„Schmelztiegel“: Viel mehr als eine Ausstellung im Museum

Von: Dirk Müller
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Die Eröffnung der Ausstellung „Schmelztiegel“, bei der die Werke von sieben Künstlern eine Einheit mit den musealen Inhalten des Zinkhütter Hofs bilden, lockte gestern Mittag viele Besucher an. Foto: D. Müller
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Von einer „Hochofenarbeiterin“ in voller Montur wurden die Besucher des „Schmelztiegels“ empfangen. Foto: D. Müller

Stolberg. Ein völlig neues Museumserlebnis haben sowohl die neuen Besucher als auch aufgewiesene Kenner des Zinkhütter Hofs am Sonntag bei der Vernissage der Schau „Schmelztiegel“ genossen. Kunst mit den Exponaten des Museums für Industrie-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte verschmelzen zu lassen, war der Anspruch der Kuratoren Gerda Zuleger-Mertens und Professor Hans-Wolfgang Menges „Spell“.

Und diesen Anspruch erfüllt die Ausstellung uneingeschränkt. Museales und die beeindruckenden Werke von sieben Künstlern korrespondieren faszinierend und vielfältig. Neben den beiden Machern steuern Alexander Göttmann, Peter Henn, Tobias Zuleger, Gerd Lebjedzinski und Frank Buchna ihre Werke bei, so dass Skulpturen auf Malerei treffen, Fotokunst auf Installationen und Videokunst. Während manche Werke wie Zuleger-Mertens raumgreifende Stoffbahnen-Installation, die die Bodenschätze Stolbergs und der Region thematisiert, offensichtlich der Kunst zuzuordnen sind, erschließen sich andere Exponate erst auf den zweiten Blick als Kunstwerke, da sie mit viel Gefühl in die Ausstellungsstücke des Museums eingebunden sind.

„Es ist ein gewagtes und äußerst gelungenes Experiment“, bescheinigte Museumsleiter Sebastian Wenzler der Schau, bei der den Künstlern tatsächlich mehr gelungen ist als eine Ausstellung im Museum. Es ist eine Ausstellung mit dem Museum. „Die Künstler haben sich sehr respektvoll unseren musealen Inhalten genähert und sind zugleich intensiv in die Museumslandschaft eingetaucht, um diese großartige Ausstellung entstehen zu lassen“, beschrieb Wenzler. Schirmherr und Bürgermeister Tim Grüttemeier erntete großen Applaus der Besucher, als er den Künstlern dankte und betonte: „Diese Ausstellung trägt den Namen ,Schmelztiegel‘ völlig zu Recht.“

Das Interesse an der Schau war groß, der Kunsthistoriker Dr. Dirk Toelke führte zahlreiche Kunstfreunde in die Ausstellung ein. Besucher der Schau sollten etwas Zeit mitbringen, denn im gesamten Museum gibt es viel zu entdecken. Plastiken, Installationen und Bilder im Multifunktionsraum sind nur der Anfang. Fließend gehen Kunst und Museales auch im Zink- und im Maschinen-Raum ineinander über. Ob in der tiefer gelegenen Abteilung „Stolberger Gold“ oder in dem „Denkmalgehäuse“ zwischen den Etagen.

Mit viel regionalem und lokalem Bezug besonders zur Metall-, Industrie- und Kupferstadt Stolberg wird der Museumsbesuch zu einer abenteuerlichen Entdeckungsreise für die Sinne: Stimmig, originell, auch kritisch, bisweilen nahezu mystisch und immer anregend übt das Gesamtkonzept eine große Faszination aus, ohne das Museum zu überfrachten.

Wie gut die Idee, Kunst und Museales verschmelzen zu lassen, umgesetzt wurde, bewiesen die Gäste der Ausstellungseröffnung: Die vielen Kunstfreunde wurden von den Werken der Künstler spürbar angezogen, widmeten aber den industriegeschichtlichen Exponaten ebenso viel Aufmerksamkeit.

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