Groppe.

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