Schüler diskutieren mit Experten über Europa und die EU

Von: niju
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Freuen sich über eine gelungene Veranstaltung: Julia Hellebrand, Moderatorin der Veranstaltung, Prof. Dr. Eckart D. Stratenschulte (Mitte) und Philipp Pletsch, Politiklehrer am Goethe-Gymnasium (rechts). Foto: N. Junker

Stolberg. Die Themen Europa und die EU sind derzeit in aller Munde. Doch inwiefern beeinflusst uns die EU überhaupt im Alltag? Schüler des Goethe-Gymnasiums hatten nun die Möglichkeit, diese und weitere Fragen mit Prof. Dr. Eckart D. Stratenschulte, Leiter der europäischen Akademie Berlin, zu diskutieren.

„Wenn Sie Europa hören, fällt die Hälfte von Ihnen in den Tiefschlaf. Das wäre zumindest der Normalfall“, sagte Stratenschulte zu Beginn der Veranstaltung. Dass dieser Fall aber nicht eintreten sollte, lag vor allem an seiner sehr humorvollen Vortragsweise, mit der Stratenschulte das Interesse der Zehnt- und Elftklässler für Europa in Krisenzeiten gewinnen konnte. „Um Ihre Zukunftsvorstellungen realisieren zu können, werden Sie einiges tun müssen. Aber neben Rahmenbedingungen, die man selbst schafft, gibt es auch Rahmenbedingungen, auf die man individuell keinen Einfluss hat, für die man die Gemeinschaft mit anderen braucht.“

Für Bereiche wie Sicherheit, Umweltschutz oder die Gestaltung des Globalisierungsprozesses sei der Staat verantwortlich. Doch diese habe nicht die „Power“, solche Fragen wirklich alleine zu lösen. „Wenn man Einfluss auf globale Ereignisse haben will, geht das nur zusammen“, erklärte Stratenschulte. Aus diesem Grunde wurden auch Probleme wie die Flüchtlingskrise thematisiert.

Ausschlaggebend für die momentane Situation sei vor allem der fehlende Wille zur Gemeinsamkeit. Um das aktuelle Geschehen zu verstehen, müsse man sich einmal die Entstehungsgeschichte der Europäischen Union vor Augen führen. „Gründungsimpuls der EU war die Sicherung des Friedens und die Vermeidung eines weiteren Krieges. Man muss verstehen, dass die EU nicht auf Liebe und Vertrauen, sondern auf Hass und Misstrauen gegründet wurde.“

Dabei verdeutlichte Stratenschulte, dass die EU alle ihre ursprünglichen Ziele erreicht hat. „Ich weiß ja nicht wovor Sie Angst haben, aber bestimmt nicht vor einem Krieg mit Frankreich“. Jetzt gehe es vor allem darum, im 21. Jahrhundert zu bestehen. Denn es gebe noch andere Probleme, die man meistern müsse. Die Schuldenkrise, der drohende Austritt der Briten aus der EU – der sogenannte Brexit – sowie der Anwuchs nationalsozialistischer Bewegungen, seien auch weiterhin bestehende Angelegenheiten.

Unter dem Druck der Krisen müsse nun also eine Diskussion geführt werden. Stratenschulte forderte alle Anwesenden auf, sich in diese Diskussion einzubringen. „Ein breiter gesellschaftlicher Konsens ist für eine Mehrheitsbildung von großer Bedeutung. Nehmen Sie an der Diskussion teil, egal ob im Sportverein oder per Leserbrief an die Zeitung. Wir sind jetzt in einer Situation, in der wir entscheiden müssen.“

Im Anschluss an den Vortrag hatten die an der Veranstaltung teilnehmenden Schüler die Möglichkeit, mit Stratenschulte über für sie relevante Fragen zu diskutieren. Dabei interessierte vor allem Stratenschultes Meinung zu aktuellen Themen, wie der Diskussion rund um den Satiriker Jan Böhmermann oder den anstehenden Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten.

Die von Philipp Pletsch, Sprecher des Arbeitskreises Europaschule und Politiklehrer am Goethe-Gymnasium, organisierte Veranstaltung, regte alle zum Nachdenken an und war sicherlich ein Höhepunkt in den am Goethe stattfindenden Europawochen.

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