Stolberg-Breinig - Schützenkirmes mit Böllern, Königsabend und Festumzug

Schützenkirmes mit Böllern, Königsabend und Festumzug

Von: Dirk Müller
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Ein beeindruckendes Schauspiel: Erstmals war die neu gegründete Böllerschützenabteilung der St.-Sebastianus-Bruderschaft Breinig in Aktion zu bestaunen. Foto: D. Müller
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Die professionelle Coverband „Wallstreet“ begeisterte bei der 19. Oldie-Night die zahlreichen Gäste im prall gefüllten Festzelt ebenso wie der stimmgewaltige Sänger Jupp Ebert und das Trio „Lagerfeuer“. Foto: D. Müller
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Der Breiniger Schützenkönig Daniel Freialdenhoven (Mitte) mit Brudermeister Günther Lehnert (links) und Präses Pfarrer Ulrich Lühring. Foto: D. Müller

Stolberg-Breinig. Als die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Breinig vor fast zwei Jahrzehnten die Oldie-Night ins Leben rief, hat der Verein damit eine neue Tradition begründet, und seit Sonntag ist die Kupferstadt um eine weitere Tradition reicher.

Denn im Rahmen der Schützenkirmes war die neue Böllerschützenabteilung der Breiniger Bruderschaft erstmals in Aktion zu bestaunen. Begonnen hatte die Kirmes mit der 19. Auflage der Oldie-Night, die inzwischen zur größten Veranstaltung ihrer Art in der Region avanciert ist. Das Festzelt an der Stefanstraße war prall gefüllt, und die Oldie-Night in Breinig wurde ihrem Anspruch einmal mehr gerecht.

Sound und Beleuchtung waren hoch professionell, und vor allem die Livemusik ließ keine Wünsche offen. Mit enormem Können und einem großartigen Repertoire begeisterte „Wallstreet“ das Publikum. Die Formation wird als eine der besten Coverbands Europas gehandelt und blieb den Beweis dafür wahrlich nicht schuldig, sondern unterhielt die Gäste der Oldie-Night glänzend und auf hohem Niveau mit Pop- und Rock-Hits aus mehreren Jahrzehnten. Kultstatus genießt das Aachener Spaßtrio „Lagerfeuer“, das erneut die Fans in Breinig mit handgemachter Musik erfreute, und Jupp Ebert brillierte mit starker Bühnenpräsenz und noch stärkerer Stimme.

Hat diese Oldie-Night auch zum wiederholten Male die Messlatte hoch gelegt, so verspricht Chef-Organisator Rolf Engels, dass die 20. Auflage es noch mehr in sich haben werde: „Beim runden Geburtstag der Oldie-Night werden wir sicherlich die ein oder andere Überraschung auf Lager haben, und die bisherigen Veranstaltungen noch einmal toppen.“ Am zweiten Tag der Breiniger Schützenkirmes folgte auf die Heilige Messe in der Pfarrkirche St. Barbara der Königsabend zu Ehren des neuen Schützenkönigs Daniel Freialdenhoven, bei dem sich auch Jugendprinz Tim Schnelle und Bürgerkönigin Liane Whynaught köstlich amüsierten.

Witzige Playback-Party

Im Festzelt fand eine Playback-Party mit zahlreichen Höhepunkten statt. Mehr als 20 Auftritte von Aktiven aus dem Umfeld der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft wurden mit viel Applaus belohnt. Unter anderem brachten die Breiniger Musik-Größen wie die „Blues Brother“, Helene Fischer, „ZZ Top“ oder Vicky Leandros schwung- und humorvoll auf die Bühne.

Der Kirmessonntag begann am Vormittag mit dem Königsfrühschoppen – und der Premiere einer neuen Tradition: In Lederhosen und karierten Hemden war die Böllerschützenabteilung der Bruderschaft angetreten, um mit ihren Handböllern laute Salven abzufeuern. Unterstützt wurden die Breiniger dabei von einigen befreundeten Truderinger Böllerschützen, so dass insgesamt 18 Aktive das Brauchtum ausführten, das weit bis in das 15. Jahrhundert zurückgeht. Die fast fünf Kilogramm schweren Handböller erinnern an überdimensionierte historische Pistolen, feuern aber keine Geschosse ab, sondern erzeugen mittels Schwarzpulver lauten Knall.

Das Böllern sollte einst böse Geister abwehren, die Natur erwecken und das Wetter positiv beeinflussen. „Heute drückt es Lebensfreude aus und betont den Stellenwert von Feierlichkeiten“, erklärte Günther Lehnert, 1. Brudermeister der Breiniger Schützenbruderschaft. Dementsprechend solle die neue Tradition auch nicht „inflationär“ zum Einsatz kommen.

„Wir böllern bei der Kirmes und wenn es gewünscht wird noch bei einem kirchlichen Hochfest, also zwei vielleicht drei Mal im Jahr.“ Und zwar unter Bedingungen wie bei der Schützenkirmes, betont Lehnert: „Die Anwohner werden selbstverständlich im Vorfeld informiert und können auch ausschlafen, da wir nicht zu früh böllern. Der Bereich, in dem die Böllerschützen das Brauchtum ausüben ist großzügig abgesperrt, und Sicherheit wird großgeschrieben.“

Um dies zu gewährleisten, hatten die Breiniger Böllerschützen der St.-Sebastianus-Bruderschaft zuerst noch einmal „die Schulbank gedrückt“ und dann in Theorie und Praxis eine amtliche Prüfung abgelegt – quasi die Lizenz zum Böllern. Beim Königsfrühschoppen mit Stolberger Premiere des historischen Böllerns beeindruckte das Brauchtum mit Knalleffekt die vielen Gäste lautstark, mit Pulverdampf und der würdigen Zeremonie, für die sich Thomas Weiss verantwortlich zeichnete. Der Abteilungsleiter der Breiniger Böllerschützen verfügt über reichlich Erfahrung, denn Weiss war 20 Jahre lang bei den Truderinger Böllerschützen aktiv, 10 Jahre davon als 1. Brudermeister.

Nachdem die gewaltigen Böller-Salven verhallt und der Pulverdampf verflogen waren, ging die Schützenkirmes mit einer Cafeteria weiter, und mit dem Festumzug durch Breinig stand ein weiterer traditioneller Höhepunkt an, bevor im großen Festzelt die Kirmes unterhaltsam ausklang.

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