Schulhofs Hermannstraße: Koalition zieht sich viel Zorn zu

Von: Kolja Linden
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Stolberg. Richtig angefressen war am Mittwoch Renate Krickel im Schulausschuss. Die Leiterin der Grundschule Hermannstraße zeigte sich bitter enttäuscht über den Beschluss der Mehrheit aus SPD, Grünen und FDP, die geplante Umgestaltung des Schulhofs nun doch nicht anzugehen und quasi auf den St. Nimmerleinstag zu verschieben.

Ihre Gefühle nach dem äußerst knappen Ergebnis von 8:7 Stimmen im Ausschuss (CDU und Linke hatten gegen die Abspeckung gestimmt), drückte sie in einem knappen Satz aus: „Ich fühle mich verarscht.” Zuvor hatten die Sozialdemokraten dargelegt, dass eine Finanzierung der Umgestaltung, Erweiterung und Ausstattung mit Spielgeräten im Jahr 2010 nicht möglich sei und verschoben werden müsse, bis es wieder finanzielle Möglichkeiten gebe.

Dagegen hatten CDU und Linke dafür plädiert, den ursprünglichen Verwaltungsvorschlag umzusetzen, der eine aus Sicht der Schule dringend benötigte Vergrößerung und Sanierung des Außengeländes vorsah, da durch den Erweiterungsbau der Schule Außenspiel- und Aufenthaltsflächen weggefallen seien.

„Es ergeben sich hier keine Möglichkeiten für die Kinder, sich vernünftig zu bewegen”, begründete Jochen Emonds für die CDU und Mathias Prußeit (Linke) warf ein, dass Schulen Verbesserungen erfahren müssten, wenn diese offenkundig dringend notwendig seien.

„Warum hat man uns überhaupt planen lassen?”, fragt nun Renate Krickel. „Wir machen den Kindern und Eltern den Mund wässrig, und dann wird das, was wir mit der Verwaltung mühevoll überlegt haben, von der Politik einfach weggebügelt.” Vor allem das Vorgehen, die Entscheidung mit der Schule gar nicht zu besprechen, erbost die Leiterin: „Ich bin völlig entsetzt über den Kommunikationsstil der Politiker, da bin ich anderes gewohnt.”

Hätte die Politik die Schule mit ins Boot genommen, so Krickel, dann hätte man Wege zu Einsparungen finden können, zum Beispiel durch Eigenleistungen oder Spenden. „Ich bin überzeugt davon, dass wir diese Wege auch immer noch finden können, wenn sich Stolbergs Politik nicht mit Jammern dranhält und endlich anpackt.” Gemeint sind vor allem die Mitglieder der Ampelkoalition, die sich, so die Schulleiterin, überhaupt nicht für die Pläne der Schule interessiert hätten. „Es ist erschreckend, wie wenig Interesse man diesem Stadtteil entgegen bringt”, klagt Krickel. „Das haben diese Kinder nicht verdient.

Erledigt werden auf dem Außengelände nun lediglich die Maßnahmen, die der Herstellung der Verkehrssicherheit dienen. Die im Antrag geäußerte Hoffnung der Koalition, die Umgestaltung möglicherweise durch Mittel des Projekts „Soziale Stadt” doch noch umzusetzen, kann Krickel nicht teilen, zumal solche Mittel in der Regel nicht für Hoch- oder Tiefbauarbeiten zur Verfügung gestellt werden. Und so wird der Schulhof wohl den Charakter behalten, den er laut Renate Krickel jetzt hat: den eines Kasernenhofs.
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