Stolberg - Rückblick: Abbruch an der Aachener Straße 1972

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Rückblick: Abbruch an der Aachener Straße 1972

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Beim Rückblick in die Stolberger Historie stößt der Betrachter auf eine eine Situation im Juli 1972. An der unteren Aachener Straße hat der Abbruch alter Bausubstanz begonnen.

Von den Abbrucharbeiten bisher verschont geblieben ist da das dreiachsige Hauptgebäude Aachener Straße 7, das jahrzehntelang eine Gaststätte beherbergt hat. Das vermutlich im späten 19. Jahrhundert errichtete, zweistöckige Gebäude soll nämlich erhalten bleiben und in den Neubau einbezogen werden.

Bruchstückhaft ist auf der Giebelseite des Kerngebäudes eine alte Werbebotschaft zu sehen. Eine dreiteilige Reklame, die nur mit Hilfe der im Stadtarchiv vorhandenen Bauakte entziffert werden kann. Und so führt die Sichtung der Dokumente zu dem Ergebnis, dass dort die Aufschrift „Ketschenburg Pilsener, Restauration B. Schopp“ zu sehen ist. Bernhard Schopp war wahrscheinlich der Gründer der kleinen Gaststätte.

Als Eigentümer des Hauses und Konzessionsinhaber des Lokals ist sein Name in der Akte erstmals 1905 verzeichnet. Das Lokal lag zu diesem Zeitpunkt auf dem Territorium der bis 1935 selbstständigen Gemeinde Büsbach. 1913 wurden 45 Hektar aus dem Besitz der Gemeinde Büsbach nach Stolberg eingemeindet. Bestandteil der Eingliederung nach Stolberg war auch die alte Gaststätte, die damals aber nicht unter der Adresse Aachener Straße, sondern unter der Bezeichnung Büsbacher Straße geführt wurde. Umbenannt in Aachener Straße wurde die Büsbacher Straße erst in den frühen 1950er Jahren. Wie lange die Gaststätte bestanden hat, ist aus der im Stadtarchiv aufbewahrten Akte nicht ersichtlich.

Die letzte Eintragung, die Auskunft über das alte Wirtshaus gibt, ist vom Oktober 1958. Damals wurde die Gaststätte von Elise Offermann geführt. Zuvor hatten sich neben Bernhard Schopp in die Liste der Eigentümer oder Pächter des kleinen Restaurants die Personen Franz Schumacher, Jakob Jussen und Peter Bock eingereiht. Bauliche Veränderungen hatte man in der Vergangenheit an dem alten Gebäude nur wenige vorgenommen. Lediglich im frühen 20. Jahrhundert hatte man rechts und links des Hauptgebäudes eingeschossige Nebengebäude errichtet, die anfänglich als Stallgebäude und später als Pkw-Garage genutzt wurden.

Eine grundlegende bauliche Veränderung erfolgte dann allerdings im Jahr 1972. Das alte Wirtshaus wurde entkernt und sollte in die Errichtung eines weitaus größeren, aus zehn Achsen bestehenden, dreigeschossigen Neubaus einbezogen werden. Dazu ist es aber nicht gekommen. Im Zuge der Bauarbeiten stellte sich nämlich heraus, dass das Altgebäude nicht mehr standsicher war und somit für einen Umbau nicht in Frage kam.

Demzufolge musste auch das Altgebäude abgerissen werden. Lediglich Mauerreste konnten der Aktenlage nach in den großen Neubau einbezogen werden. Die Inbetriebnahme des Neubaues, der eine Fassade aus Ziegelsteinklinkern besitzt und nur noch für das Wohnen genutzt wird, erfolgte im September 1973.

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