Stolberg - Schellerweg hat sein Gesicht zuletzt besonders stark verändert

Schellerweg hat sein Gesicht zuletzt besonders stark verändert

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
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xx Foto: Stadtarchiv Stolberg /Toni Dörf­linger ▶Seite 22

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xx Foto: Stadtarchiv Stolberg /Toni Dörf­linger ▶Seite 22

Stolberg. Betrachtet man sich heute die Ecke Rathausstraße/Schellerweg, so wird deutlich, dass sich die Straßenszene dort in den vergangenen 45 Jahren sehr verändert hat. Ins Auge fielen seinerzeit die Werbebotschaften des dort ansässigen Gewerbes und das Baugerüst im oberen Bereich.

 Der Blick straßenaufwärts wurde von dem üppigen Bewuchs entlang der Eichsfeld- und von-Werner-Straße geprägt. Rechts war auf alten Fotos der Erker des Gebäudes Rathausstraße 49 abgelichtet. Oberhalb davon war das Reklameschild eines Friseurgeschäftes zu sehen, das unter einem anderen Nutzer heute noch dort ansässig ist. Der Straßenraum selbst wurde von Fahrzeugen unterschiedlicher Bauart und -größe belebt.

Eine spannende Geschichte besaß seinerzeit die auf der linken Seite liegende Gebäudegruppe. Ursprünglich lag dort ein Kino. Als Standort des Lichtspielhauses diente die am Schellerweg liegende „Hertzerische Halle“. Die Hertzerische Halle war eine gastronomische Einrichtung, die aus Gaststätte, Kegelbahn und Saal bestehend, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an der Ecke Rathausstraße/Schellerweg gegründet wurde.

Begrenzt wurde der Gebäudekomplex im oberen Bereich von der Bahnlinie, die heute von der Euregiobahn genutzt wird. Das Kino, das auch den Namen „Pariser Cinema“ führte, war 1910 entstanden und hatte dort bis Mitte der 1920er Jahre Bestand. 1928 wurden das Kino und seine Nebengebäude abgerissen.

In der Folgezeit siedelte sich dort das Autohaus Hülsen an, das das weitläufige Gelände für die Errichtung von Wohngebäuden, Autoreparaturwerkstätten, Ausstellungsräumen und einer Tankstelle nutzte. Die Firma Hülsen konnte dort auf eine lange Geschichte zurückblicken.

Schon um 1914 war man an der Rathausstraße ansässig wo Ludwig Hülsen ein Geschäft für den Verkauf von Fahrräder, Nähmaschinen und Motorfahrzeugen betrieb. In der Folgezeit verlegte man den Schwerpunkt ausschließlich auf den Verkauf und die Reparatur von Automobilen der Marke Opel.

Wenige Monate vor Entstehung des historischen Fotos hatte Hülsen am Schellerweg einen Umbau in Angriff genommen: zu erkennen an den Baugerüsten an der Frontseite. Die Ausstellungsflächen wurden vergrößert und neue Büroeinheiten entstanden.

Anfang der 1990er Jahre stellte die Firma Hülsen ihren Betrieb dort ein. Die im Erdgeschoss gelegenen Geschäftsräume wurden von der Firma Allkauf übernommen, die dort Fotoartikel und Kameras verkaufte. Die ehemalige Tankstelle nutzte Allkauf für den Betrieb eines Reisebüros. Heute ist dort eine Reinigung untergebracht. Die anderen einst von Allkauf genutzten Räumlichkeiten werden derzeit für den Betrieb eines Werbebüro und einer Stoffhandlung verwendet.

Das Elektrogeschäft Schmitz war zur damaligen Zeit eine beliebte Adresse für den Einkauf von Rundfunk- und Fernsehgeräten darstellte. Heute ist dort ein Sonnenstudio ansässig. Ursprünglich war in dem Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Bau ein Delikatessengeschäft angesiedelt. Unter dem Namen Peter Ahrens wurden dort Lebensmittel wie Meeresfrüchte, Pasteten, Salate, Würzsoßen, Käsesorten und Fleischprodukte angeboten.

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