Scheune abgebrannt: Übergreifen der Flammen verhindert

Von: Jürgen Lange und Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
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Dichter Rauch steht über der brennenden Scheune am Bernhardshammer.Bis in den Abend hinein sind über 120 Helfer mit den Lösch- und Bergungsarbeiten beschäftigt. Foto: Jürgen Lange
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Die Zweifaller Straße wird zur Aufstellfläche der Feuerwehr. Foto: Jürgen Lange
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Gemeldet worden war ein brennendes Auto im Hof. Foto: Jürgen Lange

Stolberg. Bis in den Abend hinein beschäftigt der Brand einer Scheune eines früheren Bauernhofes am Bernhardshammer weit über 100 Helfer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk. Es ist 7.55 Uhr als die Feuerwehr informiert wird über den Brand eines Kleinlasters, der auf die Gebäude des alten Gutes überzugreifen droht.

Zu diesem Zeitpunkt ist ein Löschzug bereits auf dem Weg zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage an der Rathausstraße. „Wir haben sofort erste Einheiten umdirigiert und weitere Kräfte alarmiert“, sagt Andreas Dovern. Als die am Einsatzort an der Zweifaller Straße eintreffen, stehen dichte Rauchwolken über der bereits in voller Ausdehnung brennenden Scheune.

Stolbergs Feuerwehrchef löst Großalarm aus. Zusätzlich zum zweiten Zug mit den Löschgruppen Atsch, Büsbach, Donnerberg, Mitte und Münsterbusch werden die Züge drei und vier mit Kräften aus Dorff, Breinig, Venwegen, Mausbach, Vicht und Zweifall zum Bernhardshammer beordert. Der fünfte Zug mit Gressenich/Schevenhütte und Werth besetzt die Hauptwache, um die Grundsicherung zu gewährleisten. Zudem kommen aus der Städteregion Komponenten zur Atemschutzversorgung, Messtrupps und die Betreuungseinheit aus Eschweiler. Auch Kreisbrandmeister Bernd Hollands macht sich vor Ort ein Bild der Lage.

Aufgrund der Rauchentwicklung ordnet Andreas Dovern vorsichtshalber Luftmessungen im Bereich zwischen Büsbach und Mausbach sowie Wasseranalysen der Vicht an. „Die Ergebnisse waren negativ“, so der Stadtbrandinspektor weiter. „Die Bevölkerung war zu keiner Zeit in Gefahr.“

Gefrierendes Löschwasser

Gut 120 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Ihnen gelingt es, ein Übergreifen der Flammen auf das nahe Autohaus sowie das historische Wohngebäude zu verhindern. Dabei erweisen sich die Minustemperaturen am frühen Morgen als tückisch. Das Löschwasser gefriert auf dem Boden. Der Weg zum leicht unterhalb des Straßenniveaus liegenden Gut wird zur Rutschpartie. Der Bauhof liefert zusätzliches zu dem ohnehin in diesen Wochen von der Feuerwehr mitgeführten Streusalz.

Gelöscht wird mit mehreren C-Rohren von den Gebäudeseiten wie auch von der Drehleiter aus. Der Lieferwagen vor der Scheune sowie ein seitlicher, entkernter Anbau sind nicht mehr zu retten. Schwer wird die Lagerhalle, wo in früheren Zeiten Hühner auf der ersten Etage und Kühe im Parterre gehalten wurden, in Mitleidenschaft gezogen. Bis vor vier Jahren noch lagerte das Stadtmarketing dort die Weihnachtsbuden.

Was genau im Obergeschoss der Scheune untergebracht ist, ist während der Löscharbeiten schwer zu sagen. Einsatzkräfte sprechen von Dämmwolle, Kartonage und Umzugsdecken. In dem zum Bach gelegenen hinteren Teil ist eine kleine Wohnung abgetrennt. Sie ist nicht mehr benutzbar. Unverletzt, aber fassungslos und von den Ereignissen schwer getroffen verfolgen die Bewohner die Lösch- und Bergungsarbeiten.

Der Feuerwehr gelingt es gleich zu Beginn der Löscharbeiten, an mehreren Stellen das Dach zu öffnen. So wird das Feuer besser erreichbar, der zieht Qualm ab und eine Rauchgasexplosion wird verhindert. Am Vormittag ist der Brand unter Kontrolle, aber immer wieder müssen aufkeimende Brandnester nachgelöscht werden.

Anfangs denkt die Feuerwehr noch darüber nach, mit einem Bagger das Dach der Scheune einzureißen. Aber Dovern entscheidet sich in enger Absprache mit dem THW-Fachberater Thomas Johnen für eine andere Taktik.

Die durch das Gewicht des Löschwassers gefährdete Decke wird durch gut ein Dutzend THW-Helfer des Stolberger Ortsverbandes mit Balken und Stahlstützen abgesichert. Dann erst kann die Feuerwehr die Nachlöscharbeiten – zur Sicherheit auch mit Schaumlöschmitteln – erledigen. „Die Arbeiten werden sich bis in den Abend hinziehen“, sagt Dovern. „Danach verbleibt eine Brandwache vor Ort“.

Als ein Segen für die erschöpften Einsatzkräfte, die lange Zeit nur unter Atemschutz vorgehen können, erweist sich die frühzeitig aus Eschweiler angeforderte Betreuungskomponente. Heiße Würstchen, dampfender Tee und Kaffe finden in der Kälte während kurzer Erholungsphasen großen Absatz bei den Helfern. Ab 12.30 Uhr können der zweite Löschzug und die Kräfte der Hauptwache kontinuierlich aus dem Einsatz ausgelöst werden.

Die Zweifaller Straße (L 238) bleibt auch am Nachmittag während der Bergungs- und Nachlöscharbeiten im Bereich der Einsatzstelle komplett für den Verkehr gesperrt. Der Durchgangsverkehr auf der „Eifelroute“, darunter zahlreiche Lastwagen, und die Linienbusse werden über den engen Zug von Bernhardshammer und Derichsberger Straße über Mausbach umgeleitet. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen nach der Brandursache aufgenommen.

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