Stolberg - Schmiede ziehen die Besucher in ihren Bann

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Schmiede ziehen die Besucher in ihren Bann

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
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Schmiedemeister Antoni Krukowski zeigt den Umgang mit Hammer und Amboss. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Das rhythmische Schlagen hat etwas Beruhigendes. Es ist immer dann zu hören, wenn der Schmied den Hammer auf den Amboss niedersausen lässt, um ein Stück Metall in Form zu klopfen. Die Schmiedekunst ist ein uraltes Handwerk, das es neu zu entdecken gilt.

Die Faszination ihres Berufes den Besuchern der Kupferstädter Weihnachtstage näherzubringen, ist einer der Gründe, warum an diesem Wochenende bis zu 15 Männer auf dem Kaiserplatz ihre Ambosse und Öfen aufgebaut haben. Doch nicht nur deshalb sind die Schmiede gekommen.

Es ist vor allem die Freundschaft, die sie miteinander verbindet und in Stolberg zusammenführt. Einige der Handwerker sind extra aus Belgien und den Niederlanden angereist, um das Netz aufzuspannen, das sie gemeinsam geknüpft haben. Das „Netz” ist der „Internationale Fachverband gestaltender Schmiede”, kurz IFGS.

„Die meisten von uns kennen sich seit Jahren, da haben sich im Laufe der Zeit echte Freundschaften entwickelt”, sagt Antoni Krukowski aus Lingen und stochert in der Glut. Ein Name, der beim Schauschmieden immer wieder fällt, ist der von Matthias Peters.

Der Stolberger war früher IFGS-Präsident und hat das Schmiedetreffen auf der Burg zur festen Größe im Veranstaltungskalender gemacht. Im vergangenen Jahr starb Peters. Die Stolberger Adi Radermacher und Lars Potente haben sich seines Erbes angenommen. Sie machen in Peters Sinne weiter. Das Schauschmieden in der Weihnachtszeit ist ein Beispiel dafür. Und es ist zweifelsohne einer der Höhepunkte der Kupferstädter Weihnachtstage. Was auch daran liegt, dass das Schmieden für eine dichte Atmosphäre sorgt. Das hat schon was, wenn sich in der Dunkelheit der warme Schein der Feuerstellen ausbreitet.

Klein und Groß werden von den rhythmischen Hammerschlägen gleichermaßen angezogen. Besucher Moritz Pütz wagt seinen ersten Gehversuch als Schmied: Unter der Anleitung von IFGS-Präsident Cornelis Pronk formt der 13-Jährige einen Kerzenständer. Moritz´ Strahlen verrät, welche Freude ihm das Schmieden bereitet hat.

„Das ist voll cool, dass man das ausprobieren darf. Sonst hat man diese Möglichkeit ja nicht”, jubelt der Junge, der aus Düren kommt. „Der Junge liebt es, mit Feuer zu hantieren. Da ist das Schmieden genau das Richtige für ihn”, erklärt seine Großmutter Christine Waterstradt.

Unter den zahlreichen Zuschauern ist auch Rolf Wassenhofen aus Baesweiler mit Familie. Er bringt die Meinung der meisten Besucher auf den Punkt: „Das ist eine prima Sache. Das Schmieden gehört zum Weihnachtsmarkt einfach dazu, weil es Teil der Stolberger Geschichte ist.” Bei der Stadt als Organisatorin dürfte er mit dieser Einschätzung auf offene Ohren treffen. Denn schon jetzt ist eine weitere Auflage im nächsten Jahr geplant...
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