Ruine bleibt Schevenhütte wohl erhalten

Von: Jürgen Lange
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Zwar gesichert, aber nur noch Ruinen sind die Gebäude des früheren Sägewerkes mitten in Schevenhütte. Seit Jahren bemühen sich die Eigentümer um eine Entwicklung – bislang vergebens. Foto: J. Lange
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Ein juristischer Streit mit dem Wasserverband über Wasserrechte bremst die Sanierung oder den Neubau der Gastronomie am früheren Freibad.
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Hier kann keiner mehr Spielen: Von der Natur zurückerobert ist der ehemalige Minigolfplatz von Haus Jägerbusch an der Nideggener Straße.

Stolberg-Schevenhütte. „Altes Sägewerk auf Dauer eine Gewerbebrache?“, titelte unsere Zeitung im Oktober 2008 und traf damit eine Zustandsbeschreibung, die auch sieben Jahre später nichts an Aktualität eingebüßt hat, während die alten Sägewerksgebäude immer weiter verfallen.

Das geht jedenfalls aus der Stellungnahme des Technischen Beigeordneten Tobias Röhm auf einen Antrag der SPD hervor, für das Areal in der Ortsmitte Schevenhütte „eine dem Ortsbild förderliche, weitere Verwendung zu erwirken“.

Denn seit mehr als einem Jahrzehnt sind sämtliche Pläne gescheitert, die rund 11.000 Quadratmeter zwischen Nideggener Straße, Kahnweiher und An der Mühle zu entwickeln. Und das liegt aus Sicht des Eigentümers auch wesentlich an den Forderungen der Kupferstadt.

Intensiv und kontrovers waren vor über zehn Jahren die ersten Pläne zu einer Nutzung des Sägewerk-Geländes in der Bürgerschaft diskutiert worden, als ein Investor auf dem Körner-Gelände einen Wohnpark mit rund 40 Einheiten errichten wollte. Dagegen liefen die Schevenhütter Sturm, und die Politik beugte sich den Böen: Noch 19 Ein- und Zweifamilienhäuser sowie ein Mehrfamilienhaus mit neun Wohneinheiten sieht der immer noch gültige Bebauungsplan Nr. 127 vor, der am 31. April 2004 Rechtskraft erlangte.

„Mit diesem Bebauungsplan ist viel Geld in den Sand gesetzt worden“, sagte Miteigentümer Horst Körner bereits vier Jahre später; denn eine Bebauung ließ sich auch bis heute nicht realisieren. Ebenso wenig die Idee vor vier Jahren, anstelle der Eigenheime neben dem Mehrfamilienhaus ein Seniorenheim mit 50 Betten und weiteren Dienstleistungsangeboten nebst einem kleinen Nahversorger auf dem Gelände zu etablieren. Nach einem ersten Anlauf versandete das Vorhaben des Investors am Ufer des Wehebachs.

Neben den Preisvorstellungen der Eigentümer des Areals erwiesen sich immer wieder der Aufwand für den Abriss der Altbebauung, für den erforderlichen ökologischen Ausgleich und vor allem die Kosten eines Neubaus der Brücke über den Wehebach als Erschließung des Gebietes als großes Hindernis.

Und an dieser Situation hat sich bis heute „nichts geändert“, erklärt Röhm nach Rücksprache mit den Eigentümern. Sie sind „nach wie vor daran interessiert, die Fläche im Ganzen an einen Projektentwickler oder an die Stadt zu verkaufen“, berichtet der Beigeordnete. Doch die Erschließung über eine neue Brücke sei angesichts der geringen Erträge aus der Grundstücksvermarktung bei einem Bodenrichtwert von 120 Euro/m2 in Schevenhütte „nicht bezahlbar“.

Die Kupferstadt fordere – wie von Anfang an bekannt – weiterhin für die vorhandene alte Brücke den schwerlich erbringbaren statischen Nachweis oder eben den Neubau der Brücke, bestätigte Röhm. Eine Alternative wäre allerdings eine Erschließung über den Backofen und den Platz „An der Mühle“. Doch diese Alternative sei bis dato immer abgelehnt worden, weil der Parkplatz dann nicht mehr als Veranstaltungsort mit Festzelt zu nutzen wäre.

Und ohne Bewegung bei der Kupferstadt in der Frage der Erschließung des Sägewerk-Areals würden die Eigentümer kaum Entwicklungschancen für ihr Gelände sehen. Einig seien sie sich mit der Verwaltung auch in der Einschätzung, so Röhm, dass die im B-Plan vorgesehene Bebauung heute nicht mehr vermarktbar wäre. Nicht einmal die Stolberger Bauland Gesellschaft (SBG) habe ein Interesse nach einem Ankauf, da der Partner S-Immo die Vermarktungsaussichten sehr kritisch sehe.

Die vorhandenen Ruinen auf dem Sägewerksgelände seien durch die Eigentümer freiwillig gesichert worden. Für die Anordnung eines Abrisses fehlten die Rechtsgrundlagen. Das Bauordnungsamt überwache das Gelände aber regelmäßig, erklärt der Technische Beigeordnete in seiner Vorlage für den Ausschuss für Stadtentwicklung.

Vorschläge für eine Nutzung hatte in der Vergangenheit auch der Bürgerverein Schevenhütte unterbreitet. Die Idee eines Wassermuseums mit Unterstützung des Landschaftsverbandes ließ sich aber ebenso wenig realisieren wie eine Gestaltung als Park nicht finanzierbar erscheint.

Zumindest einen kleinen Funken Hoffnung kann Tobias Röhm dem Ausschuss für Stadtentwicklung für die Entwicklung des früheren Restaurants „Haus Jägerbusch“ mit seinem Minigolfplatz an der Nideggener Straße machen.

Schon vor gut zehn Jahren plante der Eigentümer den Abriss und Neubau eines Restaurantbetriebes, für den 2009 eine Baugenehmigung erteilt worden war. Aber das Projekt musste immer wieder verschoben werden, weil der Eigentümer in einem juristischen Streit mit dem Wasserverband Eifel-Rur um Wassernutzungsgebühren liege. Bis zur Klärung sei nicht mit einer Investitionsentscheidung zu rechnen.

Eine Marktanalyse mache zudem wenig Hoffnungen für einen florierenden Restaurantneubau. Eine Sanierung des Altbaus oder eine anderweitige Nutzung als Verwaltungs- oder Betriebsgebäude werde geprüft, berichtet Röhm, dass der Eigentümer zumindest bereit ist, tätig zu werden.

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