Schulumzug: Die Gutenberger sind angekommen

Von: Robert Flader
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Es gibt noch viel zu tun: Wolfgang Römer ist seit Anfang April 1988 Leiter der Gutenberg-Schule. Foto: R. Flader

Stolberg. Wenn Wolfgang Röber durch die Räumlichkeiten der Gutenberg-Schule schlendert, kommt, ganz unbewusst, ein bisschen Wehmut auf. „Das hier”, sagt der Schulleiter, „ist nochmal ein richtiger Höhepunkt zum Ende meiner Dienstzeit.”

Für Röber, seit 1988 Leiter der Gutenberg-Schule, ist das Ende nah, 2012/13 ist sein letztes Schuljahr. Eigentlich. „Wenn es mir gesundheitlich gut geht, würde ich gerne noch ein Jahr dranhängen.”

Es klingt wirklich ein bisschen unfair. Da zieht die Gutenberg-Schule erst im November, nach 20 Jahren am Sperberweg, an den Rhein-Nassau-Weg um, erhält für 21 Millionen Euro einen richtigen Prachtbau mit modernster Innenausstattung, und Schulleiter Röber darf nach anderthalb Jahren den Schlüssel abgeben. Dabei, sagt er, gebe es noch viel zu tun für ihn.

Die dreigliedrige Gutenberg-Schule, die im ablaufenden und wohl auch im neuen Schuljahr etwa 260 Schüler besuchen, ist auf Sprachförderung spezialisiert. Jede Klasse, von der 5 bis zur 10, hat nicht mehr als 14 Schüler. „So können wir die Förderung jedes einzelnen Kindes sicherstellen”, sagt Röber. Was er auch sagt: Der Bedarf habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, „Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen, die stottern, Autisten und Mutisten werden bei uns betreut.”

Röber, der Leiter, legt Wert darauf, dass seine Schule als „Durchgangsstation” wahrgenommen wird. Er sagt: „Jedes Jahr prüfen wir bei jedem Einzelnen, ob er oder sie zurück in eine normale Regelschule versetzt werden kann.” In der Vergangenheit seien etwa 15 bis 20 Prozent der Schüler bis Klasse 7 nach einem oder mehreren Jahren wieder auf eine Haupt- oder Realschule gewechselt, aktuell liege der Schnitt niedriger.

Gebundener Ganztag

Stichwort aktuell: Noch bietet die Gutenberg-Schule, die als Ganztagsschule konzipiert ist, etwa 50 Schülern eine offene Nachmittagsbetreuung an. Röber: „Einige Schüler hatten Probleme mit den Hausaufgaben. Deshalb gibt es in Kooperation mit dem SkF mehrere Kollegen, die Hausaufgabenbetreuung übernehmen.” Noch ist es ein offenes Angebot, ab dem 1. August, wenn das Schuljahr 2012/13 beginnt, wird in den fünften Klassen gebundener Ganztag angeboten. „Mit jedem weiteren Schuljahr wird eine Klasse dazukommen”, sagt der Leiter über die anstehenden organisatorischen Veränderungen.

Und die haben es ohnehin in sich: Als dreigliedrige Schule, Ganztagsunterricht, Förderschwerpunkte und Unterricht nach Regelschulvorgaben, sind die Kapazitäten am Rhein-Nassau-Weg auch nicht unbegrenzt. „Uns fehlen etwa drei bis vier Lehrerstellen, um wirklich optimale Voraussetzungen zu haben”, sagt Röber, wohl wissend, dass der Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Träger auch nicht unbegrenzt Geld zur Verfügung hat.

Und dann ist da noch die ewig junge Forderung nach (mehr) Inklusion, die der Schulamtsdirektor der Städteregion, Norbert Greuel, bei der Einweihung der Gutenberg-Schule Ende 2011 betont hatte. „Man muss sehen, wie es sich entwickelt”, sagt Röber. „Ich warne aber davor, zu viel zu schnell zu wollen, nur um eine bestimmte Quote durchzudrücken. Das hilft nicht dem Schüler, dem Lehrer und auch nicht der Klasse.”

Pünktlich zum 25-jährigen Schuljubiläum (siehe Info-Box) ist es Zeit, die Veränderungen kurz sacken zu lassen. „Wenn der ein oder andere Gymnasiallehrer unsere Einrichtung sieht, dann wäre er vermutlich neidisch”, sagt Wolfgang Röber ein bisschen stolz. Man könnte es auch so sagen: Ja, die Gutenberger sind in ihrem neuen Zuhause am Rhein-Nassau-Weg angekommen.

Am Freitag feiert die Gutenberg-Schule ihr 25-jähriges Bestehen. Beginn ist um 13 Uhr.

Unter dem Motto „25 Jahre Gutenberg - jetzt machen wir ein Feuerwerk” feiert die Gutenberg-Schule am Samstag, 16. Juni, von 11 bis 18 Uhr in den neuen Räumlichkeiten am Rhein-Nassau-Weg ihr traditionelles Schulfest. Zusätzlich werden Einblicke in unterrichtliches Handeln und vielfältige Aktivitätsmöglichkeiten auf dem Schulgelände geboten. Schirmherr des Schulfestes ist NRW-Minister Harry Voigtsberger.

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