Sarkastische und Charmant: Lesung über eine „bitterarme Kleinstadt”

Von: Dirk Müller
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Hannibal von Instetten alias K
Hannibal von Instetten alias Klaus Gaida fesselte die Zuhörer mit köstlichen Geschichten aus seinem neuen Buch, das im November erscheint. Foto: D. Müller

Stolberg. Schnell war das Lächeln der Zuhörer allgegenwärtig, immer wieder erwuchs daraus ein Lachen, und der Applaus am Ende der Geschichten bekundete lautstark das hohe Amüsement der Gäste. In einen besonderen Genuss kam das Kupferstädter Publikum bei einer Lesung des Autors Hannibal von Instetten, alias Klaus Gaida.

Er präsentierte im Kupferhof Rosental köstliche Auszüge seine neuen Buchs „Der getötete Tod - Flüchtige Begegnungen”, das im November erscheinen wird.

Diese Vorpremiere war zugleich seine erste Lesung in der Heimatstadt Gaidas, der er einen Besuch abstattete, um mit Familie und Freunden seinen 40. Geburtstag zu feiern. In Stolberg geboren, zog es ihn nach dem Abitur am Ritzefeld-Gymnasium hinaus in die Republik, seine Stationen waren unter anderem Berlin, Bayreuth, Weimar, Köln und Dresden.

Gaida schrieb unter dem Pseudonym „Nick Kolarz” Bühnenstücke, die in der Berliner und Kölner Theaterszene aufgeführt wurden, heute lebt er in Görlitz. In dem satirischen Roman „Der Birnenverächter” beschreibt er als Hannibal von Instetten - ein Schelm, wer an Fontane dabei denkt - seine Kindheit und Jugend in einer „bitterarmen Kleinstadt in der kalten Eifel mit sterbender Schwerindustrie” ebenso wie seine derzeitige Wahlheimat Görlitz, „eine bitterarme Kleinstadt in der kalten Lausitz mit aussterbender Bevölkerung”. Die Kurzgeschichten aus seinem kommenden Buch begeisterten die Zuhörer in der immer noch „bitterarmen Kleinstadt” Stolberg.

Mit hohem sprachlichen Vermögen, dessen Intellekt jedoch die Unterhaltung nie unterdrückt, schrieb Gaida in „Der getötete Tod” Geschichten nieder, die sich tatsächlich so oder so ähnlich begeben haben. „Sie sind gesammelt und mir oder Freunden wirklich passiert”, sagt der Autor. Was allerdings die Bestellung eines „Expressos” bei einem besserwisserischen Kellner an Gedankenspielen zur Folge haben kann, entspringt der Feder Gaidas. Eins steht fest: Hätte er einen „Espresso” bestellt, wäre dies zu Lasten des Vergnügens der Gäste im Kupferhof gewesen.

Gaidas Humor ist sowohl sarkastisch scharf als auch augenzwinkernd leicht und charmant. Die Bandbreite seines satirischen Vermögens spricht an, zumal sich die literarische Qualität des Autors und die witzigen Inhalte der Kurzgeschichten wunderbar ergänzen. Ob zwei Gauner, die zum Leidwesen des Opfers Haydn- und Händelstraße verwechseln, oder eine spontane Erhebung zur Frage, welcher Deutsche Bundeskanzler die erotischste Ausstrahlung habe, bei der Kurt Georg Kiesinger eine untergeordnete Rolle spielt, da sich niemand mehr an ihn erinnern kann, - das Dauerschmunzeln der Gäste bei der kurzweiligen Lesung wurde nur durch lautes Lachen unterbrochen. „Birnenverächter” und „Der getötete Tod”

Das Buch „Der Birnenverächter” von Hannibal von Instetten alias Klaus Gaida ist in der Edition Paper-ONE erschienen. ISBN: 978-3-941134-66-9. Die Kurzgeschichtensammlung „Der getötete Tod - Flüchtige Begegnungen” erscheint im November.
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