Schmitz und Heinrichs: Wortwitz in messerscharfen Pointen

Von: eis
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Stellen sich den unmittelbaren
Stellen sich den unmittelbaren Reaktionen der Zuschauer: Die Kabarettisten Manfred Schmitz und Rüdiger Heinrichs. Foto: Heike Eisenmenger

Stolberg-Breinig. Um etwas Neues zu versuchen, ist man nie zu alt: Mit dieser Einstellung starten Rüdiger Heinrichs, 63 Jahre, und Manfred Schmitz, 67 Jahre, als Kabarettisten in ihr zweites Berufsleben durch.

Es ist nicht so, dass das Kabarett ein unbekanntes Terrain für den pensionierten Lehrer Heinrichs, der Sport- und Sozialwissenschaftler studiert hat, und seinen Kollegen, den Politikwissenschaftler Schmitz, ist. Auf der Bühne vor Publikum zu stehen und geballten politischen Wortwitz in messerscharfe Pointen zu packen, ist ein Talent, das die beiden Männer seit Jahren in sich fühlen und diese Begabung nun auch fördern und ausleben. Sie besuchen schon lange Schauspiel-Workshops, sind im Kleinkunstbühnenbereich aktiv und beschäftigen sich auch mit Pantomime.

Vorteil des kleinen Saals

Dass sie pantomimisch vorbelastet sind, merkt der Zuschauer an ihren Bewegungen und Gesten, obwohl sie es an Worten natürlich nicht fehlen ließen. Die Veranstaltung in dem kleinen Saal des Lokals Auf der Heide war gut besucht. Die Räumlichkeiten sind zwar beengt, was aber erfahrene wie unerfahrene Künstler als großen Vorteil betrachten. Sich den unmittelbaren Reaktionen der Zuschauer zu stellen, erfordert sicherlich Mut, aber es ist eine der besten Methode, um eine ehrliche Antwort vom Zuschauer zu bekommen. Das Programm profitiert von dieser Nähe, manches lässt man demnächst besser weg, anderes baut man vielleicht noch aus.

Der Titel, unter den der Auftritt gestellt war, lautete „Mehr drunter und drüber”. Begleitet wurden die sympathischen Wortakrobaten von Hans-Peter Schüller, Berufsmusiker aus Eschweiler. Er sang, spielte am E-Piano und nahm die Politik auf seine spezielle musikalische Art auf die Schippe.

Es war tiefgründiges, politisches Kabarett mit stellenweise bitterbösen Pointen. Auf der Bühne findet Interaktion statt, man merkt das harte Training, das hinter diesem Auftritt mit rheinischer Färbung steckt. Im Gespräch wird es zur Gewissheit: Mitunter proben sie täglich mehrere Stunden, feilen an kleinsten Bewegungen und Nuancen ihrer Stimmen.

Wahrscheinlich treffen Heinrichs & Schmitz mit ihrer Art von Kabarett nicht den Geschmack der breiten Masse. Aber das wollen die beiden offenbar auch gar nicht.
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