Stolberg - Schießstand Zweifall: Rat vertagt Entscheidung

Schießstand Zweifall: Rat vertagt Entscheidung

Von: Michael Grobusch
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Konstruktive Zusammenarbeit: Die Elternpflegschaftsvorsitzende Vanessa Genter und Brudermeister Karl-Erich Krings begrüßen den Kompromissvorschlag der CDU.

Stolberg. Wenn die Besucherränge gut gefüllt sind und die Politik eine Sitzungsunterbrechung beantragt, ist in der Regel einiges im Gange im Stolberger Stadtrat. Dienstagabend saßen die Vertreter der Grundschule und der Schützen aus Zweifall auf besagten Rängen, und es war tatsächlich einiges im Gange.

Das Ergebnis einer turbulenten Diskussion sei schon einmal vorab genannt: Eine Entscheidung, ob die St. Sebstianus-Bruderschaft auch in Zukunft ihren Schießstand im Kellerraum der Schule haben wird, ist nicht gefallen.

Die Betroffenen können dies durchaus als Etappensieg werten, den sie in erster Linie der Initiative der CDU zu verdanken haben. Die Christdemokraten hatten sich nicht mit dem Vorschlag der Verwaltung, die alles beim Alten belassen und den Nutzungsvertrag bis auf weiteres verlängern wollte, abgefunden, und mit Schützen, Schule und dem VfL Vichttal Gespräche geführt. „Wir haben jetzt endlich die Möglichkeit, einen echten Kompromiss herbeizuführen, die Interessen aller Beteiligten unter einen Hut zu bringen und somit für eine deutliche Entspannung der Situation zu sorgen”, erklärte Tim Grüttemeier.

Nach dem Vorschlag der CDU-Fraktion wird der Nutzungsvertrag für den Kellerraum in der Grundschule zum 31. Dezember 2010 gekündigt. Spätestens bis zum diesem Datum müssen die Schützen das Schulgebäude definitiv verlassen haben. Eine neue Heimat sollen sie im Sportheim des VfL Vichttal am Brändchen finden. 40.000 Euro würde die Stadt für den Kauf an den Verein überweisen, der derzeit noch Eigentümer des Gebäudes ist. Die Schützen wiederum haben sich bereit erklärt, die Kosten für den Erwerb einer gebrauchten Schießanlage zu übernehmen, die zwischen 40.000 und 45.000 Euro liegen. Basis der Finanzierung wäre ein städtisches Darlehen, das der Bruderschaft zu günstigen Konditionen gewährt wird.

Der Rest der Investitionssumme würde durch Eigenmittel der Schützen abgedeckt, die zudem eine - wenn auch geringe - Miete für die Nutzung des früheren Sportheimes sowie die fälligen Zinsen zahlen würden.

„Die Kosten für die Stadt belaufen sich auf 40.000 Euro, werden aber durch Miete und Zinszahlungen noch gesenkt. Zudem hat die Stadt als Eigentümerin der Immobilie einen wirtschaftlichen Gegenwert”, erklärte Grüttemeier. Die 100.000 Euro, die die Verwaltung in ihre Berechnung aufgenommen hatte, weil ein Teil des Sportplatzgeländes bei einer Nutzung des Heimes durch die Schützen nicht vermarktet werden könnte, nannte der CDU-Fraktionsvorsitzende „unseriös”.

Das hörten die Vertreter der Verwaltung nicht gerne, und auch in Reihen der Gestaltungsmehrheit hielt sich die Begeisterung zunächst in Grenzen. Dieter Wolf verwies darauf, „dass die Stadt keine Mittel hat, um einen Ersatzstandort zu finanzieren, egal ob mit 220.000 oder mit 40.000 Euro”. Und der SPD-Fraktionsvorsitzende ergänzte: „Jeder Euro müsste über neue Kredite finanziert werden, die auch die Schüler der Zweifaller Grundschule in Zukunft zurückzuzahlen hätten.”

Der Widerstand brach erst, als die Grünen eine Vertagung auf die nächste Ratssitzung anregten. Es war ein Vorschlag, der sich nach weiteren Diskussionen schließlich als mehrheitsfähig erwies.

Somit wird es am 27. Oktober eine Fortsetzung geben. Bis dahin wollen alle Fraktionen den Kompromiss der CDU prüfen und in der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrates dann wirklich eine Entscheidung treffen.
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