Schäden sorgen für Gefahr in der Atsch

Von: Ottmar Hansen
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Die Sebastianusstraße weist inzwischen erhebliche Schäden auf. Weil sich der geplante Umbau verzögern wird, fordert die CDU, dass der zuständige Landesbetrieb Straßenbau NRW eine Reparatur vornimmt. Foto: O. Hansen
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Gefahrenstelle: An manchen Stellen ragen Eisenstangen aus der Fahrbahn.

Stolberg. Wer die Sebastianusstraße (L 236) in Atsch befahren will, sollte am besten einen Geländewagen benutzen. Der Asphalt ist dermaßen mit tiefen Löchern durchzogen, dass ein Pkw die Straße eigentlich nur noch im Schritttempo passieren kann. Und wer nicht aufpasst, schlitzt sich die Reifen an Eisenstangen auf, die bis zu 20 Zentimeter aus dem Boden ragen.

Die Anwohner beschweren sich immer wieder über den Lärm, der entsteht, wenn die Autoräder die großen Dellen oder losen Kanaldeckel überfahren. Entsprechend fordern sie eine umgehende Reparatur der schadhaften Stellen.

Ursprünglich sollte die Sebastianusstraße komplett umgebaut werden. Sie ist eine der am meisten befahrenen Achsen im Stadtgebiet und wird in Zukunft als Zubringer für den geplanten Autobahnanschluss bei Eilendorf dienen. Dann werden täglich mehr insgesamt als 13.000 Fahrzeuge täglich in beide Richtungen rollen.

Die Planungen waren bereits weit fortgeschritten, im Oktober 2011 hatte man sie den Bürgern vorgestellt. Im Frühjahr 2012 einigten sich die Stadt Stolberg und der zuständige Landesbetrieb Straßenbau NRW auf eine Aufteilung der Kosten. Der für den Herbst 2012 vorgesehene Baubeginn verzögerte sich dann allerdings wegen der Haushaltssperre. Im Jahr 2014 sollte dann endlich mit dem Bau begonnen werden. Die Beschwerden eines Anwohners und des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) brachten das Projekt aber endgültig zu Fall.

Verkehrsminister Michael Groschek stoppte das Vorhaben persönlich. Der Grund: Geplant war ein separater Radweg, der mal rechts- und mal linksseitig neben der Fahrbahn angelegt werden sollte. Unabhängig davon, dass die Radler so ständig die Straßenseite hätten wechseln müssen: Die Straßenverkehrsordnung sieht inzwischen vor, dass Radwege grundsätzlich auf der Fahrbahn zu führen sind. Die Zeichnungen landeten im Papierkorb, nun muss völlig neu geplant werden.

Das kostet Zeit. Inzwischen wird davon ausgegangen, dass zumindest der Plan-Vorentwurf für den Autobahnanschluss im kommenden Jahr vorgelegt werden kann. Die Genehmigung wird ebenfalls für 2015 erwartet. Das Planfeststellungsverfahren könnte im Jahr 2016 erfolgen. Im Jahr 2018 oder 2019 könnte mit dem Bau des Autobahnanschlusses begonnen werden. Bis wann der Zubringer Sebastianusstraße ertüchtigt sein wird, ist derweil noch offen.

So lange könnten die Anwohner jedoch nicht mit der desolaten Fahrbahnsituation leben, betonten jetzt CDU-Ratsmitglieder bei einem Ortstermin. Abgesehen davon, dass es unglaublich sei, dass die Beschwerde eines einzelnen Anwohners ein Millionenprojekt kippen könne, monierte Reiner Bonnie: „Die Schäden in der Straße sind unübersehbar. Das kann so nicht bleiben!“

Unterstützung erhalten die Atscher nach eigener Aussage vom CDU-Landtagsabgeordneten Axel Wirtz. Angesichts der langen Zeit bis zum Bau des Autobahnanschlusses lohne sich die Reparatur der Sebastianusstraße auf alle Fälle. „Da wir ja nun wissen, dass hier noch nicht so schnell die Bagger kommen, müssen zumindest die Schlaglöcher durch den Landesbetrieb Straßenbau möglichst bald gefüllt werden“, fordert Wirtz.

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