„Rote Teufel“ ohne Nachwuchssorgen

Von: Lukas Franzen
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Volle Konzentration: Ekkehard Meurers, Handballherren-Obmann, Jugend- und Seniorentrainer in einer Person, sieht den Stolberger SV sportlich wie finanziell gut aufgestellt. Entscheidend sei die Nachwuchsarbeit beim SSV. Foto: J. Lange

Stolberg-Münsterbusch. Über zu wenig Präsenz in der Öffentlichkeit kann sich der Handballsport aktuell nicht beklagen. Grund dafür ist die Weltmeisterschaft in Katar oder auch der heutige Tag des Handballs.

Dass Stolbergs Handballer optimistisch in die Zukunft blicken, liegt jedoch weder an dem Aktionstag noch an dem sportlichen Großevent in dem weit entfernten Emirat. Es ist die „kontinuierliche Weiterentwicklung im Senioren- wie im Juniorenbereich“, die Ekkehard Meurers seinem Club, dem Stolberger Sportverein (SSV), bescheinigt.

Der Zuwachs in der Jugendabteilung sei ungebrochen, meint der Obmann der Handballherren, der selbst zwei Mannschaften, das C-Jugend-Team sowie die 2. Herrenmannschaft trainiert. 151 Jugendliche in elf Teams gehen aktuell für die „Red Devils“ genannten SSV-Handballer auf Tore und Punktejagd, davon drei Teams in höheren Spielklassen wie Kreis- oder Oberliga. Die Seniorenmannschaften, zwei Herren- und zwei Damenteams, rekrutierten sich zum Großteil aus eigenen ausgebildeten Spielern, sagt Meurers. „Im Herrenbereich spielen sogar ausschließlich Stolberger Spieler.“ Und diese Entwicklung sei auch in Zukunft durch starke A-, B- und C-Jugend-Jahrgänge gesichert. Das war nicht immer so. Zwar spielte die 1. Mannschaft des SSV vor rund zehn Jahren noch in der Oberliga, setzte dabei jedoch vor allem auf auswärtige Spieler und weniger auf Eigengewächse. „Eine kurzfristige Denkweise“, sagt Meurers und fügt hinzu: „eine sehr kapitalintensive zugleich.“

Durch ein solides Finanzmanagement und gute Jugendarbeit sei sein Verein nach harten Jahren aber nun wieder zu einer festen Größe herangewachsen. So liegt die 1. Herrenmannschaft der „roten Teufel“ derzeit recht aussichtsreich im Kampf um die Kreismeisterschaft und den damit verbunden Aufstieg in die Landesliga auf dem zweiten Rang der Kreisliga Aachen/Düren. „Unser mittelfristiges Ziel ist die Verbandsliga und die wollen wir in den nächsten drei Jahren erreichen.“

Schwerer einzuschätzen ist die Situation laut Meurers dagegen im Damenhandball. Hier fehle es im Jugendbereich leider an großem Zulauf. „Im Gegensatz zum Frauenfußball haben wir im Frauenhandball leider wenige Aushängeschilder“, sagt Meurers und spricht damit die Nachwuchssorgen vieler Clubs an, auch wenn diese in seinem Verein noch nicht zu spüren seien .

Nur noch wenige Vereine in der Städteregion stellten überhaupt noch Mädchenteams. Doch immerhin: Der SSV verfügt derzeit noch über zwei Mädchenteams im Jugend- und zwei Damenmannschaften im Seniorenbereich. Und die 1. Mannschaft der Damen habe sicherlich das Potential, in der Oberliga zu spielen, ist Meurers überzeugt. Immerhin: Der SSV verfügt derzeit noch über zwei Mädchenteams im Jugend- und zwei Damenmannschaften im Seniorenbereich. Und die 1. Mannschaft der Damen habe sicherlich das Potential, in der Oberliga zu spielen, ist Meurers überzeugt.

Ob Senioren oder Junioren, Herren- oder Damenhandball, sportliche wie finanzielle Aspekte – in allen Bereichen zeichnet Meurers ein positives Bild des Handballsports in Stolberg. Doch wie ist es um die städtischen Rahmenbedingungen für den Handball bestellt? „Da wir bis Ende des Jahres einen weiteren großen Zuwachs an Jugendspielern voraussehen, haben wir einen erhöhten Bedarf an Hallenzeiten“, sagt Meurers.

Sie waren nicht der einzige Punkt, den der SSV vor wenigen Tagen im Gespräch mit Bürgermeister Tim Grüttemeier, Sozialdezernent Robert Voigtsberger und der zuständigen Amtsleiterin Petra Jansen erläuterte. Weitere Themen seien die Bespielbarkeit des Hallenbodens und die Sauberkeit der Sanitäranlagen gewesen, sagt der Obmann.

„Für uns als Verein war es sehr erfreulich, kurzfristig Gehör bei der Stadt zu finden und auch auf fundiertes Know-How zu stoßen“, berichtet Meurers von „produktiven Gesprächen“ mit der Verwaltung. „Uns ist bewusst, dass wir unmöglich den Anspruch auf alleinige Nutzung der Hallen äußern können. Wir möchten vielmehr einen Konsens mit dem Stadtsportbund, den Schulen und der Stadt erzielen.“

Nicht vergessen dürfe man neben der städtischen Hallennutzung aber auch die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, die in der Donnerberger Kaserne Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung stellt. „Ohne die Hallen der Bundeswehr wären wir bereits jetzt aufgeschmissen.“ Doch auch bei der Zusammenarbeit mit der Stadt dominiert bei Meurers der Optimismus. „Ich bin positiv gestimmt, dass sich auch hier etwas bewegt.“

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