Sanierungs-Endspurt am ersten Teilstück der Vichtbachmauer

Von: Nicola Gottfroh
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Hoffen auf wenig Regen: Nur we
Hoffen auf wenig Regen: Nur wenn der Wasserpegel nicht dramatisch steigt und ein Hochwasser ausbleibt, können die Arbeiter an dem Mauerstück entlang der Vicht werkeln. Foto: Nicola Gottfroh

Stolberg. Adolf Neumann passt bei der Arbeit ganz genau auf. Wer weiß: Bloß keinen zu großen Schritt nach hinten gehen, sonst sind die Füße plötzlich pitschnass. Denn nur einen einzigen großen Schritt von ihm entfernt plätschert die Vicht langsam vor sich hin.

„Ich hoffe, dass es mit dem gemächlichen Plätschern auch noch eine Weile so bleibt”, sagt der Lowtec-Arbeiter. Denn einen höheren Wasserpegel oder gar Hochwasser, das können er und seine Kollegen derzeit gar nicht gebrauchen. Denn nur wenn die Vicht kein Hochwasser führe, erklärt der Fachmann, lasse sich an der Vichtbachmauer arbeiten.

„Doch jetzt beginnt der April. Der macht nicht nur, was er will, sondern ist auch ein echter Hochwassermonat”, erklärt Neumann. Deshalb arbeiten er und seine Kollegen derzeit auf Hochtouren „Wir wollen möglichst viel schaffen - bis Mai soll das erste Stück fertig sein”, sagt Neumann. Einige hundert Meter lang ist die Baustelle zwischen der Brücke der Europastraße bis zum Bahnübergang - auf dem ersten Teilstück von der Brücke Europastraße bis hin zur kleinen Brücke Höhe Prattelsackstraße gehen die Arbeiten allmählich in den Endspurt.

Zurück in den Job

Die Sanierung der Vichtbachmauer gehört zu einer der Qualifizierungsmaßnahmen der LEG AS (Landesentwicklungsgesellschaft Arbeitsmarkt und Strukturpolitik) in Zusammenarbeit mit der Lowtech gGmbH in Stolberg. Mit dieser Maßnahme soll Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine oder nur geringe Chancen haben, die Eingliederung in das Erwerbsleben ermöglicht werden. Adolf Neumann ist einer von sieben Männern, die Bachufermauer der Vicht entlang der Eisenbahnstraße sanieren und damit endlich wieder einen richtigen Job haben.

Seit Juni vergangenen Jahres haben die sieben „Mauerspechte” immer dann, wenn es die Witterung zuließ, die Fugen der Mauer ausgekappt, Schadstellen gesäubert und ausgebessert, die gesamte Mauer neu verfugt.

Dabei setzten die Arbeiter auf Technik: „Statt auf die Verfugung mit der Hand haben wir bei der Vichtbachmauer auf Spritzverfugung gesetzt. Da wird der Spieß mit 1,5 Bar in die Fuge hineingedrückt. Das hält dann eine Weile dicht”, sagt Neuman. Trotz der Verfugung mit hohem Druck waren die Männer stets abhängig vom Wetter: „Deshalb haben wir zunächst auf ganzer Länge mit der Sanierung der unteren Mauerhälfte begonnen, damit bei Hochwasser nichts mehr ausschwemmen kann”, erklärt Neumann. Wenn die Arbeiten in Kürze auch am oberen Mauerteil fertiggestellt sind - hier wird die Mauer mit Eisenstangen und Beton noch zusätzlich stabilisiert - wird noch das neue Geländer angebracht.

Doch selbst wenn sie weniger motiviert wären und es wollten -Zeit zum Füße hochlegen bleibt den Arbeitern nach Beendigung des ersten Teilstücks nicht.

Denn anschließend werden die Männer die Sanierung des zweiten Teilstücks in Angriff nehmen. „Und das hat es in sich”, sagt Lowtec-Mitarbeiter Adolf Neumann und lässt seinen Blick bachabwärts schweifen, bis er an einem der vielen Äste, die aus dem Mauerwerk hinauswachsen, hängen bleibt. „Die Baumwurzeln haben uns schon auf dem oberen Stück richtig viel Arbeit gemacht. Hier ist es noch viel schlimmer, die haben sich im gesamten Mauerwerk breit gemacht und dicke Beulen in die Bruchsteinwand gedrückt”.

Die Kupferstädter werden die Mauerspechte wohl noch viele Male beim Werkeln beobachten können.

Bis die marode Mauer bis hin zum letzten Stein saniert sein wird, dauert es noch etwa ein Jahr. Ein Glück für Neuman und seine Kollegen. Denn solange die Mauer noch Arbeit bietet, solange haben sie noch einen Job.
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