Schnelles Internet: „Besseren Service muss der Kunde bezahlen“

Von: oha
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Wer in Zweifall und Vicht ins Internet will, muss reichlich Zeit und Geduld mitbringen. Die Leitungen sind leistungsschwach. Foto: stock/imagebroker

Stolberg. Ein Großteil der Internetnutzer in Stolberg stöhnt über viel zu langsame Leitungen, doch die Telekom bietet auf absehbare Zeit keine Lösung an. Probleme gibt es offenbar vor allem in Zweifall und Vicht.

Wie berichtet, haben sich auf der Facebook-Seite von Thomas Rissmayer, Managing Director der AixTec Components GmbH aus Zweifall, inzwischen rund 100 Bürger und Firmen gemeldet, die dringend schnelleres Internet benötigen. Wie etwa die Vinothek La Grave. Wer seine Produkte über das Internet veräußert, kann nicht stundenlang warten, bis die Daten über die langsame Leitung das Haus verlassen. Einige Unternehmen haben bereits angekündigt, dass sie die Stadt verlassen werden, weil sie mit der Internetanbindung in Stolberg nicht arbeiten können.

Von der Telekom hat Rissmayer inzwischen nur die knappe Antwort bekommen: „Leider können wir Ihnen kein schnelleres DSL zur Verfügung stellen. Die technischen Ressourcen sind an Ihrem Standort nicht gegeben. Auch ein Ausbau ist in den nächsten zwölf Monaten nicht vorgesehen. Wir möchten gerne auf Ihre Wünsche eingehen. In diesem konkreten Punkt ist es uns jedoch leider nicht möglich.“

Klar, dass diese Antwort in Zweifall und Vicht niemanden zufrieden stellt. Geschäftskunden haben eben höhere Ansprüche an ihre Internetverbindung. Vor allem was den Upload von Daten angeht.

Schon in der Lage

Gegenüber der Redaktion teilte Telekom-Sprecher André Hofmann gestern mit, dass die Telekom rein theoretisch natürlich in der Lage sei, eine auf den Kunden in Zweifall zugeschnittene Lösung anzubieten. Etwa mit einer eigenen DSL-Leitung vom Verteiler bis zum Unternehmen. Allerdings müsse dafür ein Tiefbauunternehmen mit dem Verlegen der Leitung beauftragt werden. Das koste.

Eine weitere Möglichkeit sei vielleicht der Einbau eines Repeaters, der die Leistung der bereits bestehenden Leitung verdoppele oder verdreifache. Ob dies machbar sei, müsse geklärt werden. Auf alle Fälle handele es sich um sehr aufwendige Maßnahmen, deren hohe Kosten vom Kunden mitgetragen werden müssten. Da komme schnell eine drei- bis vierstellige Gebühr pro Monat zusammen. Hofmann: „Die Telekom ist ein Unternehmen, das privatwirtschaftlich denken muss.“ Auch die Mitbewerber auf dem Markt seien ja offenbar nicht in der Lage, das Infrastrukturproblem Stolbergs in diesem Punkt zu lösen.

Hofmann bestätigte, dass sich die Telekom und das Wirtschaftsförderungsamt der Stadt in Kürze zusammensetzen werden, um nach Lösungen für die Stolberger Außenbezirke zu suchen. Hofmann: „Wir werden ermitteln, was möglich ist, und wie teuer es ist.“

Thomas Rissmayer fordert bis dahin Internetnutzer aus Stolberg, die sich über die langsame Leitung zu ihrem Rechner ärgern, auf, sich mit ihm in Verbindung zu setzen. Telefonisch unter Telefon 10298110 oder per Mail an t.rissmayer@aixtec-components.de.

Auch bei Behörde melden

Der gleiche Aufruf kommt von der städtischen Wirtschaftsförderung. Je mehr Bürger sich für ein schnelleres Internet einsetzten, desto eher könne man die Telekom oder andere Telekommunikationsunternehmen davon überzeugen, dass sich der teure Ausbau des Kabelnetzes bis in die Stadtteile hinein am Ende doch lohnt.

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