Schüler-Theater-Festival: Mobbing, Märchen, Fantasy und mehr

Von: Dirk Müller
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Mit bunten und originellen Kostümen geben die Kinder und Jugendlichen einen Vorgeschmack auf das 26. Schüler-Theater-Festival im Juni. Foto: D. Müller

Stolberg. Modern bis klassisch, märchenhaft, spannend und durchaus auch kritisch präsentiert sich das 26. Schüler-Theater-Festival der Kupferstadt. Nachdem ausgerechnet bei der 25. Auflage im vergangenen Jahr nur drei Stücke zur Aufführung kamen, wird es im Juni vier unterschiedliche Inszenierungen geben. „Es geht wieder aufwärts wie so vieles in dieser Stadt“, meint Robert Voigtsberger.

Als 1. Beigeordneter ist er Schul- und Kulturdezernent der Stadt und betont den Stellenwert der Veranstaltungsreihe: „Das Schüler-Theater-Festival ist innerhalb des Stolberger Kulturprogramms so wichtig, weil es von dem Engagement der Schüler und Lehrer lebt.“

Dem pflichtet Jochen Emonds bei. „Es ist wirklich toll, dass die einzelnen Theaterstücke so unterschiedlich sind und damit eine große Bandbreite abdecken. Das zeigt sich schon an den bunten und originellen Kostümen bei der Programmvorstellung“, lobt der Vorsitzende des Kultur- und des Schulausschusses. Der Aufwärtstrend bei dem Theater-Festival erfreut nicht zuletzt Kulturmanager Max Krieger: „Es werden insgesamt knapp 50 Schüler auf den Bühnen zu sehen sein. Und die Stücke sprechen mehrere Altersgruppen an.“ Was auch darin begründet liege, dass mit zwei Gruppen der Realschule Mausbach nun auch wieder eine weiterführende Schule vertreten ist.

Eine davon, die Theater AG der 10. Klassen der Realschule Mausbach, eröffnet das 26. Schüler-Theater-Festival – mit einem kleinen Handicap, denn der ursprünglich geplante und auf den Flyern abgedruckte Termin musste in letzter Minute verschoben werden, da ein Hauptdarsteller erkrankte. Jetzt heißt es am 8. Juni (siehe Infokasten) „Kevin allein in der Schule“. Schauspielerische Improvisationen und auch eigene Erfahrungen haben die Schüler zugrunde gelegt, um unter der Leitung von Sabine Schiffner das moderne Theaterstück über Mobbing in der Schule selbst zu schreiben und zu inszenieren.

Kevin sieht anders aus als seine Mitschüler und hält sich in den Pausen immer in der Nähe von Lehrern auf. Seit langem leidet er unter dem Teufelskreis aus Demütigung und Gewalt, aus dem er nicht mehr herauskommt. Als aber einer seiner Peiniger am eigenen Leibe erfährt, wie Mobbing wirkt, ändert er sein Verhalten… Die Zehntklässler wollten „Kevin allein in der Schule“ eigentlich bei ihrer Verabschiedungsfeier aufführen, entschieden sich aber dafür, es auch im Rahmen des Theater-Festivals und insbesondere den Schülern der 5. und 6. Klassen zu zeigen.

In einen Zauberwald entführen die Kinder der Theater AG der Hermannschule. In diesem Wald leben Menschen und Tiere seit Hunderten von Jahren in Harmonie. Täglich ertönt eine wundersame Zaubermelodie, die Wärme und Wohlbefinden verbreitet und von einem Wesen auf einer goldenen Flöte gespielt wird. Doch eines Tages wird der Frieden in dem Zauberwald empfindlich gestört, als Kobolde die Flöte stehlen und an die böse Eishexe verkaufen. Können der Zauberer Merlin und sein Lehrling Moldin gemeinsam mit den Elfen die Eishexe überlisten und damit den Zauberwald retten?

Klassiker „entstaubt“

Die Antwort erfahren die Zuschauer, wenn zehn Kinder der Theater AG der Hermannschule unter der Leitung von Inge Nazzari „Die Zaubermelodie“ nach einem Stück des Kupferstädter Traumtheaters auf die Bühne bringen. Theater, Musik, Akrobatik und Tanz vereinen Kinder der Grundschule Breinig in ihrem Theaterstück, das die Literatur AG im Rahmen von „Kultur und Schule“ mit Ingrid Peinhardt-Franke erarbeitet hat. 14 Kinder der 3. und 4. Schuljahre präsentieren das Stück „Neulich in Breinig“. Dort sind vier Menschen jeweils zu zweit unterwegs. In einer alten Kapelle beobachten sie eine seltsame Nonne, finden eine rätselhafte Landkarte und werden von tanzenden Monstern bedroht.

Auf der Flucht vor den Monstern geraten die vier in allerlei merkwürdige Situationen, lernen das Labor zweier verrückter Wissenschaftler kennen, platzen in die Proben einer Schauspielklasse und einer Tanz-Compagnie. „Neulich in Breinig“ passt in die Reihe von Fantasy-Geschichten, die bereits in Breiniger Literaturprojekten entstanden sind, und verspricht eine Menge Unterhaltung. Ebenso wie das Stück der Theater AG der 9. Klassen der Realschule Mausbach, das ein „entstaubter“ Klassiker ist. Denn die Schüler nehmen sich unter der Leitung von Sabine Schiffner William Shakespeares „Romeo und Julia“ an, inszenieren das Stück allerdings in einer modernisierten neuen Fassung.

Interdisziplinär

In der von den Schülern selbst überarbeiteten Version wird das Drama nach Mausbach und Stolberg verlegt, und das Stück, in dem gekämpft, geliebt, geweint, getanzt und geschrien wird, präsentiert die Theater AG der 9. Klassen mit Mausbacher Hilfe interdisziplinär: „Romeo und Julia“ wird von der Chor AG und der Band der Realschule unter der Leitung von Erwin Penalosa und Christoph Fahle live mit Musik untermalt.

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