Runderneuerung im Vorstand der Grünen

Von: Johannes Mohren
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Stolberg. Einen harten Schnitt wolle man nun machen, um dann völlig unbelastet einen Neuanfang starten zu können, betonte Mario Wissel im Rahmen der Mitgliederversammlung des Stolberger Ortsverbands B90/ Die Grünen.

Als letztes verbliebenes Mitglied des alten Vorstandes erklärte er seinen Rücktritt und machte so den Weg für einen runderneuerten und verjüngten Vorstand frei. Dina Graetz und Volker Gutzeit bilden nun die Doppelspitze der Stolberger Grünen, Hubert Simons übernimmt Wissels Amt als Kassierer und vervollständigt die neue Führung des Ortsverbands.

„Ziele klar verfehlt”

„Letztendlich haben wir als Vorstand die selbst formulierten Ziele klar verfehlt”, gab sich Wissel selbstkritisch. Man habe Gräben schließen und gemeinsames, zielorientiertes Arbeiten wieder ermöglichen wollen, sagte er, in diesem Anliegen sei man offenkundig gescheitert. Anfang Mai war es zum Bruch des Vorstandes gekommen, Elmar Wilhelmy trat von seinem Amt als Vorsitzender zurück, seine Tochter Janina gab ihre Funktion als Beisitzerin auf. Die Gründe dafür kenne er bis heute nicht, berichtete Wissel.

Klarer sind hingegen die Beweggründe für die Aufgabe des Vorsitzes bei Marita Stahl, die Wissel bei der Versammlung offiziell bekannt gab. Gesundheitliche Gründe seien bei ihr ausschlaggebend für die Beendigung der Tätigkeit, erklärte er.

Als einziger Verbliebener des ursprünglich vierköpfigen Vorstandsgremiums konnte Wissel aber auch positive Ereignisse hervorheben. Die 25-Jahr-Feier habe viel Vorbereitungszeit gekostet, sei aber auch ein voller Erfolg gewesen, berichtete Wissel. Auch das Engagement der Stolberger Grünen im Rahmen der Demonstration gegen den Aufmarsch der Rechten in Stolberg sei lobenswert gewesen. „Wir waren aktiv, haben das Banner mitgestaltet und unser Stand am Jordansplatz war ein echter Blickfang”, zeigte er sich im Jahresbericht zufrieden. Bei der Realisierung anderer Ziele sei man hingegen gescheitert. „Wir wollten neue Mitglieder werben und uns als Ortsverband weiter etablieren, das ist leider nicht geglückt”, gestand Wissel ein.

Mit frischem Wind soll nun ein neuer Anlauf genommen werden. Am Steuerrad stehen dabei Dina Graetz, Volker Gutzeit und Hubert Simons, ihr Ziel: Die bundesweite „grüne” Erfolgswelle auch in Stolberg nutzen. Die Hürde der Wahl meisterten die drei zumindest schon einmal problemlos: Auf die 19-jährige Abiturientin Dina Graetz entfielen bei der Wahl zur Vorstandssprecherin sieben Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen und einer ungültigen Stimmabgabe, Volker Gutzeit wurde mit acht Ja-Stimmen als neuer Vorstandssprechers gewählt (eine Enthaltung, eine ungültige Stimme) und Hubert Simons erhielt bei der Wahl zum Kassierer sieben Ja-Stimmen (zwei Nein-Stimmen, eine ungültige).

„Unbeschriebenes Blatt”

Mit Volker Gutzeit nimmt ein völlig „unbeschriebenes Blatt” seine Arbeit auf, gerade einmal zwei Monate ist der zweifache Familienvater Teil des Stolberger Ortsverbands. Ein „grünes” Herz schlägt aber schon lange in dem 46-jährigen Sachverständigen für Innenraumdiagnostik.

In Roetgen war er bereits bei den Grünen aktiv, sein Umzug nach Stolberg scheint sich für die Kupferstädter Parteigenossen als echter Glücksfall zu erweisen. Gemeinsam mit Dina Graetz, die bald Bauingenieurwesen in Aachen studieren möchte, und Hubert Simons, dem 47-jährigen Hüttenfachtechniker, formulierte Gutzeit gleich nach der Wahl erste Ziele.

Mehr Leute werben

Man wolle mehr Leute werben, sagte Graetz, die grüne Idee müsse auch in Stolberg überall publik gemacht werden, man wolle zeigen, wofür die Grünen stehen, fügte Gutzeit hinzu. „Ich bin überzeugt, dass dieser neue Vorstand in den nächsten Jahren das schafft, was uns nicht gelungen ist”, betonte Mario Wissel, der den Stolberger Ortsverband weiterhin auf der Regionaldelegiertenkonferenz vertreten wird. Die Hoffnungen des Ortsverbands ruhen nach einem schweren Jahr auf dem Trio.
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