Stolberg - Sarah Ganser kämpft sich ins große Finale

Sarah Ganser kämpft sich ins große Finale

Von: Jan Schlegelmilch
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Stolberg. In der Vergangenheit sorgte Sarah Ganser schon für viel Aufsehen in der Kartsportszene und ließ in vielen Rennen die meisten männlichen Kontrahenten hinter sich. Im Verlauf der aktuellen Kart-Saison lief es für Ganser dann anfangs nicht ganz so gut.

Doch pünktlich zum Höhepunkt der Saison hat sich die 14-jährige eindrucksvoll zurückgemeldet und ihren Renninstinkt unter Beweis gestellt.

„Ich bin erst einmal ziemlich stolz”, sagt Ganser selbstbewusst. Und das aus gutem Grund. Die Stolbergerin hat sich im letzten Rennen des Westdeutschen ADAC-Kart-Cups (WAKC) in der Klasse KF3 (125 ccm, 28 PS) dank einer überragenden fahrerischen Leistung die Teilnahme am ADAC Kart-Bundesendlauf am kommenden Wochenende in Hahn gesichert.

Im finalen Rennen des WAKC in Urtelfangen bei Saarbrücken fuhr Ganser auf den dritten Platz, der ihr 30 Punkte in der Gesamtwertung einbrachte. 29 Punkte fehlten Ganser vor dem Rennen noch zur Qualifikation zum Endlauf, die sie damit denkbar knapp schaffte. Beim Bundesendlauf in Hahn nehmen nur die besten Fahrer der vier ADAC-Regionalserien teil.

„Bei dem Rennen in Urtelfangen hat Sarah wirklich gekämpft”, erzählt Vater Robert Ganser, der seine Tochter auf und neben der Strecke in jeder Beziehung unterstützt und dementsprechend stolz ist: „Allein die Teilnahme am Endlauf ist ein Erfolg. Unser Ziel dort ist eine Top-Ten-Platzierung. Sarah wäre dann das erste Mädchen überhaupt, die das erreicht hätte”, sagt Robert Ganser.

Seine Tochter will nach den jüngsten Erfolgen sogar noch weiter nach vorne fahren: „Ich möchte schon unter die ersten fünf fahren. Es geht schließlich um eine gute Platzierung, denn die ersten drei erhalten eine Förderung vom ADAC”, nennt sie ein gutes Argument, in Hahn noch mehr Gas zu geben.

Durch ihre überraschende Qualifikation hat Ganser ihren Vater jedoch gleichzeitig vor ein Problem gestellt, was Robert Ganser noch lösen muss: „Ich habe das gesamte Geld in die letzten Rennen gesteckt, da ich mit einer Qualifikation für das Bundesfinale gar nicht mehr gerechnet habe. Dafür versuche ich jetzt, noch rund 1000 Euro zusammen zu bekommen”, verdeutlicht er, dass Kartsport kein günstiges Hobby ist. „Wir werden an einem Rennwochenende gut 1000 Euro los. Die anderen Teams investieren 2000 bis 3000 Euro, da ist das Material natürlich besser”, erzählt der Vater.

Trotzdem schafft es Sarah Ganser immer wieder, mit den beschränkten Möglichkeiten ganz vorne mitzufahren. Einen Tag vor ihrem dritten Platz beim Finale des WAKC in Urtelfangen - wo sie auch die schnellste Rennrunde fuhr - wurde Ganser auf der selben Strecke souverän Saarlandmeister, beim WAKC-Rennen in Walldorf Anfang September führte Ganser sogar über zwei Drittel des Rennens und belegte am Ende immerhin noch Platz drei.

„Ich hätte vom fahrerischen und mechanischen noch mehr rausholen können”, gibt sich Ganser trotz ihres „goldenen Septembers” in Hinblick auf die gesamte Saison aber nur bedingt zufrieden. Vollauf zufrieden wäre die 14-jährige aber sicher nach einer guten Platzierung in Hahn. „Ich kenne die Strecke gut”, ist Ganser optimistisch, dass auch am Wochenende einige Jungs wieder nur ihre Hinterreifen zu sehen bekommen.
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