Schevenhütter Maifest mit viel Glanz und Einsatz

Von: shh
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Noemi Printz und Kai Stubbe sind das aktuelle Schevenhütter Maikönigspaar. Beim Festzug hatten sie einen Ehrenplatz in der Kutsch. Foto: S. Henke

Stolberg-Schevenhütte. In Sche­ven­hütte stand mit dem Maiball ein Höhepunkte des Jahres auf dem Dorfprogramm. Das Maifest der Maigesellschaft startete mit dem traditionellen Festumzug durch den Ort – nach der Messfeier in der Pfarrkirche St. Josef. Anschließend zogen die Dorfgemeinschaft und einige Besucher in das Festzelt, um beim Maiball bis in die späten Stunden hineinzufeiern.

Noemi Printz und Kai Stubbe bildeten in diesem Jahr das Maipaar. Trotz grauen Himmels und leichten Nieselregens strahlten der 18-jährige Dachdecker und die 17-jährige Schülerin um die Wette in ihrer weißen Pferdekutsche.

Begleitet wurde das Maipaar von den Gressenicher Blasmusikanten, den Pfadfindern, der Feuerwehr, der Reitschule und dem traditionellen Club Royal. Wie der Name schon vermuten lässt, findet man hier königliches Blut, und zwar das der Maikönige der vergangenen Jahre. Standesgemäß begleiten sie das aktuelle Königspaar in Frack und Zylinder.

Tradition ist ein wichtiges Stichwort, denn Schevenhütte ist das einzige Dorf in Stolberg, das den Maibrauch noch zelebriert und eine Maigesellschaft hat. „Die Mai­gesellschaft gibt es seit 1979. Allerdings gab es auch schon vor und nach dem Zweiten Weltkrieg eine Maigesellschaft, aber irgendwann ist das Brauchtum leider ein wenig eingeschlafen. 1979 hat man sich dann noch einmal aufgerappelt und das Brauchtum wieder aufblühen lassen – bis heute“, berichtet Max Priese, der 2. Vorsitzende der Maigesellschaft.

Rund um den Mai gibt es in Schevenhütte zahlreiche Brauchtümer, die alle sehnsüchtig erwartet werden, um gebührend gefeiert zu werden. Der erste wichtige Termin im Jahr ist die Wahl des Königspaares. Diese findet immer am letzten Wochenende im März statt. Hierzu werden die Maibräute „versteigert“. Alle nicht verheirateten, mindestens 16 Jahre alten und in Schevenhütte wohnhaften Frau­en können „ersteigert“ werden. Die Frau mit dem höchsten Gebot wird Maikönigin und der Höchstbietende König.

Legendäre Abende

Doch damit fängt der Spaß für die Dorfgemeinschaft erst an, erzählt Max Priese: „Am Tag nach der Versteigerung fährt der König mit allen ehemaligen Königen auf Königstour. Hierzu geht man meist festlich essen und danach feiern. Diese Abende sind meistens legendär, und man erzählt Jahre danach noch davon.“ Der nächste wichtige Termin ist die Mainacht am 30. April. Dazu stellen die Scheven­hütter Burschen den Dorfbaum auf, der das Dorf den gesamten Mai lang verschönert.

Zu diesem feierlichen Akt sind das ganze Dorf und Zuschauer aus der Umgebung eingeladen, gemeinsam in den Mai zu feiern. Wenn der Baum steht, geht es auf Kneipentour durchs Dorf. Jede Knei­pe oder Restaurant und auch das Altenheim werden mit einem Maibaum geschmückt – da lassen sich die Wirte nicht lumpen, und die Dekorateure bekommen das eine oder andere Bier aufs Haus.

Dann folgt auch schon der Maiball. „Der Maiball ist für die Mai­burschen der schönste Tag im ganzen Jahr“, schwärmt Prise. Das Maikönigspaar trifft sich mit seinem Gefolge nachmittags bei der Königin, dort wird dann gegessen, bis es gemeinsam zur Messfeier geht. Danach gibt es den festlichen Umzug durch das Dorf, und dann beginnt der Maiball. Hierzu sind aber nicht nur die Schevenhütter eingeladen, sondern auch einige befreundeten Gesellschaften und viele andere Mitmenschen aus den umliegenden Nachbarorten. Denn es hat sich bereits bis über die Grenzen Schevenhüttes herumgesprochen, dass „op de Hött“ ordentlich gefeiert wird. Dort heizt die Eddy-Schmidt-Band ordentlich ein, und das neue Königspaar wird bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.

Auf die Helfer ist Verlass

Besonders wichtig ist Max Prise zu erwähnen, dass all dies nicht möglich wäre ohne die Unterstützung der zahlreichen Hel­fer: „Ganz toll finde ich persönlich, dass wir immer, wenn wir Hilfe benötigen – von wem auch immer, sei es von ehemaligen Burschen, Sponsoren, Fahrgelegenheiten und so weiter – Hilfe bekommen. Lokale Vereine wie BSC Schevenhütte und CG Schevenhütte unterstützen uns beim Maiball beispielsweise beim Zapfen und an der Kasse. Ein riesen Dankeschön also an alle Helfer“, betonte der 2. Vorsitzende.

Somit ist vollkommen klar, dass der Mai der Lieblingsmonat der Schevenhütter ist – denn Brauchtum und Tradition müssen auch im Jahre 2015 nicht verstaubt und antiquiert sein. Das ist dank der Maigesellschaft sonnenklar.

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