Stolberg - Schlangestehen vor den Stollen der Burg

Schlangestehen vor den Stollen der Burg

Von: Dirk Müller
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Mit Kerzen hatten die Touristiker den Weg für die Besucher durch den Kalkfelsen ausgewiesen, das THW hatte eine Beleuchtung installiert. Foto: D. Müller

Stolberg. Als die historische Kupferstadt letztes Jahr Interessierten und Besuchern die Pforten zur Villa Lynen öffnete, war der Andrang groß. Das erste Teilnehmen am bundesweiten „Tag des offenen Denkmals” konnte getrost als absolut positiv gewertet werden.

Um an den vollen Erfolg des letzten Jahres anzuknüpfen, wurden am Sonntag in Stolberg an mehreren Stellen Denkmäler und Geschichte erlebbar gemacht. Die Besucher favorisierten eindeutig den erstmalig der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Burgstollen.

„Es ist unglaublich. Mit so einem Andrang haben wir wirklich nicht gerechnet”, freute sich Barbara Breuer von der Stolberg-Touristik. Die Klatterstraße war bevölkert wie selten, von 11 Uhr morgens bis in den späten Nachmittag bildeten die geduldig Wartenden eine lange Schlange - erst gegen 17.30 Uhr, eineinhalb Stunden nach dem geplanten Schluss, zog die letzte Gruppe in die Stollen ein.

Mehrere Generationen von Neugierigen, Besuchern und Interessierten wollten sich das spannende Erlebnis nicht entgehen lassen und das unterirdische Gangsystem unter dem Fundament der Burg erkunden.

Die Wartezeit angenehm gestaltete die Stadtführerin Klaudia Penner-Mohren, die in historischem Gewand die Menge in die Zeit der Kupfermeister zurück versetzte: Spielerisch unterhielt sie ihr Publikum mit Anekdoten über die Bräuche und Sitten längst vergangener Tage.

An der Ecke zum Luziaweg betraten Gruppen zu etwa 30 Personen zunächst die privaten Gewölbe des Restuarant „Burgkeller”, von dem aus es dann unter sachkundiger Führung in den Jahrhunderte alten Stollen ging.

Das kühle und feuchte Gewölbe beeindruckte Jung und Alt, insbesondere weil die beiden Stadtführer Katherina und Helmut Schreiber die knapp 20-minutige Führung mit viel Wissenswertem anreicherten. So erzählten sie von der jüngeren Geschichte des Stollens, der im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker benutzt worden war, und verwiesen auf ältere Funktionen der unterirdischen Gänge. So war das dunkle und konstant kühle Gewölbe einst geeignet, einer Brauerei als Bierkeller zu dienen.

Stollen bewahren ihr Geheimnis

Wozu genau der Stollen vor geraumer Zeit in den Felsen getrieben wurde, ist unklar; vielleicht um Bergbau zu betreiben, da Blaustein und Erze vorhanden waren. Das geheimnisvolle Gangsystem unterhalb der Burg könnte aber auch als Flucht- oder Versorgungsstollen angelegt worden sein.

Wieder zurück im Tageslicht statteten Viele dem türkischen Dampfbad „Hammam” einen Besuch ab, und Einige nahmen mit Genugtuung war, dass die Warteschlange in der Stolberger Altstadt sich während der Führung noch einmal verlängert hatte.

„Wir haben heute über tausend Besucher durch das offene Denkmal geführt”, berichtete Breuer stolz. Die Stolberg-Touristikerin war überwältigt von dem immensen Interesse an dem alten Stollen und machte mit ihrem Team gerne Überstunden, denn an ein pünktliches Ende der Führungen, für 16 Uhr geplant, war nicht zu denken; zu viele Menschen wollten noch an der Führung teilnehmen.

„Ich bin sehr froh, dass der heutige Tag ein so großer Erfolg ist. Dies ist besonders der guten Zusammenarbeit verschiedener Stellen zu verdanken. Die Untere Denkmalbehörde und die Stolberg-Touristik wurden zum Beispiel vom Bauhof der Stadt unterstützt, der eine Woche lang Schutt und Müll aus dem Stollen entfernt hat.

Die Ausleuchtung des Gewölbes wiederum übernahm der THW und der Strom dazu kommt von Herrn Ertürk”, resümierte Breuer, zwar ein wenig erschöpft, aber überglücklich über die riesige positive Resonanz, die die touristisch ambitionierte Kupferstadt im Aachener Land weit über die Landesgrenzen hinaus erfahren durfte.
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