Schluss für eigenständige Verkehrsregler

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:
Grün, Gelb, Rot, Gelb, Grün
Grün, Gelb, Rot, Gelb, Grün im Sekundentakt: Die Ampelschaltungen an der Höhenstraße müssen geändert werden. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg-Donnerberg. Die Höhenstraße auf dem Donnerberg ist wahrlich kein Paradies für Autofahrer. Sie wird es in absehbarer Zeit wohl auch nicht mehr werden.

Grundschule, Kindergarten und Anwohner verlangen nach einer zumindest teilweise verkehrstechnisch ruhigeren Zone, die in der Theorie bereits seit Jahren existiert, praktisch aber vor allem für Fußgänger einige Gefahren bereit hält. Seit Jahren kommt es deshalb an der Höhenstraße zu skurrilen Situationen und Zwischenfällen.

Zwei Sekunden Verzögerung

Damit sich nämlich Motorrad-, Auto- und Busfahrer auch wirklich an das vorgegebene Tempo (30) halten, regeln zwei Ampelanlagen mehr oder weniger eigenständig den Verkehr, indem sie mit einer Grünverzögerungszeit von zwei Sekunden programmiert sind, die zur Geschwindigkeitsreduzierung führen soll.

Wenn Autofahrer also maximal 30 fahren, schalten sie auf Grün, bei höherem Tempo sofort auf Rot. „Fußgänger haben das Gefühl, dass sie nicht sicher die Straße passieren können”, schildert der zuständige Fachbereichsleiter Walter Wahlen die aktuelle und vor allem für Eltern der Kindergarten- und Grundschulkinder unbefriedigende Situation.

Doch Besserung ist nun in Sicht: die aktuellen Ampelschaltungen sind nämlich nach der von 2010 gültigen Fassung der „Richtlinien für Lichtsignalanlagen” (RiLSA) unzulässig. Dort wird nämlich die Schaltungsart, die den Verkehr an der Höhenstraße geschwindigkeitstechnisch begrenzt, überhaupt nicht mehr erwähnt. Das ist ein Indiz dafür, dass die jetzigen Schaltungen auf dem Donnerberg seit einigen Jahren schon den Verkehr regeln. Laut RiLSA aber sind Anordnungen von Ampeln zur Herabsetzung der Geschwindigkeit bzw. zur Durchsetzung der tatsächlichen Fahrgeschwindigkeit auf das zulässige Niveau nicht erlaubt. Die RiLSA-Richtlinien gaben nun den entscheidenden Impuls, nachdem bei Ortsterminen zu Beginn des Jahres Anwohner, Eltern, Polizei und Politik eine alternative Lösung gesucht hatten.

In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (ASVU) am Donnerstagabend ist nun endgültig ein Schlussstrich unter die sekundenschnellen rot-gelb-grünen Wechselspiele gezogen worden: Die Ratsfraktionen sprachen sich für eine neue Schaltvariante aus, bei der die Fahrzeugampeln auf Dauergrün, die Fußgängerampel auf Dauerrot programmiert ist und nach Aufforderung durch einen Fußgänger entsprechend wechselt. Die Maßnahme wird die Stadt rund 4000 Euro kosten und soll bis zum Jahreswechsel umgesetzt werden, hofft Fachbereichsleiter Walter Wahlen.

Berliner Kissen keine Option

Im Gespräch war ebenfalls eine zweite, kostengünstigere Variante, die nach dem Motto „Alles-Rot/Sofort-Grün” mit Induktionsschleifen funktioniert hätte.

Variante 1 sei aber sicherer, sind sich Politik und Verwaltung einig. Auch auf die Installation von sogenannten Berliner Kissen im Schul- und Kindergartenbereich zur Geschwindigkeitsreduzierung wurde verzichtet. Paul M. Kirch, CDU-Sprecher im ASVU, sagt: „Die Variante, für die wir uns entschieden haben, ist zwar etwas teurer, aber das darf in diesem Zusammenhang keine Rolle spielen.”
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