Stolberg - Sanierung der Aachener Straße: Das „Teurometer” schlägt aus

Sanierung der Aachener Straße: Das „Teurometer” schlägt aus

Von: Michael Grobusch
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Dass die Aachener Straße saniert werden muss, steht - auch wegen der Verkehrssicherungspflicht der Stadt - außer Frage. Offen ist hingegen noch, welche zusätzlichen Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Wenn Baumaßnahmen teurer werden als dies ursprünglich einmal geplant war, sorgt das in Stolberg normalerweise nicht mehr für große Verwunderung. Bei der Aachener Straße dürfte das jedoch anders sein: Hier schlägt das „Teurometer” derart aus, dass aus der Politik schon im Vorfeld Stimmen laut werden, die ihr Veto ankündigen.

Und das hat seinen Grund: Nicht 2,44 Millionen Euro, sondern bis zu 3,99 Millionen Euro könnte die Sanierung der maroden Straße von Büsbach bis in die Innenstadt kosten. Das sagt die „überarbeitete Kostenschätzung” aus, die die Verwaltung dem Bau- und Vergabeausschuss am kommenden Mittwoch vorlegen wird.

Den schwarzen Peter, den Kritiker bereits in der Hand haben, will sich Josef Braun diesmal allerdings nicht so einfach zuschieben lassen: „In dem Ansatz von 2007 waren ausschließlich die reinen Straßenbaukosten benannt”, betont der Fachbereichsleiter. Hinzu kämen in der aktualisierten Auflistung die Ingenieurhonorare und die allgemeine Kostensteigerung sowie die Kosten für die Erneuerung der Abwasserleitung, auch wenn diese später über Zuschüsse und Gebühren abgedeckt werden könne. In der Summe macht das aber selbst bei der günstigsten Variante ein Plus von gut einer Millionen Euro, die Kosten belaufen sich demnach auf mindestens 3,48 Millionen Euro.

Noch teurer würde es im Falle einer Realisierung von zwei weiteren Maßnahmen, die einerseits von der Politik und anderseits im Rahmen der Bürgerbeteiligung gewünscht und von der Verwaltung in insgesamt vier weiteren Planungsvarianten dargestellt worden sind. Ein zusätzlicher Kreisverkehr an der Einmündung zum Lehmkaulweg kostet nach Angaben der Verwaltung 143.000 Euro, die von den Anwohnern geforderte Schaffung eines zweiten Parkstreifens im unteren Bereich würde mit zehn Stellplätzen 46.000 Euro und mit 38 Stellplätzen 363.000 Euro kosten.

„Die zweite Variante würde eine Erhöhung des Flächenansatzes um 20 Prozent mit sich bringen”, erklärt Braun. Hierzu müsste eine Fläche von gut 900 Quadratmetern erworben werden. Dies wiederum wäre nach Aussage von Josef Braun mit „schwierigen Ankaufverhandlungen und kostenintensiven Ausgleichsmaßnahmen” verbunden - letzteres, weil ein Eingriff in das Naturschutzgebiet Klüttgenswiese vorgenommen werden müsste.

So verwundert es nicht, dass die Verwaltung vor allem bei den Parkstreifen ein erhebliches Einsparpotenzial sieht und empfiehlt, mit einem Verzicht auf die 28 westlich der Aachener Straße gelegenen Plätze die ohnehin schon enormen Gesamtkosten in Grenzen zu halten.

Zugleich könnte der Wunsch nach zusätzlichen Parkmöglichkeiten trotzdem erfüllt werden, denn: „Es hat sich ergeben, dass der seinerzeit im Rahmen des Burgcenter-Baus errichtete Parkplatz an der Brauereistraße von der EWV nicht mehr genutzt wird und deshalb an die Stadt zurückfällt”, berichtet Braun.

70 Prozent zahlt das Land

Im Rahmen des Entflechtungsgesetzes kann die Stadt Stolberg mit einer 70-prozentigen Bezuschussung durch das Land rechnen. Zieht man zudem noch die rund 300.000 Euro für die Erneuerung der Abwasserleitung ab, die durch den Kanalhaushalt abgedeckt werden, erwartet die Stadt einen Eigenanteil, der zwischen 1,24 und 1,55 Millionen Euro liegen wird. Die entsprechenden Anliegerbeiträge nach dem Kommunalabgabengesetz (KAG) bewegen sich zwischen 414.000 und 595.000 Euro.
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