Stolberg-Breinig - Schulweghelfer: Im Einsatz für die Sicherheit der Kinder

Schulweghelfer: Im Einsatz für die Sicherheit der Kinder

Von: Christian Ebener
Letzte Aktualisierung:
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Mit Hilfe der Schülerlotsen kommen die Kinder sicher zur Schule und auch wieder nach Hause. Foto: Claus Schunk
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Schülerlotse ist auch Hans Bolte. Foto: Christian Ebener
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Die Stadtverwaltung bedankte sich jetzt bei den Schulweghelfern für ihren selbstlosen Einsatz zum Schutz der Kinder auf den Straßen. Sie wurden zu einem Abendessen eingeladen. Foto: Christian Ebener

Stolberg-Breinig. Der Schwerlastverkehr rauscht den Breiniger Berg hinunter. Dazwischen drängeln sich Autos und Busse. Hans Bolte kennt das Bild. Seit sieben Jahren ist er an der Kita Breinigerberg als Verkehrsweghelfer eingesetzt und hilft den Kindern, sicher über die vielbefahrene Straße zu kommen.

Jeden Schultag ab 7 Uhr und am Mittag wieder – natürlich immer in seiner neongrünen Jacke und mit der Kelle im Anschlag. Vor zehn Jahren war der heute 58-Jährige auf das Ehrenamt aufmerksam geworden.

Aus gesundheitlichen Gründen konnte er keine andere Arbeit ausüben. Für den Breiniger, der nur wenige Meter von seiner Einsatzstelle entfernt wohnt, war das allerdings kein Grund untätig herumzusitzen. Über eine Anzeige kam er in das Team der Verkehrsweghelfer und war zuerst drei Jahre als sogenannter Springer eingesetzt. Dabei hat er die zahlreichen Einsatzstellen der Ehrenamtler in Stolberg kennengelernt. Mittlerweile hat er die Routine, um sich auch bei den aufdringlichsten Verkehrsteilnehmern Respekt zu verschaffen.

Aus der Haut fahren

Die Situation vor dem Kindergarten lässt den sonst so ruhigen Bolte trotzdem aus der Haut fahren. Zwar wurde nach langem Hin und Her die Zone vor dem Kindergarten zur 30er-Zone erklärt, interessieren tut das aber nur wenige Fahrer. Eine Frühschicht mit dem Ehrenamtler zeigt, dass sich höchstens die Hälfte aller Autofahrer an die Begrenzung hält.

Dazu kommen weitere Faktoren: So ist der Bürgersteig gegenüber dem Kindergarten nur rund 50 Zentimeter breit, die große „50“ auf der Fahrbahn wurde nur leicht überklebt und besonders der Schwerlastverkehr ist weit mehr, als ein Dorf wie Breinig vertragen kann. Warum nicht ein Fahrverbot eingerichtet wird oder andere Maßnahmen ergriffen werden, erschließt sich ihm nicht.

Am gravierendsten findet Bolte jedoch die Unübersichtlichkeit an dem Standort. Ein Parkstreifen, der dafür sorgt, dass oftmals eine Straßenseite warten muss, die Bushaltestelle vor der Kita und die direkt dahinterliegende Einfahrt zum Parkplatz sorgen schnell für Chaos.

„Wenn ich selbst nichts sehe, wie sollen dann die Kinder zurecht kommen?“, fragt Bolte. Zwar stehe dort ein Radargerät, doch das ist schon lange nicht mehr aktiv „und das weiß jeder mittlerweile“. Er setzt sich mit viel Herz für die Sicherheit der Kinder ein und ist sich auch nicht zu schade, Autofahrer direkt zu konfrontieren. „An einem Morgen habe ich ein Kind über die Straße gelassen, da kam ein Auto und hielt erst wenige Zentimeter vor mir an und hupte dann noch“, erzählt er. Bolte zog die Polizei hinzu. So konnte dem Fahrer zumindest ein Denkzettel verpasst werden.

Auch über die Wunschaktion eines Radiosenders machte er darauf aufmerksam, aus Rücksicht auf die Kinder doch an Tempo 30 zu denken. „Das hat eine Woche funktioniert, danach war alles wie vorher.“ Dabei kennt Bolte fast alle Beteiligten. Er grüßt die Busfahrer, erzählt Geschichten über einzelne Autofahrer und begrüßt jedes Kind mit Namen – und sie ihn natürlich auch.

„Die Kinder sind die Schwächsten im Glied“, sagt er und will sich für sie einsetzen, denn „die Eltern verlassen sich auf mich“. Das geht auch über seine eigentliche Funktion hinaus. Neue Kinder lernt er schnell kennen und bietet sich auch als Ansprechpartner an. Natürlich wirft er auch ein Auge auf die gegenüberliegende Straßenseite.

Wenn es da mal Streit gibt oder ein Kinder auf der hohen Steinmauer herumturnt, schreitet er ebenfalls ein. „Die Kinder haben Respekt vor mir“, betont er und das ist ihm auch wichtig. Diesen Respekt lassen jedoch einige Autofahrer vermissen. „Wenn ich als Erwachsener keine Kinder sicher über die Straßen lassen kann, ist das traurig.“ Seinen Spaß am Job hat er dadurch aber nie verloren. Wenn dann mal ein Kind Jahre später vorbeikommt und ihn direkt grüßt, ist das auch die Bestätigung für seinen Einsatz.

Ein Ende ist für ihn noch lange nicht in Sicht, sofern die Gesundheit mitmacht, will er sich weiter für die Kinder einsetzen. Und auch den Kampf um eine bessere Verkehrsberuhigung vor Ort – sei es mit Spiegeln oder baulichen Maßnahmen – will er nicht aufgeben. Das ist nicht seine Art.

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