Schlüsselobjekte in der Innenstadt

Von: -jül-
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Verkauft: 1995 hat der Kaufmann Klaus Victor mit dem Bau der Victor-Passage einen städtebaulichen Akzent an der Rathausstraße gesetzt, von dem Akzente für das wirtschaftliche Leben in der Fußgängerzone ausgehen. Foto: J. Lange

Stolberg. Gutes tun und darüber reden, ist eine der klassischen Aufgaben des Stolberger Stadtmarketings. Aber es erfolgen auch zahlreiche Aktivitäten, über die nicht geredet wird, damit sie erfolgreich sind, erläuterte Vorstandssprecher Patric Peters den 15 anwesenden Mitgliedern bei der Hauptversammlung im Hotel Stadthalle. So sei es beispielsweise im Rahmen des SMS-Leerstandsmanagements gelungen, einem Unternehmen mit zehn Mitarbeitern einen alternativen Standort in der Innenstadt zu vermitteln, das anderenfalls Stolberg verlassen habe.

Und es laufen viele Gespräche hinter den Kulissen, um die Stadthallen-Passage wieder zu beleben. Verhandlungen mit Einzelhandelsvertretern laufen, um nach dem Auslaufen des Mietvertrages mit Rewe auch nach dem März nächsten Jahres die Nahversorgung in der Innenstadtlage sicher zu stellen, erklärte Dietgrim Stark als Beauftragter der Eigentümer des Objektes. Man sei auch intensiv bemüht, für die übrigen leer stehenden Gewerbeeinheiten attraktive Mieter zu finden. „Die Stadthallen-Passage ist ein Schlüsselobjekt für die Rathausstraße“, betonte der SMS-Sprecher, dass ein Leerstand unbedingt vermieden werden müsse.

Den Eigentümer gewechselt hat laut Peters jetzt auch die Victor-Passage. Erste Gespräche mit dem Nachfolger, ein Unternehmer aus dem Nordkreis, hätten gezeigt, dass dieser ein interessantes Konzept habe, um den Standort zu stärken und der unteren Fußgängerzone weitere Impulse zu geben.

Peters mahnte, die überschaubaren Kapazitäten der SMS nicht ausschließlich auf den Steinweg zu konzentrieren. „Das Problem ist 20 Jahre alt und wird nicht kurzfristig zu beheben sein“, so der Vorstandssprecher. Sinnvoller sei es, noch funktionierende Bereiche der Innenstadt vor einem Abschwung zu bewahren.

Für den Steinweg selbst schwebt der SMS ein Center Management System vor, um das Image zu ver- und den Eindruck des Leerstands aufzubessern. Einzelhändler aus den Außenbereichen sollen gewonnen werden, für eine eher symbolische Miete zumindest freitags und samstags Ladenlokale im Steinweg zu öffnen und sie die Schaufenster die ganze Woche über dekoriert zu halten.

Allerdings ist dieses Vorhaben bislang an fehlenden personellen Kapazitäten der SMS gescheitert, die nicht nur aus diesem Grunde mit einer Mitgliederoffensive neu durchstarten möchte. Aus der bisherigen Talsohle von 52 hat sich die SMS auf mittlerweile 65 Mitglieder empor gearbeitet; das Ziel 100 wird für nächstes Jahr angepeilt.

Während der Wirtschaftskrise hatte vor allem auch die Stolberger Großindustrie ihr finanzielles Engagement für das Stadtmarketing zurückgezogen, so dass der Verein zwar auf einem soliden, wenn auch nicht rosigen Polster fußt, was Kassenprüfer Günter Martin-Rauchmann bestätigte. Um attraktiver zu werden, reduzierte der Verein seine Beitragsstaffeln einstimmig von sieben auf drei: 60 Euro für Privatpersonen, 150 für Gewerbetreibende sowie eine neue Fördermitgliedschaft ab 500 Euro, für die SMS besondere Leistungen wie Werbung bieten möchte.

Aus finanziellen Gründen wurde auch die Anschaffung einer zusätzlichen LEG-Weihnachtsbeleuchtung für Altstadt und Burg auf das kommende Jahr verschoben. „Wir haben eine Rücklage gebildet, möchten aber die Lichterketten komplett beschaffen“, erklärte Peters. Das Investitionsvolumen beträgt rund 24400 Euro; die Städteregion trägt 50 Prozent der Kosten, und Sponsoren sind weiterhin gesucht. Deutlich gesenkt wurden inzwischen die Installationskosten der bestehenden und auf LED umgerüsteten Weihnachtsbeleuchtung.

Neben der Mitarbeit in den Lenkungsgruppen Tourismus und Innenstadtkonzept der Stadt betreut bei der SMS Marita Matousék einen Gastronomie-Gesprächskreis. Nur kurzzeitig erfolgreich war das Ziel, alle Altstadtwirte zu einheitlichen Öffnungszeiten während der Kupferstädter Weihnachtstage zu bewegen, um sich mittelfristig als Ziel von Busreisen zu etablieren. „Man muss auch sein Geschäft aufmachen, wenn es sich nicht lohnt“, appellierte Matousék. Wenn es nicht gelinge, zusätzliche Besucher in die Stadt zu locken, seien die Weihnachtstage gefährdet, weil Aussteller dann nicht auf ihre Kosten kämen. „Wir verlängern doch nur deshalb den Weihnachtsmarkt, damit die Beschicker die Gelegenheit bekommen, noch etwas verdienen können.“

Ausreichend verdienen können Stolbergs Geschäftsleute an verkaufsoffenen Sonntagen nur dann etwas, wenn eine Veranstaltung Publikum anlockt, so Patric Peters weiter. Damit stehen 1. Advent, Stadtparty und „Stolberg goes...“ als Termine für drei verkaufsoffene Sonntage quasi fest.

Die vierte mögliche Sonderöffnungszeit könnte zur Stadtkirmes beantragt werden, falls diese so gestaltet wird, dass Geschäfte erreichbar bleiben. Der Termin des letzten Wochenende vor den Sommerferien gilt als einer der umsatzstärksten des Jahres. Dabei machten anwesende Einzelhändler darauf aufmerksam, dass die Stadtkirmes durch ihre Dauer über nahezu eine Woche und durch die Herausnahme des Verkehrs aus der Innenstadt die Erreichbarkeit der Geschäfte erheblich beeinträchtige. Vom Ausgang noch ausstehender Gespräche mit Schaustellern und Schützen abhängig macht das Stadtmarketing den verkaufsoffenen Sonntag.

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