Stolberg - Schüler fordern: Auf die Plätze, helfen, los!

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Schüler fordern: Auf die Plätze, helfen, los!

Von: Nicola Gottfroh
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Auf eine vergleichbar große M
Auf eine vergleichbar große Menge Weihnachtskisten wie 2010 hoffen die Tafelmitarbeiter auch in diesem Jahr. Foto: Heike Eisenmenger

Stolberg. Weihnachten ist nicht nur die Zeit der Besinnlichkeit, es ist auch die Zeit des Schlemmens. Denn was wäre das Fest ohne ein Festmahl, ohne Gans und Knödel, ein gutes Glas Rotwein, Fisch und Kartoffelsalat, oder feinen Nachtisch und köstliches Weihnachtsgebäck?

Bei den meisten Stolbergern werden die Festtafeln an den Weihnachtstagen wieder reich gedeckt sein. Aber eben nicht bei allen.

Denn bei manchen Familien mit geringem Einkommen, bei vielen Senioren mit winziger Rente oder Familien, die von Hartz-IV leben müssen, lässt der Geldbeutel auch zu den Feiertagen keine großen kulinarischen Sprünge zu. Damit aber auch bei diesen Familien am Heiligen Abend ein festliches Mahl auf dem Tisch steht und am Essenstisch auch echte Weihnachtsstimmung aufkommt, veranstaltet die Stolberger Tafel auch in diesem Jahr wieder die Weihnachtspaket-Aktion in Partnerschaft mit unserer Zeitung und dem WDR.

„Ziel dieser seit Jahren erfolgreichen Aktion ist es, den Menschen, die derzeit zumindest finanziell nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, mit einem liebevoll gepackten Weihnachtspäckchen das Fest ein wenig zu verschönern”, sagt Tafelmitarbeiter Valentin Schmitz. „Mit dem Inhalt der Kiste sollen Bedürftige in der Lage sein, ein Weihnachtsessen zu zaubern, wie es sich alle Menschen wünschen”, so Schmitz.

Eine frische Weihnachtsgans sollte natürlich nicht in der Weihnachtskiste liegen. Die wäre wohl schneller vergammelt als das Weihnachtsfest kommt. „Frischfleisch und verderbliche Lebensmittel sollten in den Paketen auf keinen Fall enthalten sein”, sagt Schmitz.

Trotzdem können engagierte Spender den Bedürftigen die Gans schenken - in Form eines Metzgereigutscheins. Ansonsten ist alles erlaubt, was gefällt. Knödel und Rotkohl, Plätzchen und Schokolade und Rotweincreme können beispielsweise eingepackt werden. „Auch die einfachen Lebensmittel wie Mehl, Salz, Zucker und Nudeln sollten nicht vergessen werden”, sagt Valentin Schmitz.

Natürlich können die Spender auch richtig kreativ werden und ihr Lieblingsweihnachtsrezept aufschreiben und zusammen mit genau den Lebensmitteln, die zur Zubereitung eines bestimmten Rezeptes benötigt werden, in das Päckchen packen. Und auch die Flasche Sekt oder Wein kann zum Feiertag verschenkt werden. Pakete speziell für muslimische Mitbürger sollten allerdings ohne Alkohol und auch ohne Schweinefleisch verpackt und entsprechend gekennzeichnet werden.

Gepackt werden können je nach eigenen Möglichkeiten Kisten für Alleinstehende oder Paare, für kleine oder große Familien.

„Wir hoffen, dass die Stolberger in diesem Jahr auch wieder so viele Päckchen packen wie in den vergangenen Jahren”, sagt Valentin Schmitz. Etwa 1000 Pakete werden benötigt, um allen Stolberger Bedürftigen auf diese Weise ein Weihnachtsgeschenk zu machen, schätzt er.

Dass diese 1000 Kisten auch zusammenkommen, dafür wollen die Schüler der Katholischen Grundschule Büsbach sorgen. „Die Kinder wollten die Tafel in diesem Jahr einmal mit einer künstlerischen Aktion unterstützen”, sagt Schulleiterin Irmgard Remmert. Die Kinder des vierten Schuljahres haben in den vergangenen Wochen im Kunstunterricht bunte Plakate mit treffenden Slogans wie „Auf die Plätze, helfen. los!” oder „Von Kindern gemacht, an Kinder gedacht” erstellt, die die Menschen in Stolberg und Büsbach zum Packen einer Weihnachtskiste animieren sollen. „Ich finde, wenn wir Schüler alle ein schönes Weihnachtsfest haben, dann sollen andere Kinder das auch haben. Arme Kinder und Menschen gibt es auch in Stolberg - nicht nur in Afrika”, erklärt die Viertklässlerin Clara Minderjahn das, was sie in den vergangenen Wochen gelernt hat.

Die selbstgemalten Plakate der Schüler werden nun in den Mitgliedsgeschäften des Büsbacher Aktionsrings ausgehängt. „So wird jeder beim Einkaufen daran erinnert, dass es Stolberger gibt, denen es nicht so gut geht wie ihnen selbst. Und sie werden daran erinnert, etwas für andere Menschen zu tun und ihnen eine Freude zu machen”, sagt Georg Braun, Vorsitzender des Büsbacher Aktionsrings.

Die schön verpackten, unverschlossenen Kisten können an der Sammelstelle in der Büsbacher Grundschule abgegeben werden oder am 14. Dezember zwischen 9 und 18 Uhr direkt zum Zinkhütter Hof gebracht werden. Die Ausgabe an die Kunden der Tafel erfolgt am Donnerstag, 15. Dezember, im Zinkhütter Hof. Damit der Ansturm auf die Pakete nicht zu groß ist, werden die Tafel-Kunden gebeten, zu festgelegten Zeiten die Pakete abzuholen.

Kunden mit einer grünen Kundenkarte der Tafel sollen zwischen 9.45 und 10 Uhr in den Zinkhütter Hof kommen, Kunden mit roter Kundenkarte holen zwischen 10 und 10.30 Uhr die Kisten ab. Von 11.30 bis 13 Uhr werden die Besitzer der gelben Karten gebeten, ihr Paket abzuholen, von 13 bis 14.30 Uhr sind die Besitzer der blauen Karten dran und von 14.30 bis 16 Uhr die Nichtkunden, die einen Nachweis ihrer Berechtigung vorlegen.
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