Schuhgeschäft stellt Verkauf ein

Von: Jürgen Lange
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Boris Back wird sein Salamander-Schugeschäft in der Stolberger Innenstadt schließen. Foto: J. Lange

Stolberg. „Wenn‘s nur immer so voll gewesen wäre wie jetzt“, sagt Boris Back. Dann würde der Geschäftsführer des Schuhgeschäftes Salamander seine Filiale an der Stolberger Rathausstraße nicht schließen müssen. Mit deutlichen Preisnachlässen ist der Ausverkauf angelaufen. „Wo sind all die Kunden in den vergangenen Jahren gewesen?“, fragt sich Back.

Jedenfalls habe die Frequenz in dem Fachgeschäft in der Innenstadt über die letzten Jahre hinweg so sehr nachgelassen, dass sich der Betrieb nicht mehr lohne. „Wir mussten die Konsequenzen ziehen“. Anfang nächsten Jahres schließt Salamander nach 40 Jahren in Stolberg seine Pforten.

Während der ersten 20 Jahre ist das Geschäft sehr gut gelaufen, erinnert Boris Back an eine noch florierende Innenstadt. Dann begann mit einem immer mehr um sich greifenden Leerstand die Attraktivität der Einkaufsstadt zu sinken. Je mehr Geschäfte leer stehen, um so mehr sinkt das Einkaufsinteresse und um so mehr leiden noch verbliebene Läden. Eine Entwicklung, die nicht nur in Stolberg zu beobachten sei, aber hier besonders zutreffe.

„Es stehen mehr als 50 Prozent der Läden leer und die Kundschaft bleibt einfach aus“, konstatiert der Kaufmann. „Wir haben bereits seit langer Zeit eine negative Entwicklung und überlegt, was getan werden kann.“ Bislang haben die Filialen in Alsdorf, Kohlscheid, Merkstein, Troisdorf und Frechen den Stolberger Abwärtstrend auffangen können. Nun sei es Zeit, die Reißleine zu ziehen.

In letzter Zeit hätten die Baustellen in der Innenstadt die Entwicklung verschärft. Insbesondere für ältere Menschen würden sie zu einem abschreckenden Hindernis: „Sie kommen dann gar nicht einkaufen oder gehen dorthin, wo Geschäfte besser erreichbar sind“, sagt Back. Und dann sei es schwierig, die treuen Kunden wieder zurückzugewinnen.

Die Hoffnung, dass nach der Umgestaltung Stolberg wieder aufleben kann, „habe ich für diese Stadt, aber für uns kommt die Perspektive zu spät.“ Zudem dürfe man nicht davon ausgehen, dass mit der Einweihung einer neu gestalteten Innenstadt sofort wieder Kundschaft scharenweise präsent sei. „Sie zu gewinnen, ist ein langer Prozess.“

Die Lage seines Geschäftes in Stolberg ist vom Grundsatz her nicht schlecht, mit dem Mühlener Bahnhof um die Ecke und Parkplätzen mit Brötchentaste für 15-minütiges kostenfreies Parken vor der Türe. Aber das reiche für kleine Städte nicht mehr, um sich erfolgreich gegen die Konkurrenz von Nachbargemeinden, Einkaufzentren und Großstädten zu positionieren.

Back führt ein Beispiel aus Frechen an. Neben reichhaltigem Parkraum stehe direkt an der Fußgängerzone ein achtstöckiges Parkhaus. In den unteren drei Etagen kann zwei Stunden lang gebührenfrei geparkt werden, die oberen fünf Etagen sind komplett kostenfrei. „Das ist ein klarer Standortvorteil zur Konkurrenz von Köln“.

Die wohl größte und weiter wachsende Konkurrenz für den Einzelhandel stelle aber das Internet mit rasanten Zuwachsraten dar und damit ein stark verändertes Kaufverhalten dar. „Früher konnte man von einem Geschäft existieren“, bilanziert Boris Back. Heute brauche man mehrere Geschäfte, um über die Runden zu kommen. Ein Trend, dem auch andere Kaufleute in der Kupferstadt folgen. Seinen fünf Mitarbeitern in Stolberg hat der Geschäftsmann angeboten, in den weiteren fünf Filialen zu arbeiten, wenn Anfang nächsten Jahres das Schuhhaus Back an der Rathausstraße Geschichte sein wird.

Eine völlig konträre Nachricht kommt dagegen aus dem Steinweg. Dort eröffnet heute Laura Krüger das neue Bekleidungsgeschäft „zwo punkt null“. Die 27-Jährige ist in Stolberg groß geworden und hat ein Ziel: „,zwo Punkt null‘ soll insbesondere jungen Stolbergern wieder die Möglichkeit geben, moderne Kleidung von namhaften Herstellern zu kaufen“, sagt die gelernte Industriekauffrau.

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