„Rot-Grün bringen Haupt-, Realschule und Gymnasium in Gefahr”

Von: -jül-
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Stolberg. Sollte sich Stolberg dazu entschließen, eine Gesamtschule einzurichten, wird es keine mit Ganztagsunterricht sein, sagt eindeutig Barbara Sommer (CDU) zu den Plänen von SPD und Grünen, nach der Kommunalwahl die Einrichtung einer Gesamtschule zu forcieren.

„Und das würde das Aus für eine bestehende Haupt-, für eine Realschule und für ein Gymnasium bedeuten”, erklärt Axel Wirtz, der als Vorsitzender des Schulausschusses die Schulministerin angeschrieben hatte, um aktuelle Informationen über die Konditionen zu erhalten.

Über eine Gesamtschule kann der Stadtrat zwar beschließen, wenn „ein Bedürfnis besteht und die Mindestgröße gewährleistet wird”, so Sommer, aber die Hürden dafür liegen hoch.

Neben der Entwicklung des Schüleraufkommens spiele „die Frage der leistungsheterogenen Zusammensetzung der potenziellen Schülerschaft” eine entscheidende Rolle. So müssten in den ersten fünf Jahren vier Parallelklassen pro Jahrgang mit je 28 Schülern gebildet werden können; mindestens 42 sind für die gymnasiale Oberstufe erforderlich, so Sommer.

Dabei habe das Verwaltungsgericht Köln das Prinzip der Leistungsheterogenität jüngst anerkannt, was bedeutet, dass in den Eingangsklassen ausreichend Kinder mit unterschiedlichem Leistungsstandard aufgenommen werden könnten. Das Ministerium arbeite zwar an einer einheitlichen Regelung, richte sich derzeit aber nach dem Schlüssel 40 Prozent Hauptschule und je 30 Prozent Realschule und Gymnasium.

Ruhe an Schulfront gefährdet

„Darüber hinaus müssen die Folgen für das bisherige Schulangebot bedacht werden”, fordert Sommer ein, dass in Stolberg bestehende Schulformen weiterhin zumutbar erreichbar sein und Gesamtschulen in zumutbarer Entfernung nicht im Bestand gefährdet werden dürften, worüber regionaler Konsens zu erzielen sei.

„Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass in Stolberg eine Haupt-, Realschule und ein Gymnasium in ihrem Bestand vor dem Ende stehen”, interpretiert der Landtagsabgeordnete. Diese Gefährdung der Stolberger Schullandschaft durch Rot-Grün sei um so verantwortungsloser, weil noch nie so viel Geld wie in den letzten Jahren in den Ausbau und Fortbestand der möglicherweise betroffenen Schulen investiert worden sei, argumentiert Wirtz: „Auch vor dem Hintergrund, dass Stolberg mit der Realschule Liester und den beiden Gymnasien kreisweit einmalig drei Schulen im Gebundenen Ganztag führen kann”.

Dies wird bei einer Gesamtschule nicht der Fall sein, sagt Sommer. Denn bei den übrigen Schulformen bestehe erheblicher Nachholbedarf an Ganztagsunterricht, den die Landesregierung zunächst nur dort „und nicht an neuen Gesamtschulen” fördere. Wirtz: „Rot-Grün gefährden mit ihrer Kampagne grundlos die Ruhe an der Schulfront in Stolberg.”
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