Stolberg-Breinig - Rundgang auf der Theaterbühne

Rundgang auf der Theaterbühne

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
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Sich in die verschiedenen Lebenssituation von Kindern aus allen Teilen der Welt hinzuversetzen, darum ging es beim Theaterstück der Breiniger Grundschule. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Breinig. In Wirklichkeit eine Kindgöttin zu sein, das ist eine Vorstellung, die die kleine Toyah als wenig verlockend empfindet. „Das ist bestimmt komisch, wenn alle dich anbeten”, überlegt die Grundschülerin aus Breinig.

Sich in die verschiedenen Lebenssituation von Kindern aus allen Teilen der Welt hineinzuversetzen, darum ging es bei dem Theaterstück mit dem Titel „Plastische Gestalten in Bewegung”. Einstudiert hatten es Dritt- und Viertklässler der Grundschule Breinig. Die Aufführung ist war zum 21. Schüler-Theaterfestival.

Es ist ein ungewöhnliches Stück. Der nüchtern klingende Titel bezieht sich auf die Pappfiguren, die die Grundschüler unter Anleitung der Künstlerin Anke Wolf für das Theaterstück fertigten. Die bunt bemalten und lebensgroßen Pappkameraden stellen die Personen dar, die die Kinder für ihr Spiel ausgesucht haben. „Es sind wahre Geschichten, die hier geschildert werden”, erklärt Anke Wolf. Bei den Proben stand den Schülern die Schauspielerin Eva Weissenböck zur Seite. Das Theaterstück, das die Kinder selbst geschrieben haben, erinnert an einen Rundgang durch eine Ausstellung. Nur mit dem Unterschied, dass die „Exponate” Menschenkinder sind.

Nele und Ann-Christin spielen überzeugend zwei Reporterinnen, die Kinder nach ihrem Alltag befragen. Das gibt dem Ganzen einen dokumentarischen Anstrich. Sie interviewen unter anderem Barak Obamas Tochter Malia, die die Zuschauer in ihrem luxuriösen Zimmer umherführt. Doch schnell merken die Zuschauer, dass es auch Schattenseiten hat, reich und berühmt zu sein. „Immer sind Leibwächter dabei, nie kann ich alleine irgendwo hin”,erzählte die Tochter des amerikanischen Präsidenten.

Ein Kontrast dazu ist die Lebenssituation eines Kindes aus Afrika. Für eine Handvoll Essen schuftet es auf den Plantagen. Ebenso bedrückend ist das Interview mit zwei Kindern, deren Väter als Soldaten der US-Army in Afghanistan sind. Damit sie ihre Väter nicht vergessen, „sitzen” diese als lebensgroße Fotografien mit am Mittagstisch.

Die Kinder haben sich eingehend mit der Lebenssituation der Kinder, die sie Theaterstück spielen, auseindergesetzt. Auf die Frage, wie es wohl ist, wenn die Herrschaft als Kumari endet (mit dem Einsetzen der Pubertät wird aus der Kindgöttin ein normales Mädchen), antwortet Toyah: „Die Kumari, die ich spiele, hat im Vergleich zu an anderen Kindgöttinnen Glück. Sie darf eine normale Schule besuchen, was normalerweise nicht gestattet ist. Vielleicht hilft ihr das ein bisschen, sich im normalen Leben zurecht zu finden.”
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