Schulpläne für Stolberg ernten breite Zustimmung

Von: Sarah Sillius und Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
Steht beispiel- und symbolhaft
Steht beispiel- und symbolhaft für die Veränderung der Schullandschaft: die neue Mensa des Goethe-Gymnasiums, die nach dem Willen der Stadt auch von Gesamtschülern genutzt werden soll. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Am Montagabend sind die Vorschläge noch einmal in den Fraktionen beraten worden. Großen Diskussionsbedarf gab es dabei aber offenbar nicht, denn eine Umfrage unserer Zeitung hat am Dienstag gezeigt, dass die Stadt für ihre Pläne zur Änderung der Stolberger Schullandschaft breite Zustimmung erntet - bei den politischen Parteien, aber auch im Kreise der Schulleiter.

So scheint der Einrichtung einer Gesamtschule in der bisherigen Realschule 1 sowie der Umwandlung der Hauptschule Kogelshäuserstraße in eine Verbundschule, jeweils zum Schuljahr 2012/13, zumindest auf kommunaler Ebene nichts mehr im Wege zu stehen.

„Ich finde diese Entscheidung hoch erfreulich für die Stadt und auch für den Schulstandort Kogelshäuserstraße”, lobt der dortige Schulleiter Jörg Klein die Zielsetzung der Verwaltung. Dabei macht er keinen Hehl daraus, wie die Zukunft für seine Einrichtung als reine Hauptschule neben einer Gesamtschule aussehen würde. „Dann hätten wir bereits ab dem nächsten Jahr massive Probleme.”

Klein spricht von einer „Win-Win-Situation” und kommt damit der Einschätzung von Patrick Haas nahe. Der schulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion sieht „eine hervorragende Komplettlösung” und Stolberg „für die Zukunft optimal aufgestellt”. Jeder Schüler könne zukünftig jeden gewünschten Abschluss machen - „und das ortsnah”, wie Haas betont. Auch Mario Wissel, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, votiert für die Pläne der Verwaltung. „Wir sind ganz klar für die Gesamtschule und können uns auch mit dem Standort anfreunden.” Positives Feedback gebe es aus den Reihen der Grünen auch für die Verbundschule: „Das ist für uns die vernünftigste Lösung”, sagt Wissel.

Auch die CDU gibt grünes Licht, bestätigt Jochen Emonts, schulpolitischer Sprecher: „Wir sind mit den Plänen zufrieden. Es ist sinnvoll, dass gleichzeitig zur Gesamtschule die Verbundschule eingerichtet wird und so der Standort Kogelshäuserstraße erhalten bleibt. Dort wurde in den letzten Jahren viel Geld investiert.” Etwas skeptischer sieht Ferdinand

Küpper-Jacobs, Schulleiter der Realschule I, das Modell der Verbundschule. „Dieser Vorschlag kommt für mich überraschend, das habe ich so in den Unterlagen vom Schulentwicklungsplaner Wolf Krämer-Mandeau nicht wiedergefunden.” Er betont, dass bei allen Planungen der Schüler im Mittelpunkt stehen müsse. Dieses Ziel sieht er in einer Gesamtschule verwirklicht.

„Diese Entwicklungen sind zwar bedauerlich für die Schulform der Realschule, aber es entsteht auch etwas Neues. Wir müssen neue Wege aufzeigen, um die Schüler in den Mittelpunkt zu rücken, um sie individuell zu fördern.” Er betont, dass sich wegen der Pläne kein Schüler Sorgen machen müsse. „Alle Schüler können an der Realschule ihren Abschluss machen.”

Uneingeschränkt positiv fällt die Wertung von Hanneli Frauenrath aus. „Wir sind mit dem Vorhaben sehr zufrieden”, stellt die stellvertretende Leiterin der Realschule Mausbach fest. „Unser Schulstandort ist gesichert”, verkündet sie erfreut und leitet aus einem Fortbestehen der Realschule I in einer Verbundschule keine Konkurrenzsituation ab. „Wenn wir in Zukunft die einzige Realschle in Stolberg wären, hätten wir Probleme mit unseren Raumkapazitäten.”

Und dann würde die Erweiterung des Gebäudes notwendig - eine Vorstellung, mit der vor allem die FDP erhebliche Probleme hätte. Mit dem jetzt vorgelegten Plan hingegen können die Freien Demokraten nach Aussage ihres Fraktionsvorsitzenden gut leben. „Damit wird gewährleistet, dass die Realschule nicht im Boden versinkt und kein massenhafter Transport in die Außenbezirke stattfinden muss”, so Bernd Engelhardt.

Eine endgültige Zustimmung seiner Fraktion macht er allerdings noch vom Resultat der Verhandlungen mit der Kommunalaufsicht über das Investitionsvolumen für die alte Gutenberg-Schule abhängig. „Ich gehe aber davon aus, dass dabei eine Lösung herauskommt, die wir finanziell auch stemmen können.”

Am 17. Mai sollen zunächst der Schulausschuss und danach Hauptausschuss und Rat die Pläne verabschieden. Im Anschluss könnte die Stadt bei der Bezirksregierung in Köln die Anträge stellen und für beide Schulen die erforderlichen Raumkonzepte in Auftrag geben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert