Schulausschuss sieht in einer Fusion die einzige Chance

Von: Michael Grobusch
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Zukunft offen: Ob der Schulstandort an der Talstraße erhalten bleiben kann, ist derzeit noch offen. Foto: M. Grobusch
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Georg Hermanns plädiert aus pädagogischen Gründen dafür, sich für einen Standort zu entscheiden. Foto: Grobusch

Stolberg. Im Schulausschuss herrschte Einigkeit: Die einzige Chance, die Förderschule Talstraße zumindest als Teilstandort zu erhalten, besteht in einer Fusion mit der Willi-Fährmann-Schule in Eschweiler. Am Ende einer intensiven Diskussion war das die Erkenntnis bei allen Ausschuss-Mitgliedern.

Auch wenn sie am liebsten, das machten die vielen Wortmeldungen deutlich, allesamt dafür sorgen wollen, dass die Schule eigenständig und der aktuelle Zustand auch für die nächsten Jahre erhalten bleibt.

Dies aber, darauf wies Willi Seyffarth eindringlich hin, sei angesichts des 9. Schulrechtsänderungsgesetzes illusorisch. Denn die ab dem 1. August 2015 geltende Mindestschülerzahl von 144 für Verbundschulen (das heißt Schulen mit mehreren Förderschwerpunkten) erreicht Stolberg schon seit geraumer Zeit nicht mehr. Das räumte auch Georg Hermanns ein: „Wir haben gerade den 119. Schüler bei uns aufgenommen. Insgesamt ist davon auszugehen, dass wir auch in den kommenden Jahren mehr Schüler abgeben als aufnehmen werden“, so der Schulleiter.

Gleichwohl plädierte Hermanns wie schon in seiner vorherigen Stellungnahme an die Verwaltung dafür, den Betrieb bei einem Zusammenschluss mit der Willi-Fährmann-Schule auf einen Standort zu beschränken. „Ich kann den Lösungsvorschlag der Stadt mit zwei Teilstandorten sehr gut nachvollziehen, denn er zielt darauf ab, die Förderung vor Ort zu erhalten.“

Die fachlich-pädagogischen Argumente aber sprächen dagegen. Der Leiter verwies auf die unterschiedlichen Bildungsgänge, die es an seiner Schule gebe, und den „riesigen Aufwand, der damit verbunden ist und den wir nur leisten können, wenn wir die personellen und fachlichen Voraussetzungen haben“. Hermanns äußerte die Befürchtung, „dass wir diese Fachlichkeit bei zwei Standorten nicht mehr aufrechterhalten werden können“.

Immer mehr Schwerstbehinderte

Noch ein weiterer Aspekt bereitet Georg Hermanns Sorge: „In den letzten Jahren haben wir immer mehr Schüler mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung aufgenommen. Sie machen mittlerweile mehr als die Hälfte der Schülerschaft aus, und die Hälfte von ihnen wiederum gilt als schwerstbehindert.“ Um den daraus resultierenden Herausforderungen und Ansprüchen gerecht werden zu können, bedürfe es eines umfassenden und sicheren Konzeptes, vor allem im Bereich der Krisen- und Konfliktintervention. Auch dieses sieht Hermanns im Falle einer fusionierten Schule mit zwei Standorten gefährdet.

Die Ausschuss-Mitglieder bekundeten viel Verständnis für die Bedenken des Schulleiters, schlossen sich am Ende aber dennoch dem Vorschlag der Verwaltung an. „Wir müssen alles versuchen, um einen Förderschulstandort in Stolberg zu erhalten“, erklärte Willi Seyffarth, der nach eigener Aussage keine Alternative zur Zusammenarbeit mit der Stadt Eschweiler sieht. „Wenn wir diese Gelegenheit nicht nutzen, werden wir wahrscheinlich im nächsten Herbst in einer Sondersitzung beschließen müssen, dass die Förderschule Stolberg keine Schüler mehr aufnehmen darf und auslaufen muss.“

Seyffarth äußerte die Hoffnung, dass die Eltern mit ihrem Wahlverhalten einen wichtigen Beitrag zum dauerhaften Fortbestand des Förderortes an der Tal-straße betragen werden. Denn auch das wurde im Schulausschuss deutlich: Selbst das Erreichen der für einen Teilstandort vorgeschriebenen Mindestzahl von 72 Schülern ist auf längere Sicht alles andere als gesichert.

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