Stolberg - Sanierung von Kanalanschlüssen: Stadt warnt vor Haustürgeschäften

Sanierung von Kanalanschlüssen: Stadt warnt vor Haustürgeschäften

Von: -jül-
Letzte Aktualisierung:
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Sind sie noch dicht, die privaten Kanalhausanschlüsse? Denn Abwasser darf nicht ins Grundwasser gelangen. Deshalb fordert der Gesetzgeber von der Stadt und von den Hauseigentümern einen Dichtheitsnachweis.

Stolberg. „Ist ihr Hausanschluss dicht?” Diese Frage wird in letzter Zeit häufiger an der Haustür gestellt. Auch von sogenannten „Kanalhaien”, unseriöse Firmen, die versuchen, durch Haustürgeschäfte mit Dichtigkeitsprüfungen unnötig viel Geld zu verdienen. Ein Umstand, der zu Beschwerden bei der Stadt geführt hat, die nun ihrerseits vor „Kanalhaien” warnt.

Anlass ist der vom Gesetzgeber geforderte Nachweis der Dichtheit der privaten Abwasserleitungen durch die Hauseigentümer. Sie müssen bis zu einer bestimmten Frist der Stadtverwaltung die Dichtheit ihres Hausanschlusses mittels Bescheinigung belegen.

„Die Eigentümer sollten Ruhe bewahren, abwarten und sich durch die Verwaltung beraten lassen”, empfiehlt Fachbereichsleiter Josef Braun. In Stolberg steht bis dato lediglich eine Frist fest: Für Gebäude im Bereich von Wasserschutzzonen - Breinigerberg, Mausbach und Gressenich - muss die Dichtheit bis 31. Dezember 2015 nachgewiesen werden. Alle übrigen Stadtteile haben mehr Zeit.

Das Tiefbauamt bereitet eine Einteilung des Stadtgebietes mit unterschiedlichen Fristen vor, die mit dem eigenen Vorgehen der Verwaltung korrespondiert, die ebenfalls die Dichtheit ihrer Kanalleitungen untersucht. Diese Fristen werden voraussichtlich bis in die 20er Jahre reichen. „In Kürze werden wir dem Rat das Konzept zur Entscheidung vorlegen”, erklärt Braun. Der wird dann auch zu entscheiden haben, ob eine zusätzliche Stelle für Beratung und Abwicklung der Dichtheitsprüfung eingerichtet und ob es eine Art Hausmeistervertrag mit vorrangig berücksichtigten Unternehmen geben wird.

Für Privatleute besteht auch die Möglichkeit, sich straßen- oder abschnittsweise für eine Dichtheitsprüfung und falls erforderlich Sanierung der Kanalleitungen zusammenzuschließen. „Sinnvoll ist es, für Überprüfung und Sanierung zwei unterschiedliche Unternehmen zu beauftragen”, empfiehlt Braun zur Vermeidung unnötiger Arbeiten.

„Nach unseren Erfahrungen liegen die Kosten für eine Dichtheitsprüfung je nach Umfang zwischen 200 und 500 Euro für ein Einfamilienhaus”, sagt Jörg Wenn, der sich beim Tiefbauamt vorrangig um die Dichtheit privater Abwasserleitungen kümmert. In den Kosten enthalten sind Baustelleneinrichtung, Befahrung des Kanals per Kamera und eine DVD inklusive Auswertung. Die Kosten einer Sanierung sind abhängig vom Aufwand.

„Die Stadt hat dafür keine Firmen beauftragt und wird keine beauftragen”, warnt Wenn vor Haustürgeschäften. Mitarbeiter der Verwaltung müssen sich Bürgern gegenüber ausweisen und melden ihren Besuch vorher an. Die Stadt appelliert an die Bürger, bei Auftreten von und Kenntnissen über solche „Kanalhaie” die Polizei einzuschalten. „Ein strafrechtliches Vorgehen gegen solche Firmen ist nur nach einer Anzeige möglich”, sagt Wenn.

Die Polizei wird mit ihren Experten auch an den Bürgerversammlungen teilnehmen, die die Stadt zu dem Thema noch anbieten wird.

Direkter Kontakt zum Fachmann im Rathaus

Für Fragen und weitergehende Informationen rund um das Thema Dichtheit privater Abwasserleitungen steht bei der Stadtverwaltung Jörg Wenn zur Verfügung. Der Diplom-Ingenieur informiert ebenso über die gesetzlichen und terminlichen Voraussetzungen wie er Hinweise auf eine technische Umsetzung geben kann. Er ist erreichbar im Tiefbauamt des Rathauses, Zimmer 405, Telefon: 02402/13-356, E-Mail: jörg.wenn@stolberg.de.
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