Stolberg - Schüler sollten sich bei Ferienjobs an die strengen Regeln halten

Schüler sollten sich bei Ferienjobs an die strengen Regeln halten

Von: xeni
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Was darf es denn sein? In den Ferien hinter dem Tresen zu stehen, ist bei Schülern und Studenten beliebt. Die Gastronomie bietet regelmäßig Jobs für die unterrichtsfreie Zeit an. Foto: imago/blickwinkel

Stolberg. Die Sommerferien stehen vor der Tür. Für die Schüler ist Erholung angesagt, Wer sein Taschengeld aufbessern will, jobbt aber auch schon mal in den Ferien. Dafür gibt es strenge Regeln, an die sich Betriebe, die Schüler für die Ferien einstellen, halten müssen.

Kinder ab 13 Jahren dürfen mit Zustimmung ihrer Eltern leichte Tätigkeiten, wie etwa Zeitungen austragen oder Babysitten, ausführen. Sie dürfen an bis zu fünf Tagen die Woche, bis zu zwei Stunden pro Tag arbeiten.

Da die Ferien zur Erholung da sind, dürfen Schüler ab 15, sofern ihre Vollzeitschulpflicht noch nicht abgeleistet ist, nur 20 Tage im Jahr einen Ferienjob machen. Die Jugendlichen dürfen nur Arbeiten verrichten, die sie körperlich nicht überfordern und keine Gefahr für ihre Gesundheit bergen. Dabei dürfen sie täglich nicht mehr als acht, wöchentlich nicht mehr als 40 Stunden arbeiten.

Fünf Tage die Woche dürfen Schüler jobben. An Sams-, Sonn- sowie Feiertagen ist es Schülern nur erlaubt in Betrieben zu arbeiten, für die Ausnahmeregelungen gelten. Dazu gehören zum Beispiel das Hotel- und Gaststättengewerbe, Heil- und Pflegeberufe und Familienhaushalte. Während der Nachtzeit (20 bis 6 Uhr) dürfen Schüler nicht arbeiten. Eine Ausnahme bilden Jugendliche über 16 Jahren in der Gastronomie. Dort dürfen sie bis 22 Uhr tätig zu sein.

Zu beachten sind die Pausenzeiten. Nach viereinhalb Stunden Arbeitszeit müssen die Jugendlichen eine Pause von mindestens 15 Minuten machen. Bei Arbeitszeiten von viereinhalb bis sechs Stunden ist die vorgeschriebene Pausenzeit mindestens 30 Minuten. Arbeiten die Schüler länger als sechs Stunden, muss eine 60-minütige Pause eingelegt werden. Unabhängig von Dauer der Beschäftigung oder Höhe der Bezahlung sind Ferienjobber sowohl während der Tätigkeit als auch auf dem Hin- sowie Rückweg zum Arbeitsplatz gesetzlich unfallversichert.

Doch neben dem monetären Verdienst bringt ein Ferienjob auch andere Vorteile. Beim Reinschnuppern in die Arbeitswelt können Jugendliche Erfahrungen sammeln, die später bei der Berufswahl helfen. Der Ferienjob hilft, herauszufinden, welche Tätigkeiten Spaß machen, „Soft Skills“ wie Pünktlickeit, Durchhaltevermögen, Teamgeist, werden geschult. Auch Kontakte zu möglichen künftigen Arbeitgebern können im Ferienjob geknüpft werden.

Bei der Suche nach einer Arbeit für die Ferien ist viel Eigeninitiative gefragt. „Eine gute Anlaufstelle sind Familie, Freunde und Bekannte“, weiß Klaus Jeske von der Bundesagentur für Arbeit in Aachen. Wer sich dort nach einem Ferienjob umhört, braucht oft nicht lange zu suchen. In Zeitungskleinanzeigen oder auf schwarzen Brettern sind manchmal Stellen ausgeschrieben. Außerdem lohnt es sich, bei Betrieben nachzufragen. Gute Anlaufstellen hierfür sind „Verkauf und Handel“, so Jeske. In Super- oder Drogeriemärkten können Schüler häufig Waren einsortieren, in Stolberg bietet etwa „Rossmann“ Schülerjobs an.

Auch bei Bäckereien, Cafés, Restaurants und Eisdielen sind oft Jobs für Schüler zu finden. Stellen bietet zum Beispiel „Zillmann“ an. Manchmal werden Zusteller für Zeitungen, Werbematerial oder Briefe gesucht. Für die „Post“ können Schüler tätig werden, sie müssen allerdings 18 Jahre alt sein. Etwas spezieller ist die Arbeit im Krankenhaus oder als Betreuer bei den Ferienspielen, zum Beispiel von der Stadt. Die Ferienspiele sind eher für Studenten geeignet, die später im sozialen Bereich arbeiten wollen, Schüler werden selten angenommen.

Grundsätzlich gilt, Ferienjobs sollten später im Lebenslauf erwähnt werden. Außerdem hat jeder Arbeitnehmer nach einer Tätigkeit von mindestens zwei Wochen das Recht auf ein Arbeitszeugnis. Einfacher als einen Ferienjob zu finden, ist es, ein unbezahltes Praktikum zu machen. Hier können auch Bereiche ausgewählt werden, in denen Schüler eigentlich nicht arbeiten, wohl aber in sie hinein schnuppern können. Vielleicht ergibt sich daraus die eine oder andere Nebentätigkeit für die nächsten Ferien.

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