Schlagsaiten-Quantett: Vom Swing zum Rock und zurück

Von: ch
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Vom Swing zum Hardrock und wieder zurück: Guido Breidt,, Holger Remmel, Georg Palm und Hajo Geusen (v. l.) vom „Schlagsaiten-Quantett“ sorgten für ein Kultur-Erlebnis der besonderen Art. Foto: C. Hahn

Stolberg. Die Luft – zum Schneiden dick und ansonsten schweißtreibend. Trotzdem steht das Publikum in der Musikkneipe „Piano“ vor den Gästen des Abends, mehr oder minder geordnet, vor den vier Gästen des Abends und hört ihnen zu – trotz des subtropischen Raumklimas eigentlich je länger, desto lieber.

Jene Gäste, die Mitglieder des „Schlagsaiten-Quantett“ aus Aachen, revanchieren sich für den herzlichen Empfang bei ihren Zuhörern und Wirt Otto Matheis – auf ihre Weise, mit einer beswingten Musik, der mehr Einflüsse verriet als nur diesen einen.

Denn Georg Palm (Gitarre), Holger Remmel (Gitarre), Hajo Geusen (Bass) und Guido Breidt (Percussion) zogen keine Show ab. Sie waren auch sonst nicht auf schnelle, billige Effekte aus. Vielmehr ließen die „Quantettisten“ ihre Musik für sich sprechen.

Die äußerte sich, fast wie ein guter literarischer Text, ziemlich vielschichtig. Besonders die Coverversionen wie der einleitende Metallica-Klänge können sich bewegen und somit lebendig sein. Denn nichts bleibt wie es scheint, so auch ebenjener Titel: Heavy Metal (dieser Richtung sind die Künstler von ihrem Wurzeln her nahe) wird Swing, ein eher softer Beatles-Klassiker wie „While My Guitar Gently Weeps“ bekommt auf einmal harte Kanten: Das „Schlagsaitige“ der gespielten Werke aus eigener und fremder Feder zeigte sich immer wieder in der enormen Wandelbarkeit einer jeden Interpretation.

Auf diese Weise wurde die Kneipe zum Verdichtungsraum, nicht nur für die immer wieder hinein drängenden Menschen. Die Intensität des Erlebnisses, das die Aachener den Stolbergern bereiteten, liegt auch an ihrem Umgang mit viel gehörten Melodien wie „Summertime“ aus George Gershwins „Porgy and Bess“, ihre Souveränität im Umgang mit diesem und anderem Notenmaterial: Das alles und noch mehr machte aus diesem Konzert im (fast) intimen Ambiente ein Kultur-Erlebnis.

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