Schulgebäude in der Verjüngungskur

Von: Sarah Sillius
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Blick vom Foyer der Grundschul
Blick vom Foyer der Grundschule Prämienstraße auf die neue Glasfront der zweiten Etage: Architekt Thomas Zöfelt, Jacqueline Oprée vom Hochbauamt und Hausmeister Swen Heinrichs (v.l.) werfen einen Blick auf die letzten Schritte der Sanierung im Innenbereich. Foto: S. Sillius

Stolberg. Es brennt. Schüler und Lehrer fliehen auf das Flachdach und warten auf die Einsatzkräfte der Feuerwehr. Eine Szenerie, die heute undenkbar ist. In den 70er Jahren hätte sie sich im Fall eines Brandes in der Grundschule Prämienstraße so abspielen können.

Ein Feuer ist zwar in der Schule in Münsterbusch zum Glück noch nie ausgebrochen, doch die Brandschutzmaßnahmen werden nun trotzdem auf den aktuellen Stand gebracht. Ein zweiter Fluchtweg musste längst her, ebenso wie die Abtrennung der Etagen.

Während die Sommerferien für die Schüler Freizeit, Abstand vom Lernen und von der Schule bedeuten, herrscht in dem Schulgebäude alles andere als Ruhe. Während die Schüler ihre Ferien genießen, wird in der Grundschule Prämienstraße fleißig gearbeitet.

Hauptausschuss und Rat hatten im vergangenen Januar weiteren Zuschüssen für die Schulsanierung zugestimmt. 192 000 Euro wurden für das Haushaltsjahr 2011 veranschlagt.

Beginn im letzten Sommer

Oman Vondenhoff baut die Brand- und Rauchschutztüren ein, sein Elektriker-Kollege verlegt Kabel. Der größte Teil der Sanierungsmaßnahmen ist bereits abgeschlossen. Zur Freude von Hausmeister Swen Heinrichs. „Nächste Woche kann ich endlich Urlaub machen”, sagt er, während er die letzten Schritte auf der Baustelle im Innenbereich verfolgt. Schon im letzten Sommer wurde mit den Vorarbeiten für die Sanierung begonnen, die vor allem brandschutztechnischer Art ist. 200 000 Euro waren 2010 verausgabt worden. Die Gestaltung der Fluchtwege wurde vorbereitet, Betonwände geschnitten, Löcher gebohrt, vorhandene Schäden beseitigt. Der Eingangsbereich und die Turnhalle haben nun dreifachverglaste Fenster. Das undichte Flachdach über der Gerätekammer der Turnhalle hat eine Wärmedämmung erhalten.

Allesamt Arbeiten, die während der Schulzeit aus lärm- und gefahrentechnischen Gründen nicht möglich wären. Die Umgestaltung erstreckt sich nun über drei Etagen. „Aus jedem Geschoss wird eine geschlossene Einheit”, erklärt der zuständige Architekt Thomas Zöfelt. Wenn es also in einem der Geschosse brennen sollte, sind nicht gleich alle Etagen betroffen.

Zwei dreifachverglaste Fensterfronten trennen Erdgeschoss, zweite und dritte Etage sicher voneinander ab. Rauch- und Abzugsanlagen öffnen sich im Falle eines Brandes automatisch und sorgen dafür, dass der Rauch direkt entweichen kann. Ein positiver Nebeneffekt: Durch die Glasabtrennungen sind die einzelnen Etagen ruhiger. Der Lärm aus dem Foyer drängt nicht mehr direkt in die obere Etage.

Auch eine dreiteilige Fluchttreppenanlage wird errichtet, zu der eine kleine, eine mittlere und eine große Treppe sowie eine Brücke auf das Flachdach gehören. „Die Kosten für die Anlagen betragen rund 48 000 Euro”, schätzt Zöfelt, der die Brücke und die Treppe vom Obergeschoss als „große Baumaßnahme” bezeichnet. Die Investition soll sich auszahlen: Durch die drei Fluchtwege wird die Sicherheit der Schüler erheblich erhöht.

Feuer- und Brandschutztüren

Ganz im Zeichen des Brandschutzes stehen neben der Renovierung im Anbau, in den alten Physikräumen und der Mensa auch die derzeitigen Arbeiten an der Kogelshäuserschule. Feuer- und Rauchschutztüren werden eingebaut und zusätzliche Fluchtwege geschaffen. „Früher gab es in vielen nur ein Treppenhaus - und einen Fluchtweg”, sagt Hochbauamtsleiter Ulrich Coopmann, während er im neu ausgebauten Flur am Anbau der künftigen Verbundschule steht. Vor dem Gebäudeteil D wird das Fundament für die neue Treppenanlage gesetzt. „Von jedem Geschoss wird es einen Zugang zu der Treppe geben”, erklärt Architekt Hans-Jürgen Faust, der für die Arbeiten an der Kogelshäuserschule verantwortlich ist.

Rund 2,3 Millionen Euro wurden für den Neubau, die Brandschutzmaßnahmen und die Außenanlagen an der Schule eingeplant. „Bislang liegen wir im Kostenrahmen”, sagt Jacqueline Oprée. Beim Anblick der jetzigen Großbaustelle kaum vorstellbar: Zum Ende der Sommerferien sollen die Arbeiten auch an der Kogelshäuserschule größtenteils abgeschlossen sein. Nur im Außenbereich werden dann noch ein paar Feinheiten ergänzt - das aber wird die Schüler zum Schulbeginn nicht mehr stören. Dann sind die Gebäude wieder ganz unter ihrer Kontrolle.
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