Schüler beteiligen sich an Typisierungsaktion der DKMS

Von: Israa Hamadache
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Zahlreiche Schüler des Goethe-Gymnasiums haben sich jetzt über einen simplen Wangenabstrich als potenzielle Stammzellenspender registrieren lassen. Foto: I. Hamadache

Stolberg. Alle 16 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs. Diesen Menschen dennoch die Chance auf ein gesundes Leben zu geben, hat sich die DMKS zum Ziel gemacht. Die 1991 gegründete gemeinnützige Deutsche Knochenmarkspenderdatei ist vielfach engagiert. Dennoch lässt sich immer noch für jeden fünften an Leukämie Erkrankten in Deutschland kein passender Spender finden.

Damit dies nicht so bleibt, engagieren sich immer mehr öffentliche Einrichtungen, indem sie Informationsveranstaltungen und Typisierungsaktionen organisieren. So zum wiederholten Male auch das Stolberger Goethe-Gymnasium. Seit der ersten Aktion vor zwei Jahren, bei der sich hunderte Menschen typisieren ließen, ist die Schülervertretung ihrem Vorhaben treu geblieben und hat weitere Veranstaltungen ins Leben gerufen. Beispielsweise ein Spendenlauf, bei dem mehrere Tausend Euro zugunsten der DKMS gesammelt werden konnten.

Schülerin Lara Liske betont: „Wir möchten die Verbundenheit mit der DMKS weiter festigen. Es ist sehr wichtig, dass wir immer mehr Menschen über dieses Thema informieren.“

Eine Spende kann Leben retten, Das wird den Schülern an diesem Tag abermals vor Augen geführt, als Patrick Esser, ehemaliger Schüler des Gymnasiums, von seinen Erfahrungen berichtet. Der 26-Jährige hatte sich vor zwei Jahren typisieren lassen und 2014 dann tatsächlich die Möglichkeit, Spender zu werden. „Es ist alles sehr schnell gegangen: Ich habe einen Anruf bekommen, dass ich als Spender in Frage komme. Am nächsten Morgen habe ich dann auch direkt die letzten Bluttests bei meinem Hausarzt gemacht und zwei Wochen später gespendet.“

Nach der sechsstündigen peripheren Stammzellenentnahme habe er seinen Alltag am nächsten Tag wieder wie üblich in Angriff nehmen können. „Die Spende ging an einen Familienvater in Colorado. Es ist ein sehr schönes Gefühl, geholfen zu haben“, zieht Patrick Esser stolz seine Bilanz.

Spender werden kann jeder Mensch zwischen 17 und 55 Jahren, der an keiner chronischen Krankheit leidet. Durch einen simplen Wangen-Schleimhautabstrich ließen sich auch die Schüler des Goethe-Gymnasiums typisieren.

Tobias Dylka, Vertreter der DKMS, informiert regelmäßig an Schulen und Universitäten über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des Blutkrebses und war jetzt auch in Stolberg vertreten. Ein Grund dafür, vor allem junge Menschen über die schwerwiegende Krankheit zu informieren, sei die Tatsache, dass diese öfter als Spender in Frage kommen würden als ältere. Dylka betonte jedoch auch, dass die Kosten für eine Typisierung nicht zu unterschätzen seien. Die Daten einer Person auszuwerten, kostet demnach etwa 50 Euro. Diese werden bei Typisierungsaktionen in Schulen und Universitäten von der DKMS übernommen. Als gemeinnützige Organisation ist die Deutsche Knochenmarkspenderdatei daher jedoch dringend auf Geldspenden angewiesen, um ihren Kampf gegen den Blutkrebs weiterführen zu können.

Für Interessierte, die nicht an einer öffentlichen Aktion teilnehmen können, besteht die Möglichkeit, sich online oder telefonisch ein Registrierungs-Set nach Hause zu bestellen. Auch in diesem Fall gilt das Motto, das im Goethe-Gymnasium vielfach zu sehen und zu hören war: „Stäbchen rein, Spender sein.“

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