Saint-Gobain Sekurit baut 85 Arbeitsplätze in Stolberg ab

Von: -jül-
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Sanit Gobain baut am Stolberger Standort 85 Arbeitsplätze ab. Foto: J. Lange
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Die Produktionslinie, auf der nur Standardprodukte hergestellt werden, soll bis April 2016 stillgelegt werden. Foto: J. Lange

Stolberg. Saint-Gobain Sekurit restrukturiert seinen Standort in Stolberg. Als Folge soll die Produktionslinie für konventionelle Windschutzscheiben bis April 2016 stillgelegt werden, während es zu Produktionsreduzierungen an der zweiten Linie zur Produktion komplexer Windschutzscheiben bis September 2016 kommen wird, weil im nächsten Jahr ein Scheibenmodell ausläuft.

Beide Maßnahmen bedeuten den Abbau von rund 85 von aktuell etwa 230 Arbeitsplätzen, bestätigte Unternehmenssprecherin Regina Decker auf Anfrage unserer Zeitung.

Vorgestellt werden am Donnerstag auf der Aufsichtsratssitzung des Konzerns aber auch die Pläne, rund eine Million Euro in eine neue Biegetechnologie für die zweite Produktionslinie in Stolberg zu investieren, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zu stärken. „Es ist geplant, die Produktion im Werk Stolberg auf die multifunktionalen, komplexeren Windschutzscheiben zu konzentrieren“, erklärt Decker.

Hintergrund der Restrukturierung von Sekurit ist das niedrige Preisniveau für Standardwindschutzscheiben auf dem europäischen Markt. In Stolberg befinden sich seit drei Jahren die Verkaufspreise größtenteils unterhalb der Herstellungskosten. Trotz aller bisher durchgeführten Kostensenkungsmaßnahmen durch Prozessoptimierungen und Energieeinsparprojekte hätten die hohen Verluste nicht ausgeglichen werden können.

„Seit Anfang 2013 hat die Werksleitung gemeinsam mit der Mannschaft darum gekämpft, die Herstellungskosten der Standardwindschutzscheiben zu senken. Jedoch konnten wir die große Lücke zwischen Verkaufspreis und Herstellungskosten nicht ausreichend schließen“, kommentiert Dr. Alf Niederle, Werkleiter der Saint-Gobain Sekurit in Stolberg. „Wir werden unser Bestes tun, die betroffenen Mitarbeiter gemeinsam mit dem Betriebsrat zu unterstützen und die sozialen Auswirkungen zu minimieren.“

Da Saint-Gobain Sekurit vertraglich verpflichtet sei, über April 2016 hinaus Standardwindschutzscheiben zu liefern, sollen die Schwesternwerke in Tschechien und Polen die Produktion übernehmen. Die Unternehmensleitung werde die Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan in den nächsten Tagen mit dem Betriebsrat aufnehmen. Der war am Mittwoch für eine Stellungnahme für unsere Zeitung nicht zu erreichen.

Zuletzt 2009 hatte Sekurit in Stolberg nach langen Verhandlungen 50 Arbeitsplätze aufgrund der globalen Wirtschaftskrise abgebaut.

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