Stolberg - Saft hilft beim Erhalt der Streuobstwiesen

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Saft hilft beim Erhalt der Streuobstwiesen

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Die mobile Saftpresse in Aktion: Die Äpfel werden zunächst klein geschabt und die Maische anschließend in der Packpresse entsaftet. Foto: D. Müller

Stolberg. Zufrieden lächelnd hievt Heinz van Booven die dritte große Kiste mit Apfelsaft in seinen Kombi. „Ich bringe leckeren reinen Saft ohne Konservierungsmittel, künstliche Aromen oder Zucker mit nach Hause”, freut sich der Eilendorfer.

Er nutzt zum ersten Mal das Angebot der mobilen Saftpresse der Biologischen Station in der Städteregion Aachen. „Bisher haben wir immer viele Äpfel abgegeben und vom Rest Kompott gemacht”, sagt van Booven. Doch in diesem Jahr sei die Ernte besonders gut gewesen, so dass er sich entschlossen habe, zur Biologischen Station nach Stolberg zu fahren. 86 Kilogramm Äpfel waren der Ertrag seiner heimischen Streuobstwiese, die er nun als 55 Liter frisch gepressten und haltbar gemachten Saft einstreicht.

Bis zu 18 Tonnen Äpfel verarbeitet die Biologische Station jährlich in der mobilen Saftpresse. Die Früchte werden zunächst gewaschen, gewogen und anschließend gemaischt, also in einer Schabemühle fein zerkleinert, um eine hohe Ausbeute zu gewährleisten. Die Maische wird dann in der so genannten „Packpresse” entsaftet. Die einzelnen Packen werden dabei von Holzbrettern getrennt aufeinander geschichtet und gepresst. „Durch dieses Verfahren erreichen wir eine sehr gute Druckverteilung, was wiederum der Effizienz zu Gute kommt. So können wir möglichst viel Saft aus den Früchten gewinnen”, erklärt Herbert Theißen von der Biologischen Station.

Der Apfelsaft kann jetzt abgefüllt werden, ist allerdings nur etwa zwei Tage haltbar. Ab dem dritten Tag beginnt er zu gären und wird zu einem „Leichten Rauscher”, ähnlich dem Federweißer. In den nächsten zwei Wochen steigt der Alkoholgehalt des Getränks stetig, bis die Flüssigkeit schließlich ungenießbar wird. Daher bietet die Biologische Station zusätzlich zur mobilen Saftpresse gleich den Service des „Pasteurisierens” an: In einer speziellen Apparatur wird der Saft auf etwa 75 Grad Celsius erhitzt, um ihn haltbar zu machen.

„Bei dieser Temperatur werden die Hefebakterien abgetötet und so die Gärung verhindert. Wichtig ist aber, den Saft nicht zu stark zu erhitzen, da sonst die Vitamine verkochen”, erläutert Theißen mit ständigem Blick auf das Thermometer der Maschine. Das fertige Produkt wird sogleich in sterile Fünf-Liter-Beutel aus Kunststoff abgefüllt, die bereits mit einem praktischen Ausgießer versehen sind, und in einen Karton gepackt. Der Apfelsaft ist in der verschlossenen Packung ein Jahr lang haltbar. Einmal geöffnet hält er sich immerhin noch sechs Wochen.

Die Kosten für die Herstellung des Safts belaufen sich auf rund 30 Cent pro Liter, bzw. 4,25 bis fünf Euro für den pasteurisierten Fünf-Liter-Karton, je nach verarbeiteter Menge. „Die Biologische Station arbeitet nicht gewinnorientiert, sondern lediglich kostendeckend. Unser Anliegen ist es, den Schutz und die Erhaltung der Streuobstwiesen zu fördern, indem wir helfen, das Produkt der Wiesen praktisch nutzbar zu machen”, beschreibt Theißen.

Er verweist auf den besonderen Geschmack des naturbelassenen Safts: „Eine Streuobstwiese bringt Äpfel mit hohen Säuregraden hervor. Die Mischung verschiedener Sorten in unterschiedlichen Reifegraden bedingt das einzigartige Geschmackserlebnis des Apfelsafts.”
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