„Round and round we go“: Kunst aus Vogelfüßen, Federn und Knochen

Von: Dirk Müller
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Petra Rink und Nicola Hupperich (links). Foto: D. Müller

Stolberg-Breinig. Mehr als 100 Exponate locken ab Sonntag, 10. November, in Atelier und Galerie von Petra Rink, wo die Gemeinschaftsausstellung „Round and round we go“ eröffnet wird. „Der Titel der Ausstellung beschreibt einerseits das Schaffen der Beteiligten, die sich ständig weiterentwickeln, und ist andererseits durchaus wörtlich zu nehmen, da das Runde eine große Rolle spielt“, beschreibt Gastgeberin Petra Rink.

Sie sei der geschlossenen mit einem Mittelpunkt versehenen Form gegenüber zunächst skeptisch gewesen. „Schnell habe ich aber gemerkt, dass es sehr spannend sein kann, sich mit dem Runden zu beschäftigen, weil sich aus der geschlossenen Form doch sehr viele Möglichkeiten eröffnen.“

Zu „Round and round we go“ steuert sie Kunstobjekte, in die sie auch Fundstücke einarbeitet, sowie ihren „Rinkschmuck“ bei, thematisiert auch die „Krone“, allerdings „ohne royalen Anspruch“, wie sie betont. Zum Beispiel ovale Broschen, Ketten mit runden Anhängern, oder Ringe, bei denen „das Runde“ und „die Krone“ vereint werden.

Objekte und Schmuck völlig anderer Art zeigt Nicola Hupperich aus Jüchen. Seit 2002 arbeitet sie fast ausschließlich mit Silber, Knochen, Vogelfüßen, Federn und Fellen. Bei der Ausstellung in Breinig liegt ihr Schwerpunkt auf „Knochen-Kunst“, wobei Hupperich für ihre Werke nur gefundene oder nach einer Mahlzeit übrig gebliebene Tierknochen verwendet.

„Meine Intention ist es, den Tieren, die gegessen, überfahren oder bei der Jagd getötet wurden, eine neue Form der Wertschätzung zu geben“, erklärt Hupperich. Den Ausstellungstitel „Round and round we go“ interpretiere sie als Ausdruck des natürlichen Kreislaufs von Leben und Sterben. Ihre Skulpturen verkörpern Vergänglichkeit und Bestand gleichermaßen, ihr aus Knochen gefertigter Schmuck ist kunstvoll wie speziell und dabei tragbar.

Die Schau im Breiniger Atelier von Petra Rink bietet Ausstellungsstücke in verschiedenen Größen, die Bandbreite reicht von klein und filigran bis zu groß und rudimentär, denn als dritte Künstlerin präsentiert Marion Scheidtweiler aus Brachelen keramische Arbeiten.

Das Runde findet sich in ihren Objekten ebenso wieder wie archaische, kultisch-rituelle Elemente von mystischem Charakter. „In meinen Arbeiten soll die Ursprünglichkeit des Materials Ton zum Ausdruck kommen. Die Formsprache ist von der Natur inspiriert, dich ich verfremde und in andere Zusammenhänge bringe“, erläutert Scheidtweiler. Ihre Oberflächengestaltung ist oft rau, erinnert an Fundstücke und Zufälligkeiten. Um diesen Effekt zu erzielen, setzt Scheidtweiler eher primitive Brenntechniken wie Raku- oder Papierofenbrände ein.

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