Rückgang bei Hartz IV vorerst gestoppt

Von: Kolja Linden
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Stolberg. Die Zahl der Menschen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz IV) beziehen, ist in den Jahren 2005 bis 2008 zurückgegangen. Das geht aus dem Controllingbericht des Kreises Aachen hervor, der auch exakte Fallzahlen für Stolberg bereithält.

Allerdings sagt der Bericht auch, dass sich dieser Trend nach aktuellen Erkenntnissen im Jahr 2009 nicht fortgesetzt hat, auch wenn hier die genauen Zahlen noch fehlen.

Lag die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, also der Haushalte, die Hartz-IV-Leistungen beziehen, zum Jahresende 2005 noch bei 3267, so ist sie bis zum 31. Dezember 2008 kontinuierlich auf 2833 gesunken. Die Personenzahl ist im selben Zeitraum von 6408 auf 6001 zurückgegangen.

Erschreckend ist die unvermindert hohe Anzahl von Kindern in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften. Mit 1786 Kindern zwischen 0 und 14 Jahren macht diese Gruppe fast 30 Prozent der Hartz-IV-Empfänger in Stolberg aus. Im Kreis Aachen waren es am 31. Dezember 2008 sogar knapp über 30 Prozent.

Die Gesamtquote von Leistungsempfängern nach SGB II ist allerdings mit 13 Prozent in Stolberg deutlich höher als im Kreis Aachen insgesamt (11 Prozent). Nur Alsdorf (13,7 Prozent) und Eschweiler (13,2) haben noch schlechtere Werte.

Absolut positiv ist dagegen der Rückgang der Arbeitslosigkeit in diesem Zeitraum zu bewerten. Waren Ende 2005 noch 4312 Stolberger Arbeitslos gemeldet, so sank diese Zahl bis Ende 2008 auf 2589. Und anders als bei Hartz IV bleibt hier der Trend weiter positiv, die Arbeitslosenzahlen sinken auch im Jahr 2009.

Die 6001 Stolberger, die Leistungen nach dem SGB II beziehen, machen den Löwenanteil der Leistungsempfänger in der Kupferstadt aus. Ebenfalls öffentliche Leistungen empfangen aber auch Menschen, die von ihrem Einkommen alleine nicht den Lebensunterhalt bestreiten können. Sie erhalten Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGBXII und ihre Zahl ist, im Gegensatz zu den Hartz-IV-Empfängern, deutlich gestiegen. Im Jahr 2008 lag sie in Stolberg bei durchgehend knapp über 80, die Kosten in Höhe von 441780 Euro verusachten. Mitte 2006 waren lediglich 43 Personen in Stolberg davon betroffen.

Ähnliches gilt für Stolberger, die eine Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung erhalten. Ihre Zahl ist von 444 im Sommer 2006 auf 496 im Winter 2008 gestiegen. Rund 2 Millionen Euro betragen die Kosten für diese Aufwendungen.

Auch wenn es Ende 2008 insgesamt weniger Leistungsempfänger nach SGB II und SGB XII gab, so sind die Kosten, die die Kommunen für diese Leistungen aufbringen müssen, dennoch exorbitant gestiegen. Der Kreis Aachen, der mittlerweile in die Städteregion übergegangen ist, begründet dies damit, dass sowohl der Bund als auch das Land ihre Leistungsbeteiligungen deutlich reduziert haben. Die Gesamtausgaben im Kreis Aachen lagen 2008 bei 50,3 Millionen Euro (2005: 39,9 Millionen).
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