„Saubermann“ wollte sein eigener Chef werden

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
10601252.jpg
Büroarbeiten verrichtet er quasi nebenbei, denn Patrick Wolanski ist normalerweise den ganzen Tag im Reinigungseinsatz. Foto: D. Müller

Stolberg. Dieser Kupferstädter Mittelständler ist im besten Wortsinn ein wahrer „Saubermann“: Noch als Angestellter machte Patrick Wolanski sich Ende 2012 selbstständig und betrieb seinen eigenen Reinigungsservice zunächst im Nebenerwerb.

„Das Büro war in meiner Wohnung, und das da noch bescheidene Materiallager auf dem Speicher“, erinnert er sich. Im August 2013 wurde seine eigene Firma zu Wolanskis Haupterwerb, ein Jahr später mietete er ein Lager im Dienstleistungszentrum (DLZ) an der Cockerill- beziehungsweise Mauerstraße in Münsterbusch.

Inzwischen neun Angestellte

Seit dem 1. Juni ist dort auch das Büro des Reinigungsservices Wolanksi ansässig, und aus dem einstigen Ein-Mann-Betrieb ist inzwischen ein mittelständisches Unternehmen mit neun Angestellten geworden. „Zwei arbeiten in Voll- und zwei in Teilzeit. Fünf sind Mini-Jobber auf 400-Euro-Basis“, beschreibt Wolanski. Manche zu reinigende Objekte wie Büroräume oder Praxen müssten vor dem Arbeitsbeginn oder nach dem Feierabend der jeweiligen Kunden gesäubert werden, also am sehr frühen Morgen oder am späteren Abend.

Mit Familie vereinbar

„Da kommen die Mini-Jobber ins Spiel. Viele von ihnen können gar nicht ganztags arbeiten. Für sie hat die Beschäftigung bei unserem Reinigungsservice den Vorteil, dass diese Arbeit mit ihrer Familie vereinbar ist. Oder dass man den Job als Zubrot mit einer anderen, hauptberuflichen Tätigkeit kombinieren kann.“

Rund 80 Prozent Privatkunden

Wolanskis Team reinigt Glas und Rahmen ebenso wie Jalousien oder Treppenhäuser. „Wir übernehmen auch die Bauschlussreinigung, Teppichreinigungen und die tägliche Unterhaltsreinigung etwa in Kindertagesstätten. Aber rund 80 Prozent unseres Geschäftes machen die Privatkunden aus“, erklärt Wolanski.

Zum Beispiel die Reinigung von Wintergärten, Glasfassaden und auch von „ganz normalen“ Fenster würden in Auftrag gegeben werden. „Und das nicht weil die Kunden zu bequem sind, selbst für Sauberkeit zu sorgen, sondern weil wir Profis es einfach besser können und den Menschen eine Menge Zeit und Mühe sparen. Mit langen Leitern und Hebebühnen kommen wir überall ran, und wir arbeiten sehr schnell und gründlich.“ Die steuerliche Absetzbarkeit der so genannten „haushaltsnahen Dienstleistungen“ möge auch eine Rolle spielen. Das Risiko, in die Selbstständigkeit zu wechseln, habe der 28-Jährige auf sich genommen, weil er „keine Lust mehr auf ein Angestelltenverhältnis hatte“: „Ich wollte immer mein eigener Chef sein, und dann auch anderen Menschen die Perspektive bieten, für einen guten Arbeitgeber tätig zu sein.“

Als Beispiel nennt er seinen Mitarbeiter Marvin Hytrek. „Er ist so etwas wie unser Zugpferd und arbeitet zur vollsten Zufriedenheit der Kunden. Vorher war er Maler und über den Winter meist arbeitslos. Jetzt ist er ganzjährig in Vollzeit beschäftigt.“

Abends Büroarbeit

Eine Teilzeitkraft hat Wolanski für seinen Reinigungsservice allerdings aus der Not heraus angestellt. Hintergrund ist, dass der „Saubermann“ nicht nur sein eigener Chef geworden ist, sondern vor allem sein eigener Angestellter: „Die Büroarbeit erledige ich morgens und abends quasi nebenbei und bin normalerweise den ganzen Tag mit draußen und reinige“, beschreibt er.

Doch durch einen Kreuzbandriss fiel Patrick Wolanski arbeitsunfähig aus. „Um meine fehlende Arbeitskraft zu kompensieren, habe ich Jemanden in Teilzeit zusätzlich angestellt. Ich hoffe, bis Mitte September selbst wieder fit zu sein und voll mitarbeiten zu können, die neue Teilzeitkraft möchte ich dann aber trotzdem behalten.“ Ohnehin sei es sein Ziel, die Auftragslage seines Reinigungsservices noch zu verbessern, um weitere Arbeitsplätze in der Kupferstadt zu schaffen, sagt Wolanski: „Und ich bin sehr zuversichtlich, in Stolberg gutes und engagiertes Personal zu finden.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert