Rückschlag für Zweifaller Schützen: Presbyterium ist gegen Schießstand

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:

Stolberg-Zweifall. Während die Narren in diesen Tagen ausgelassen feiern, ist die Stimmung bei den St. Sebastianus-Schützen in Zweifall weiterhin bedrückt. Die Auswirkungen des abrupten, behördlich verordneten Rauswurfes aus der Grundschule im vergangenen Oktober bekommen die Mitglieder in trister Regelmäßigkeit zu spüren.

Und ein Ausweg aus der schwierigen Situation, die die Existenz der Bruderschaft auf Dauer in Frage stellen dürfte, ist weiterhin nicht zu erkennen.

„Wir leben noch”, erklärt Karl-Erich Krings auf Nachfrage unserer Zeitung nicht ohne Ironie. Der Brudermeister hat sich zwar damit abgefunden, dass es kein Zurück in die Schule und auch keine Hilfe von der Politik geben wird. Die sprichwörtlichen Brocken hinschmeißen will er aber nicht, wenngleich es bei der Suche nach einer neuen Bleibe erneut einen Rückschlag gegeben hat. Denn die Hoffnungen, im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde einen Schießstand installieren zu können, haben sich mittlerweile zerschlagen.

„Wir hatten das Dachgeschoss ins Auge gefasst. Dort hätten man zwar umbauen müssen, eine solche Maßnahme wäre aber zu bewältigen gewesen”, berichtet Krings. Zustimmung und Unterstützung ernteten die Schützen nach Aussage des Brudermeisters bei Pfarrerin Ute Meyer-Hoffmann. „Doch das Presbyterium war anderer Meinung und hat gegen die Pläne sein Veto eingelegt.”

Somit bleibt alles vorerst alles beim Alten, und das ist vor allem mit Ungewissheit verbunden. Ihre Wettkämpfe dürfen die Zweifaller bis auf weiteres bei den Kollegen von St. Hubertus in Büsbach austragen, Trainingsmöglichkeiten bieten sich dort aus Kapazitätsgründen allerdings nicht. Ohnehin halten die St. Sebastianus-Schützen an ihrer Überzeugung fest, dass eine dauerhafte örtliche Verlagerung der Aktivitäten einen Zerfall des Vereins und ein Ende der mittlerweile 186-jährigen Tradition zur Folge haben würde.

So bleibt nur das Prinzip Hoffnung und der verzweifelte Versuch, doch noch innerhalb des Ortes einen neuen Standort zu finden. Wie lange die Bruderschaft den Belastungen der derzeitigen Situation noch standhalten kann, vermag Karl-Erich Krings nicht zu sagen. „Wir treffen uns regelmäßig, um das Gesellige zu pflegen und den Kontakt nicht abreißen zu lassen. Und bislang halten uns die knapp 50 Mitglieder auch noch die Treue. Ob das aber so bleiben wird, ist fraglich.”

Wie sehr sich das Fehlen einer eigenen Bleibe auf das Vereinsleben auswirkt, zeigt ein Blick auf den Terminkalender. Veranstaltungen wie der Vereinspokal, das Ortsvereinschießen oder der Richard-Peters-Pokal können nicht stattfinden. Und auch das Königsschießen, das traditionell an Fronleichnam auf dem Programm steht, droht in diesem Jahr auszufallen.

Es ist also nicht gut bestellt um die St. Sebastianus-Schützen in Zweifall. Und dennoch steht nicht nur für Karl-Erich Frings fest: „Aufgeben werden wir nicht.”
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